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Schwarzer Bär

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Arctia villica
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Bärenspinner (Erebidae, Unterfamilie Arctiinae)
  • Gattung: Arctia
  • Lebensraum: Trockenwarme Offenlandschaften, Magerrasen, Waldränder, Heckenlandschaften
  • Flügelspannweite: 50–65 mm
  • Gewicht: ca. 0,5–1,5 g
  • Lebenserwartung: Etwa ein Jahr (gesamter Lebenszyklus); Falter leben nur wenige Wochen

Aussehen & Merkmale

Der Schwarze Bär gehört zu den auffälligsten Nachtfaltern Mitteleuropas. Die Vorderflügel sind schwarz mit unregelmäßig verteilten, cremeweißen bis gelblichen Flecken, die ein kontrastreiches Muster bilden. Die Hinterflügel leuchten in einem kräftigen Orangegelb bis Rotorange und tragen mehrere schwarze, rundliche Flecken. Dieses Farbmuster dient als Warntracht (Aposematismus) und signalisiert potenziellen Fressfeinden die Ungenießbarkeit des Falters.

Der Körper ist gedrungen und dicht behaart – eine Eigenschaft, die der gesamten Unterfamilie der Arctiinae den deutschen Trivialnamen „Bärenspinner" eingebracht hat. Der Thorax ist schwarz mit einem deutlichen weißen Kragen, während der Hinterleib orange gefärbt ist und schwarze Querbinden aufweist. Die Fühler sind fadenförmig und bei den Männchen etwas stärker gekämmt als bei den Weibchen, was zur Ortung der weiblichen Pheromone dient.

Von der verwandten Art Brauner Bär (Arctia caja) unterscheidet sich der Schwarze Bär vor allem durch das dunklere Grundmuster der Vorderflügel und die abweichende Fleckenzeichnung. Auch die Raupe zeigt Unterschiede: Sie ist schwarz mit kurzen, dichten Haarbüscheln und orangefarbenen Warzen an den Seiten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzen Bären erstreckt sich über weite Teile Südeuropas, den Mittelmeerraum und reicht nordwärts bis in die wärmebegünstigten Regionen Mitteleuropas. In Deutschland kommt die Art vor allem in den südlichen und südwestlichen Bundesländern vor – etwa in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. Nördlich der Mittelgebirge sind Nachweise selten und oft auf besonders wärmebegünstigte Standorte beschränkt.

Als Habitat bevorzugt der Schwarze Bär trockenwarme, offene bis halboffene Biotope. Dazu zählen Magerrasen, Trockenrasen, Streuobstwiesen, sonnige Waldränder und verbuschte Hänge. Auch in extensiv bewirtschafteten Kulturlandschaften und an Böschungen ist die Art anzutreffen. Entscheidend ist ein ausreichendes Angebot an niedrigwüchsiger, krautiger Vegetation als Nahrungsgrundlage für die Raupen sowie eine gewisse Strukturvielfalt im Biotop.

Ernährung

Die Raupen des Schwarzen Bären sind polyphag, das heißt, sie nutzen ein breites Spektrum an Nahrungspflanzen. Zu den bevorzugten Futterpflanzen gehören Löwenzahn (Taraxacum), Wegerich (Plantago), Taubnessel (Lamium), Brennnessel (Urtica) und verschiedene Kleearten (Trifolium). Auch Ginster, Beifuß und andere krautige Pflanzen werden gefressen. Diese breite Nahrungspalette ist typisch für viele Arten der Bärenspinner.

Die adulten Falter nehmen kaum oder keine Nahrung zu sich. Ihre Mundwerkzeuge sind stark zurückgebildet. Die gesamte Energie für die Fortpflanzungsphase wird im Raupenstadium angesammelt, das damit den energetisch bedeutsamsten Abschnitt des Lebenszyklus darstellt.

Verhalten & Lebensweise

Der Schwarze Bär ist nachtaktiv und wird von künstlichen Lichtquellen angezogen, was ihn an Leuchtfallen und beleuchteten Gebäuden zum gelegentlichen Fund werden lässt. Tagsüber ruhen die Falter an geschützten Stellen – unter Blättern, an Baumstämmen oder in der Krautschicht. Werden sie gestört, schlagen sie abrupt die Vorderflügel auf und präsentieren die leuchtend orange-schwarzen Hinterflügel. Diese Schreckfärbung soll Fressfeinde wie Vögel irritieren und abschrecken.

Zusätzlich zur Warntracht kann der Falter bei Bedrohung eine gelbliche, bitter schmeckende Hämolymphe aus Drüsen am Thorax absondern. Dieses Wehrsekret verstärkt die Wirkung der Aposematik und schützt den Falter vor vielen Prädatoren.

Die Flugzeit der Imagines erstreckt sich von Mai bis Juli, wobei der Schwerpunkt je nach Region und Witterung im Juni liegt. Die Art bildet in Mitteleuropa eine Generation pro Jahr (univoltin).

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Weibchen locken die Männchen durch Pheromone an, die über spezialisierte Drüsen am Hinterleib abgegeben werden. Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier in Gelegen auf der Unterseite von Blättern der Futterpflanzen ab. Ein Gelege umfasst mehrere Dutzend bis über hundert Eier.

Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei Wochen und durchlaufen mehrere Larvenstadien. Die jungen Raupen fressen zunächst gesellig, vereinzeln sich aber mit zunehmender Größe. Vor dem Winter erreichen sie eine mittlere Körpergröße und überwintern als Raupen in der Bodenstreu oder unter Pflanzenpolstern. Im Frühjahr setzen sie das Wachstum fort und verpuppen sich schließlich in einem lockeren Gespinst am Boden. Die Puppenruhe dauert einige Wochen, bevor der Falter schlüpft.

Bedrohung & Schutzstatus

In Deutschland gilt der Schwarze Bär als gefährdet. Die Rote Liste stuft die Art in den meisten