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Scholle

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pleuronectes platessa
  • Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
  • Familie: Schollen (Pleuronectidae)
  • Gattung: Pleuronectes
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete des Nordostatlantiks, Nordsee, Ostsee, Weißes Meer, Mittelmeer (westlich)
  • Größe: Durchschnittlich 25–50 cm, maximal bis 100 cm
  • Gewicht: Durchschnittlich 0,5–2 kg, maximal bis 7 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 50 Jahre, in der Regel 20–30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Scholle, auch als Goldbutt oder Europäische Scholle bezeichnet, gehört zu den bekanntesten Vertretern der Plattfische. Ihr Körper ist stark seitlich abgeflacht und annähernd oval. Wie bei allen rechtsäugigen Plattfischen der Familie Pleuronectidae liegen beide Augen auf der rechten Körperseite, der sogenannten Augenseite. Diese ist bräunlich bis olivgrün gefärbt und trägt auffällige rote bis orangefarbene Flecken, die von einem hellen Hof umgeben sind. Diese Flecken dienen als wesentliches Erkennungsmerkmal und unterscheiden die Scholle deutlich von verwandten Arten wie der Flunder (Platichthys flesus) oder der Kliesche (Limanda limanda).

Die Blindseite, also die dem Meeresboden zugewandte linke Körperseite, ist porzellanweiß bis cremig gefärbt. Die Schuppen sind klein und glatt, was die Scholle von der Flunder unterscheidet, deren Schuppen sich rau anfühlen. Entlang des Seitenlinienorgans verläuft eine leichte, aber spürbare Knochenleiste. Die Rückenflosse (Dorsale) erstreckt sich nahezu über die gesamte Körperlänge, ebenso die Afterflosse (Anale). Der Kopf ist relativ klein, das Maul endständig und mit stumpfen Zähnen besetzt, die auf die Nahrungsaufnahme von Bodentieren ausgelegt sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Scholle erstreckt sich über den gesamten Nordostatlantik – von der Barentssee und Island im Norden bis nach Marokko und ins westliche Mittelmeer im Süden. Ihr Hauptvorkommen liegt in der Nordsee, die zugleich das wichtigste Habitat für die kommerzielle Fischerei darstellt. Auch in der westlichen und südlichen Ostsee ist die Scholle verbreitet, wenngleich die Bestände dort geringer ausfallen als in der Nordsee.

Schollen bevorzugen sandige und schlickige Böden in Tiefen zwischen 10 und 200 Metern. Juvenile Tiere halten sich häufig in sehr flachen Küstengewässern und Wattbereichen auf, wo sie in nur wenigen Zentimetern Wassertiefe vorkommen können. Erwachsene Schollen besiedeln tiefere Bereiche des Kontinentalschelfs. Die Art ist euryhalin, verträgt also Schwankungen im Salzgehalt, und dringt gelegentlich in Brackwassergebiete und Flussmündungen vor.

Ernährung

Die Scholle ernährt sich überwiegend von Bodentieren (Benthos). Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem dünnschalige Muscheln, Polychaeten (Vielborster), kleine Krebstiere wie Amphipoden und Garnelen sowie gelegentlich Fischlaich. Jungfische fressen hauptsächlich Kleinkrebse und Würmer, während ältere Exemplare zunehmend Muscheln aufnehmen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt überwiegend in der Dämmerung und nachts, da die Scholle vorwiegend nachtaktiv ist und tagsüber häufig eingegraben im Sediment verharrt.

Verhalten & Lebensweise

Schollen sind ausgesprochene Bodenbewohner, die den größten Teil ihres Lebens auf oder knapp über dem Meeresgrund verbringen. Tagsüber liegen sie meist flach auf dem Substrat und graben sich mit wellenartigen Körperbewegungen in Sand oder Schlick ein, sodass nur die Augen herausragen. Diese Verhaltensweise dient sowohl dem Schutz vor Fressfeinden als auch der Tarnung bei der Lauerjagd.

Die Scholle verfügt über ein ausgeprägtes Vermögen zur Farbveränderung. Durch Chromatophoren – pigmenttragende Zellen in der Haut – kann sie die Färbung und das Muster ihrer Augenseite innerhalb weniger Minuten an den jeweiligen Untergrund anpassen. Diese Anpassung ist so präzise, dass selbst feinkörnige Muster imitiert werden können.

Im Jahreslauf unternimmt die Scholle regelmäßige Wanderungen. Im Frühjahr und Sommer ziehen die Tiere in flachere, nahrungsreiche Küstengewässer, während sie im Winter in tiefere Regionen abwandern, wo auch die Laichgründe liegen. Diese saisonalen Wanderungen können Distanzen von mehreren hundert Kilometern umfassen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Scholle erreicht die Geschlechtsreife mit etwa zwei bis sechs Jahren, wobei Männchen in der Regel früher laichreif werden als Weibchen. Die Laichzeit fällt in den Zeitraum von Januar bis April, mit einem Schwerpunkt zwischen Februar und März. Die wichtigsten Laichgebiete in der Nordsee liegen in der südlichen und zentralen Nordsee, etwa in der Deutschen Bucht und der Flämischen Bucht, in Tiefen von 20 bis 40 Metern.

Ein Weibchen gibt je nach Körpergröße zwischen 50.000 und 500.000 Eier ab, die pelagisch im freien Wasser treiben. Die Eier haben einen Durchmesser von etwa 1,6 bis 2,2 Millimetern und sind durchsichtig. Nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen die Larven, die zunächst eine symmetrische Körperform aufweisen und frei im Plankton schwimmen. Die Metamorphose, bei der sich das linke Auge auf die rechte Körperseite verlagert und der Körper die typische Plattfischgestalt annimmt, erfolgt bei einer Länge von etwa 10 bis 15 Millimetern. Danach gehen die Jungfische zum bodenlebenden Lebensstil über und siedeln sich bevorzugt in flachen Kü