Schwarzer Neon
STierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hyphessobrycon herbertaxelrodi
- Ordnung: Characiformes (Salmlerartige)
- Familie: Characidae (Echte Salmler)
- Gattung: Hyphessobrycon
- Lebensraum: Langsam fließende Gewässer und Überschwemmungszonen im tropischen Südamerika
- Größe: 3,5–4,5 cm
- Gewicht: ca. 1–2 g
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre (in Aquarienhaltung bis 10 Jahre)
Aussehen & Merkmale
Der Schwarze Neon besitzt einen seitlich leicht abgeflachten, langgestreckten Körper mit der typischen Salmler-Silhouette. Die Grundfärbung ist ein helles Oliv bis Grünbraun, das am Rücken etwas dunkler ausfällt und zum Bauch hin in ein Silberweiß übergeht. Das namensgebende Merkmal ist ein breiter, samtig schwarzer Längsstreifen, der sich von der Kiemenregion bis zur Schwanzwurzel erstreckt. Direkt über diesem dunklen Band verläuft ein leuchtend irisirender Streifen in Grüngold bis Hellblau, der je nach Lichteinfall deutlich schimmert. Diese Kombination aus dunklem und hellem Längsband verleiht dem Fisch sein charakteristisches Erscheinungsbild.
Die Schuppen sind relativ klein und sitzen eng am Körper an. Die Flossen sind größtenteils transparent bis leicht gelblich getönt. Die Fettflosse – ein typisches Merkmal der Salmlerartigen – ist vorhanden und meist dunkel gefärbt. Die Iris des vergleichsweise großen Auges zeigt im oberen Bereich einen auffälligen roten bis orangefarbenen Fleck, der als weiteres Erkennungsmerkmal dient. Männchen und Weibchen sind auf den ersten Blick schwer zu unterscheiden. Geschlechtsreife Weibchen fallen jedoch durch einen etwas fülligeren Bauchbereich auf, während Männchen tendenziell schlanker bleiben und eine geringfügig intensivere Färbung zeigen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schwarzen Neons liegt im Einzugsgebiet des Rio Paraguay und des Rio Taquari im südlichen Brasilien, insbesondere im Bundesstaat Mato Grosso do Sul. Dort bewohnt die Art langsam fließende Nebenflüsse, kleine Bäche und saisonale Überschwemmungsgebiete des Pantanal – des größten tropischen Feuchtgebiets der Erde.
Das bevorzugte Biotop besteht aus weichem, leicht saurem Wasser (pH 5,5–7,0) mit Temperaturen zwischen 23 und 27 °C. Die Gewässer sind häufig durch Huminstoffe bräunlich gefärbt (sogenanntes Schwarzwasser) und weisen eine dichte Ufervegetation auf. Am Gewässergrund finden sich Laub, Totholz und Wurzeln, die dem Schwarzen Neon Deckung bieten. Im Habitat lebt die Art in Bereichen mit gedämpftem Lichteinfall, da die Baumkronen des umliegenden Uferwaldes das direkte Sonnenlicht abschirmen.
Ernährung
Der Schwarze Neon ist ein Allesfresser (Omnivor) mit einer Tendenz zur Insektivorie. In seinem natürlichen Lebensraum ernährt er sich vorwiegend von Kleinstlebewesen: Mückenlarven, Wasserflöhen (Daphnien), Hüpferlingen (Copepoden), kleinen Würmern und anderen wirbellosen Organismen. Ergänzend nimmt er pflanzliche Kost wie Algenaufwuchs und feines organisches Material auf.
Im Aquarium erweist sich die Art als unkompliziert in der Fütterung. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulatfutter werden ebenso angenommen wie Lebend- und Frostfutter. Regelmäßige Gaben von Artemia-Nauplien, Cyclops oder feinen Mückenlarven fördern die Vitalität und Farbintensität. Die Fütterung sollte in kleinen Portionen erfolgen, da der Schwarze Neon eine geringe Maulöffnung hat und große Futterbrocken nicht verwerten kann.
Verhalten & Lebensweise
Der Schwarze Neon ist ein ausgesprochener Schwarmfisch, der in der Natur in Gruppen von mehreren Dutzend bis hundert Individuen lebt. Im Schwarm zeigt er ein synchrones Schwimmverhalten, das der Feindvermeidung dient. Die Art ist tagaktiv und hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserschichten auf. In der Dämmerung zieht sich der Schwarm in dicht bewachsene oder strukturreiche Bereiche zurück.
Innerhalb der Gruppe herrscht eine lockere Hierarchie. Männchen zeigen gelegentlich Imponierverhalten gegenüber Rivalen, wobei sie ihre Flossen spreizen und ihre Farben intensivieren. Aggressives Verhalten tritt dabei kaum auf – die Auseinandersetzungen bleiben auf kurze Scheinkämpfe beschränkt. Gegenüber anderen Fischarten verhält sich der Schwarze Neon friedlich, weshalb er als idealer Beifisch in Gesellschaftsaquarien gilt.
Für die Aquarienhaltung wird eine Gruppengröße von mindestens zehn Exemplaren empfohlen, damit das natürliche Schwarmverhalten zur Geltung kommt. Einzeln oder in Kleinstgruppen gehaltene Tiere zeigen oft Stressymptome wie Blässe, Schreckhaftigkeit und Appetitlosigkeit.
Fortpflanzung & Aufzucht
Der Schwarze Neon ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Zur Balz stellt das Männchen seine Flossen auf und umkreist das Weibchen mit intensivierter Färbung. Die Laichabgabe erfolgt bevorzugt in den frühen Morgenstunden, ausgelöst durch einfallendes Licht. Das Weibchen gibt dabei portionsweise bis zu 200 klebrige Eier ab, die zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder an Wurzeln haften bleiben.
Die Elterntiere betreiben keinerlei Brutpflege und stellen dem eigenen Laich nach. In der Aquaristik werden die Elterntiere deshalb unmittelbar nach dem Laichvorgang aus dem Zuchtbecken entfernt. Die Eier sind lichtempfindlich, weshalb das Zuchtbecken abgedunkelt werden sollte. Nach etwa 24–36 Stunden schlüpfen die Lar