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Schwalbenschwanz

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Papilio machaon
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Ritterfalter (Papilionidae)
  • Gattung: Papilio
  • Flügelspannweite: 50–75 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung (Imago): 2–4 Wochen
  • Verbreitung: Europa, Nordafrika, gemäßigtes Asien bis Japan, Nordamerika (Unterart)
  • Lebensraum: Offene, blütenreiche Landschaften, Trockenrasen, Gärten, Bergwiesen bis ca. 2.000 m Höhe

Aussehen & Merkmale

Der Schwalbenschwanz gehört zu den größten und auffälligsten Tagfaltern Mitteleuropas. Die Grundfarbe der Flügeloberseite ist ein kräftiges Gelb, durchzogen von einem komplexen Muster aus schwarzen Adern, Binden und Flecken. Am Hinterflügelrand fällt eine Reihe blauer Schuppen auf, die halbmondförmig angeordnet sind. In der Analregion jedes Hinterflügels sitzt ein auffälliger roter Augenfleck mit schwarzer Umrandung, der vermutlich eine Abschreckfunktion gegenüber Fressfeinden erfüllt.

Das namensgebende Merkmal sind die schwanzartigen Verlängerungen an den Hinterflügeln, die an die Schwanzfedern einer Schwalbe erinnern. Diese Fortsätze können bei älteren Individuen durch Abnutzung verkürzt sein. Die Flügelunterseite zeigt ein ähnliches, aber blasseres Muster. Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum; Weibchen sind im Durchschnitt etwas größer und weisen gelegentlich eine stärkere Blaubestäubung an den Hinterflügeln auf.

Die Raupe durchläuft fünf Larvenstadien. Junge Raupen sind schwarz mit einem weißen Sattelfleck und ahmen in ihrem Aussehen Vogelkot nach – eine wirksame Tarnstrategie. Ausgewachsene Raupen sind grün mit schwarzen Querstreifen und orangefarbenen Punkten. Hinter dem Kopf tragen sie ein gabelförmiges, orangerotes Nackengabel-Organ (Osmaterium), das bei Störung ausgestülpt wird und einen unangenehmen Geruch verströmt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Papilio machaon erstreckt sich über die gesamte Paläarktis – von der Iberischen Halbinsel über Mitteleuropa und Zentralasien bis nach Japan. In Nordamerika kommt die Unterart Papilio machaon aliaska in Alaska und dem nördlichen Kanada vor. Nahe verwandte Arten wie der Amerikanische Schwalbenschwanz (Papilio polyxenes) und der Korsen-Schwalbenschwanz (Papilio hospiton) besetzen jeweils eigene Verbreitungsgebiete.

Als Habitat bevorzugt der Schwalbenschwanz offene, sonnenexponierte Biotope. In Mitteleuropa besiedelt er vor allem magere Trockenrasen, extensiv bewirtschaftete Wiesen, Ruderalflächen, Wegränder und naturnahe Gärten. In den Alpen steigt er bis auf etwa 2.000 Meter Höhe auf. Entscheidend für die Habitatwahl ist das Vorkommen geeigneter Raupenfutterpflanzen in Kombination mit einem ausreichenden Nektarangebot für die erwachsenen Falter. Durch den Rückgang extensiver Landwirtschaft sind viele seiner ursprünglichen Lebensräume in Mitteleuropa geschrumpft.

Ernährung

Die erwachsenen Falter ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen eine Vielzahl blühender Pflanzen, darunter Flockenblumen, Disteln, Rotklee, Lavendel und verschiedene Doldenblütler. Beim Saugen verharren sie oft mit leicht vibrierenden Flügeln über der Blüte – ein Verhalten, das als Schwirrflug bezeichnet wird.

Die Raupen sind auf Doldenblütler (Apiaceae) spezialisiert. Zu den wichtigsten Futterpflanzen gehören Wilde Möhre (Daucus carota), Fenchel (Foeniculum vulgare), Dill (Anethum graveolens), Petersilie (Petroselinum crispum) und verschiedene Haarstrang-Arten (Peucedanum). In Gärten werden gelegentlich auch Karottenpflanzen und Pastinak befressen. Die enge Bindung an Doldenblütler macht die Raupe von deren Verfügbarkeit abhängig und beeinflusst die Verbreitung des Falters direkt.

Verhalten & Lebensweise

Der Schwalbenschwanz ist ein ausgesprochen tagaktiver Falter mit einem kräftigen, segelnden Flug. Er nutzt thermische Aufwinde und gleitet über Hänge und Kuppen – ein Verhalten, das als „Hilltopping" bekannt ist. Dabei versammeln sich vor allem Männchen an markanten Geländeerhebungen, um dort auf paarungsbereite Weibchen zu warten. Diese Hügelbalz ist ein charakteristisches Verhaltensmuster vieler Ritterfalter.

In Mitteleuropa fliegt der Schwalbenschwanz in zwei Generationen pro Jahr: Die erste Generation erscheint von April bis Juni, die zweite von Juli bis August. In besonders warmen Regionen oder günstigen Jahren kann eine partielle dritte Generation auftreten. In nördlichen Gebieten und Höhenlagen wird häufig nur eine Generation pro Jahr ausgebildet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne, kugelförmige Eier an die Blätter und Blütenstände der Futterpflanzen. Pro Pflanze wird in der Regel nur ein einzelnes Ei abgesetzt, was die innerartliche Nahrungskonkurrenz unter den Raupen verringert. Die Eier sind zunächst gelblich und verfärben sich kurz vor dem Schlüpfen bräunlich.

Die Raupenentwicklung dauert je nach Temperatur etwa drei bis vier Wochen. Nach dem letzten Larvenstadium verpuppt sich die Raupe als Gürtelpuppe – sie befestigt sich mit einem Seidenfaden um die Körpermitte an einem Pflanzenstängel oder einem anderen festen Untergrund. Die Puppe kann grün oder bräunlich gefärbt sein, was der jeweiligen Um