Schuppentier
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Manis (sowie Phataginus und Smutsia für afrikanische Arten)
- Ordnung: Pholidota (Schuppentiere)
- Familie: Manidae
- Gattungen: Manis (asiatische Arten), Phataginus und Smutsia (afrikanische Arten)
- Anzahl der Arten: 8
- Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen, Grasland in Afrika und Süd-/Südostasien
- Größe: 30–100 cm Körperlänge (je nach Art), Schwanz zusätzlich 25–70 cm
- Gewicht: 1,5–33 kg
- Lebenserwartung: In freier Wildbahn schätzungsweise 12–20 Jahre; in Gefangenschaft selten über 10 Jahre, da die Haltung extrem schwierig ist
Aussehen & Merkmale
Schuppentiere – im Englischen als Pangolins bekannt – sind die einzigen Säugetiere, deren Körper großflächig von Hornschuppen bedeckt ist. Diese Schuppen bestehen aus Keratin, dem gleichen Protein, das auch menschliche Fingernägel und Haare bildet. Sie sind dachziegelartig angeordnet und bedecken Rücken, Flanken, Schwanz und die Außenseiten der Gliedmaßen. Die Bauchseite, die Innenseiten der Beine und das Gesicht bleiben schuppenfrei und sind mit spärlichem, borstigem Fell bedeckt.
Der Körperbau ist gedrungen und langgestreckt. Der Kopf ist klein und kegelförmig, die Augen sind winzig und von eingeschränkter Sehkraft. Die Ohren sind reduziert oder fehlen als äußere Struktur fast vollständig. Dafür ist der Geruchssinn hervorragend entwickelt. Die Zunge ist außergewöhnlich lang – bei großen Arten bis zu 40 cm – und verankert nicht wie bei den meisten Säugetieren am Zungenbein, sondern reicht bis in den Brustkorb hinab, wo sie am Becken angeheftet ist. Zähne fehlen vollständig.
Die kräftigen Vorderbeine tragen lange, gebogene Grabkrallen, die zur Nahrungssuche und zum Aufbrechen von Insektenbauten dienen. Baumbewohnende Arten wie das Langschwanz-Schuppentier (Phataginus tetradactyla) verfügen zusätzlich über einen Greifschwanz.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Schuppentiere erstreckt sich über zwei Kontinente. Vier Arten leben in Süd- und Südostasien, vier weitere in Afrika südlich der Sahara. Die asiatischen Arten umfassen das Malaiische Schuppentier (Manis javanica), das Chinesische Schuppentier (Manis pentadactyla), das Indische Schuppentier (Manis crassicaudata) und das Palawan-Schuppentier (Manis culionensis). In Afrika kommen das Riesenschuppentier (Smutsia gigantea), das Steppenschuppentier (Smutsia temminckii), das Weißbauch-Schuppentier (Phataginus tricuspis) und das Langschwanz-Schuppentier vor.
Die genutzten Habitate sind vielfältig. Je nach Art besiedeln Schuppentiere tropische Regenwälder, Trockenwälder, Buschsavannen oder offenes Grasland. Einige Arten leben vorwiegend am Boden und graben eigene Baue, andere sind überwiegend arboreal und halten sich in Baumhöhlen auf. Allen Arten gemeinsam ist die Bindung an Lebensräume mit einem ausreichenden Angebot an Ameisen und Termiten.
Ernährung
Schuppentiere sind hochspezialisierte Insektenfresser (Myrmekophage). Ihre Nahrung besteht fast ausschließlich aus Ameisen und Termiten. Mit ihren kräftigen Krallen brechen sie Termitenbauten, morsches Holz und Erdnester auf. Die lange, klebrige Zunge wird dann in die Gänge eingeführt und mit Insekten beladene wieder eingezogen. Da Schuppentiere keine Zähne besitzen, werden die Beutetiere im muskulösen Magen zerrieben. Einige Arten schlucken dazu kleine Steine, die den Mahlvorgang unterstützen – funktionell vergleichbar mit dem Muskelmagen der Vögel.
Ein einzelnes Schuppentier kann pro Nacht mehrere Hundert Gramm an Insekten verzehren. Hochrechnungen gehen davon aus, dass ein adultes Tier jährlich bis zu 70 Millionen Insekten vertilgt, was den Tieren eine bedeutende ökologische Rolle bei der Regulierung von Ameisen- und Termitenpopulationen zuweist.
Verhalten & Lebensweise
Alle Schuppentierarten sind überwiegend nachtaktiv und leben einzelgängerisch. Soziale Kontakte beschränken sich auf die Paarungszeit und die Phase der Jungenaufzucht. Tagsüber ruhen die Tiere in Erdbauen, Felsspalten oder Baumhöhlen. Bodenbewohnende Arten graben Baue von bis zu mehreren Metern Tiefe.
Schuppentiere sind im Allgemeinen langsame und bedächtige Tiere. Bei Bedrohung rollen sie sich zu einer festen Kugel zusammen, wobei die scharfkantigen Schuppen nach außen weisen und einen wirkungsvollen Schutz gegen die meisten natürlichen Fressfeinde – etwa Löwen, Leoparden und Hyänen – bieten. Zusätzlich können sie ein übelriechendes Sekret aus Analdrüsen absondern, vergleichbar mit dem Verhalten von Stinktieren. Ein eigentliches Revier verteidigen sie nicht, die Streifgebiete einzelner Individuen können sich überlappen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Über die Fortpflanzungsbiologie vieler Schuppentierarten ist aufgrund ihrer versteckten Lebensweise vergleichsweise wenig bekannt. Die Tragzeit beträgt je nach Art zwischen 70 und 150 Tagen. Afrikanische Arten bringen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt, bei asiatischen Arten wurden gelegentlich Zwillinge dokumentiert.
Neugeborene wiegen zwischen 80 und 450 Gramm. Ihre Schuppen sind bei der Geburt weich und härten innerhalb der ersten Lebenstage aus. Das Jungtier reitet auf dem Schwanzansatz der