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Schnellkäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Elateridae (Familie)
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Überfamilie: Elateroidea
  • Familie: Elateridae
  • Anzahl der Arten: Weltweit ca. 10.000 Arten, davon rund 150 in Mitteleuropa
  • Lebensraum: Wälder, Wiesen, Felder, Gärten, Heckenlandschaften
  • Größe: 2–45 mm je nach Art (einheimische Arten meist 7–20 mm)
  • Gewicht: Je nach Art wenige Milligramm bis ca. 1 g
  • Lebenserwartung: Larvenentwicklung 2–5 Jahre; Imagines (ausgewachsene Käfer) wenige Wochen bis Monate

Aussehen & Merkmale

Schnellkäfer besitzen einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körperbau mit einem auffällig großen, nach hinten zugespitzten Halsschild. Die Flügeldecken (Elytren) sind längsgerillt und bedecken den gesamten Hinterleib. Die Körperfärbung variiert stark zwischen den Arten: Häufig sind braune, schwarze oder graubraune Töne, einige tropische Vertreter zeigen jedoch metallisch grüne oder leuchtend rote Zeichnungen. Die Fühler sind elfgliedrig und je nach Art fadenförmig, gesägt oder gekämmt.

Das namensgebende Merkmal der Familie ist der sogenannte Schnellmechanismus – ein Sprungapparat auf der Körperunterseite. Zwischen Vorder- und Mittelbrust befindet sich ein Dorn (Pronotum-Fortsatz), der in eine entsprechende Grube am Mesosternum einrastet. Durch ruckartige Muskelkontraktion wird der Dorn in die Grube geschnellt, wodurch der Käfer mit einem hörbaren Klicklaut mehrere Zentimeter hoch in die Luft katapultiert wird. Im englischen Sprachraum sind die Tiere daher als „Click Beetles" bekannt.

Die Larven der Schnellkäfer werden als Drahtwürmer bezeichnet. Sie sind langgestreckt, zylindrisch, gelblich bis braun gefärbt und besitzen ein stark sklerotisiertes (verhärtetes) Außenskelett, das ihnen ein drahtartiges Aussehen verleiht. Am letzten Hinterleibssegment tragen viele Arten charakteristische Fortsätze, die bei der Bestimmung hilfreich sind.

Lebensraum & Verbreitung

Die Familie der Elateridae ist weltweit verbreitet und kommt auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis vor. Die höchste Artendiversität findet sich in tropischen und subtropischen Regionen. In Mitteleuropa besiedeln Schnellkäfer ein breites Spektrum an Habitaten: von Laubmischwäldern und Nadelwäldern über extensiv bewirtschaftete Wiesen und Ackerland bis hin zu Gärten und Parkanlagen.

Die Larven leben im Boden oder in morschem Holz. Bodenbewohnende Drahtwürmer bevorzugen feuchte, humusreiche Böden und sind dort in Tiefen von wenigen Zentimetern bis etwa 60 cm zu finden, wobei sie je nach Bodentemperatur und Feuchtigkeit vertikale Wanderungen durchführen. Holzbewohnende Arten wie Vertreter der Gattung Ampedus entwickeln sich in Totholz oder morschen Baumstümpfen und sind daher typische Bewohner naturnaher Waldbestände mit hohem Totholzanteil.

Ernährung

Die Ernährungsweise der Schnellkäfer unterscheidet sich deutlich zwischen Larven und adulten Tieren. Die Imagines vieler Arten ernähren sich von Pollen, Nektar und weichen Pflanzenteilen wie Blütenblättern. Manche Arten nehmen als ausgewachsene Käfer gar keine oder nur sehr wenig Nahrung auf.

Die Larven zeigen ein breiteres Ernährungsspektrum. Zahlreiche Drahtwurmarten ernähren sich phytophag, also von Pflanzenwurzeln, Knollen und Sämlingen. Arten der Gattungen Agriotes und Athous gehören zu den bedeutendsten Schädlingen im Ackerbau, da sie an Kartoffeln, Getreide, Mais und Gemüsekulturen erhebliche Fraßschäden verursachen können. Andere Larvenarten, etwa aus der Gattung Ampedus, leben räuberisch und erbeuten Insektenlarven, Milben und andere kleine Bodentiere in ihrem Holz- oder Erdhabitat.

Verhalten & Lebensweise

Adulte Schnellkäfer sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, einige Arten lassen sich jedoch auch tagsüber auf Blüten oder in der Vegetation beobachten. Der Schnellmechanismus dient primär der Feindabwehr: Gerät ein Käfer auf den Rücken, kann er sich durch den Sprung wieder aufrichten, ohne seine Beine einsetzen zu müssen. Gleichzeitig wirkt das plötzliche Emporschnellen in Kombination mit dem Klickgeräusch abschreckend auf Prädatoren wie Vögel und Eidechsen.

Die Drahtwürmer leben verborgen im Erdreich oder unter Rinde und meiden Licht. Ihre Aktivitätsphasen im Boden werden stark von Temperatur und Feuchtigkeit gesteuert. Im Frühjahr und Herbst halten sie sich in den oberen Bodenschichten auf, während sie sich bei sommerlicher Trockenheit oder winterlicher Kälte in tiefere Bodenbereiche zurückziehen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarung findet bei den meisten einheimischen Arten im Frühsommer statt. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen wenige Zentimeter tief in den Boden, bevorzugt in Grasnarben oder lockere Erde. Je nach Art umfasst ein Gelege zwischen 50 und mehreren hundert Eiern.

Die Larvalentwicklung dauert – abhängig von Art, Nahrungsangebot und Umweltbedingungen – zwischen zwei und fünf Jahren. Während dieser Zeit häuten sich die Drahtwürmer mehrfach und durchlaufen bis zu 15 Larvenstadien. Die Verpuppung erfolgt in einer selbst gegrabenen Erdkammer im Sommer. Nach wenigen Wochen schlüpft der fertige Käfer, verbleibt aber häufig bis zum nächsten Frühjahr in der