Schwarzer Apollo
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Parnassius mnemosyne (Linnaeus, 1758)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Ritterfalter (Papilionidae)
- Gattung: Parnassius
- Lebensraum: Lichte Wälder, Waldlichtungen, Bergwiesen und feuchte Tallagen
- Flügelspannweite: 50–65 mm
- Gewicht: ca. 0,2–0,5 g
- Lebenserwartung: etwa 2–3 Wochen als Falter; gesamter Lebenszyklus rund ein Jahr
Aussehen & Merkmale
Der Schwarze Apollo ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von 50 bis 65 Millimetern. Im Gegensatz zu seinem bekannteren Verwandten, dem Apollo oder Roten Apollo (Parnassius apollo), fehlen ihm die auffälligen roten Augenflecken auf den Hinterflügeln. Stattdessen zeigt er eine zurückhaltendere, aber dennoch unverwechselbare Erscheinung.
Die Grundfarbe der Flügel ist weiß bis leicht gelblich, wobei die Flügel eine deutlich durchscheinende, fast glasige Textur aufweisen – besonders in den Randbereichen. Die Vorderflügel tragen zwei markante schwarze Flecken in der Diskoidalzelle sowie dunkle Bestäubung entlang des Vorderrandes. Die Hinterflügel sind im Randbereich breit verdunkelt und wirken dadurch insgesamt dunkler als bei verwandten Parnassius-Arten. Die Adern treten durch die spärliche Beschuppung deutlich hervor, was dem Falter sein charakteristisches, semitransparentes Erscheinungsbild verleiht.
Der Körper ist schwarz behaart. Die Fühler sind kurz, keulenförmig und dunkel gefärbt. Weibchen sind in der Regel etwas größer als Männchen und weisen eine stärkere dunkle Bestäubung auf, wodurch sie insgesamt dunkler wirken. Nach der Paarung bildet sich am Hinterleib des Weibchens eine Sphragis – eine Begattungstasche aus gehärteter Substanz, die vom Männchen angebracht wird.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Schwarzen Apollos erstreckt sich über weite Teile Europas und des gemäßigten Asiens. Es reicht von den Pyrenäen über Mittel- und Südeuropa, Skandinavien bis nach Zentralasien und in den Kaukasus. In den Alpen kommt die Art in Höhenlagen von etwa 400 bis 1.800 Metern vor, in Skandinavien teils auch auf Meereshöhe.
Das bevorzugte Habitat sind lichte Laubmischwälder und Waldränder, insbesondere Buchenwälder mit einem reichen Unterwuchs. Der Falter benötigt ein Biotop, das zwei Voraussetzungen gleichzeitig erfüllt: das Vorkommen der Raupenfutterpflanze – verschiedener Lerchensporn-Arten (Corydalis) – sowie ein ausreichendes Blütenangebot für die Nektaraufnahme der Imagines. Typische Lebensräume sind daher feuchte, krautreiche Waldlichtungen, Schlucht- und Auwälder sowie extensiv genutzte Bergwiesen in Waldnähe.
In Deutschland gilt der Schwarze Apollo als stark gefährdet. Er kommt nur noch inselartig in wenigen Regionen vor, darunter Teile der Schwäbischen Alb, des Schwarzwaldes, der Fränkischen Alb, des Bayerischen Waldes sowie vereinzelt in Thüringen und Sachsen. Viele historische Vorkommen sind in den vergangenen Jahrzehnten erloschen.
Ernährung
Die Raupen des Schwarzen Apollos sind oligophag und ernähren sich ausschließlich von Lerchensporn-Arten, vor allem vom Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) und vom Mittleren Lerchensporn (Corydalis intermedia). Diese kurzlebigen Frühblüher stehen nur wenige Wochen im Jahr als Nahrungsquelle zur Verfügung, was die enge zeitliche Bindung der Larvalentwicklung an das Frühjahr erklärt.
Die adulten Falter nehmen Nektar von verschiedenen Blütenpflanzen auf. Bevorzugt werden dabei Knabenkräuter (Orchis), Günsel (Ajuga), Hahnenfuß (Ranunculus) und weitere Wiesenblumen. Gelegentlich lassen sich Imagines auch an feuchten Bodenstellen beobachten, wo sie Mineralien aufnehmen.
Verhalten & Lebensweise
Der Schwarze Apollo ist tagaktiv und fliegt in einer Generation pro Jahr – er ist also univoltin. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Höhenlage und Region von Mitte Mai bis Anfang Juli. Der Flug wirkt etwas schwerfällig und gauklerisch, bleibt meist bodennah und führt selten über das Kronendach hinaus.
Die Falter sind ausgesprochen standorttreu. Ihr Aktionsradius beträgt oft nur wenige hundert Meter um den Schlupfort. Diese geringe Mobilität macht Populationen anfällig für Habitatfragmentierung, da ein genetischer Austausch zwischen isolierten Vorkommen kaum stattfindet. An sonnigen, windgeschützten Waldlichtungen lassen sich manchmal mehrere Individuen gleichzeitig beobachten, ohne dass es sich dabei um ein soziales Verhalten im engeren Sinne handelt.
Bei kühler Witterung oder Bewölkung ruhen die Falter mit zusammengeklappten Flügeln an Grashalmen oder in der Krautschicht.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz des Schwarzen Apollos findet im Flug statt. Männchen patrouillieren entlang von Waldrändern und Lichtungen auf der Suche nach Weibchen. Nach der Paarung versiegelt das Männchen die Geschlechtsöffnung des Weibchens mit der bereits erwähnten Sphragis, einer chitinartigen Struktur, die eine erneute Begattung durch andere Männchen verhindern soll.
Die Weibchen legen ihre Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in der Nähe der Futterpflanzen ab, häufig an Laub, Moospolster oder direkt auf den Boden. Die Eier überwintern und die Raupen schlüpfen im zeitigen Frühjahr, oft noch unter Schneeresten. Die Larven sind dunkel gefärbt mit kleinen orangefarbenen Flecken an den Seiten