Schwarzer Phantomsalmler
STierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Hyphessobrycon megalopterus
- Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
- Familie: Echte Salmler (Characidae)
- Gattung: Hyphessobrycon
- Lebensraum: Langsam fließende Gewässer und stehende Nebengewässer im Einzugsgebiet des Rio Guaporé, Brasilien und Bolivien
- Größe: 4–4,5 cm (selten bis 5 cm)
- Gewicht: ca. 1–2 g
- Lebenserwartung: 3–5 Jahre, in guter Aquarienhaltung gelegentlich bis 6 Jahre
Aussehen & Merkmale
Der Schwarze Phantomsalmler besitzt einen seitlich stark abgeflachten, hochrückigen Körper, der an die typische Salmlerform erinnert. Die Grundfärbung variiert je nach Geschlecht erheblich: Männchen zeigen eine rauchig-dunkelgraue bis nahezu schwarze Körperfärbung, die sich bei Erregung und während der Balz deutlich verstärkt. Weibchen hingegen sind insgesamt heller gefärbt und weisen einen rötlichen bis kupferfarbenen Schimmer auf, besonders an den Brust- und Afterflossen.
Ein auffälliges Merkmal beider Geschlechter ist ein markanter, vertikal stehender schwarzer Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel, der von einem hellen Hof umgeben sein kann. Die Schuppen sind fein und sitzen eng an. Die Rückenflosse (Dorsale) der Männchen ist stark verlängert und segelförmig ausgezogen – ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus, der die Art von vielen anderen Salmlern unterscheidet. Weibchen besitzen ebenfalls eine hohe Rückenflosse, die jedoch kürzer bleibt und rötlich gefärbt ist. Die Fettflosse, ein typisches Merkmal der Salmlerartigen, ist bei beiden Geschlechtern vorhanden.
Im Vergleich zum nahe verwandten Roten Phantomsalmler (Hyphessobrycon sweglesi) fehlt dem Schwarzen Phantomsalmler die namensgebende Rotfärbung im Gesamterscheinungsbild, obwohl die Weibchen durchaus rötliche Farbtöne zeigen können. Die Verwechslungsgefahr zwischen beiden Arten besteht vor allem bei Jungtieren und Weibchen.
Lebensraum & Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schwarzen Phantomsalmlers liegt im zentralen Südamerika, genauer im Einzugsgebiet des Rio Guaporé (auf bolivianischer Seite als Rio Iténez bekannt), der die Grenze zwischen Brasilien und Bolivien bildet. Dort besiedelt die Art bevorzugt langsam fließende, pflanzenreiche Uferzonen sowie stehende Nebengewässer und Überschwemmungsflächen.
Das Habitat zeichnet sich durch weiches, saures bis leicht saures Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0 aus. Die Gesamthärte liegt in der Natur oft unter 10 °dGH. Der Bodengrund besteht typischerweise aus Sand, Falllaub und verrottendem Pflanzenmaterial, wodurch das Wasser eine bräunliche Tönung (sogenanntes Schwarzwasser oder Klarwasser) annimmt. Die Wassertemperaturen im Biotop bewegen sich zwischen 22 und 28 °C. Dichte Vegetation aus Schwimm- und Unterwasserpflanzen bietet der Art Deckung vor Fressfeinden.
Ernährung
In seiner natürlichen Umgebung ernährt sich der Schwarze Phantomsalmler omnivor. Er nimmt kleine Wirbellose wie Insektenlarven, Kleinkrebse (z. B. Daphnien und Copepoden), Würmer und Mückenlarven auf. Pflanzliche Bestandteile wie Algen und Detritus ergänzen den Speiseplan.
Im Aquarium ist die Art anspruchslos und akzeptiert handelsübliches Flockenfutter, Granulatfutter sowie Frost- und Lebendfutter. Eine abwechslungsreiche Fütterung, die regelmäßig Lebend- oder Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops oder Weiße Mückenlarven einschließt, fördert die Farbintensität und das natürliche Verhalten. Die Futtergabe sollte in kleinen Portionen erfolgen, da die Tiere mit ihrem relativ kleinen Maul nur begrenzte Mengen aufnehmen können.
Verhalten & Lebensweise
Der Schwarze Phantomsalmler ist ein tagaktiver Schwarmfisch, der in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren gehalten werden sollte. In der Natur bilden sich lockere Verbände, die in den mittleren Wasserschichten stehen. Die Tiere sind grundsätzlich friedlich und eignen sich gut für ein Gesellschaftsbecken mit anderen südamerikanischen Arten ähnlicher Größe, etwa Neonsalmlern, Panzerwelsen oder Zwergbuntbarschen.
Innerhalb der Gruppe zeigen die Männchen ein ausgeprägtes Imponierverhalten. Dabei stellen sie sich parallel oder leicht versetzt zueinander auf, spreizen sämtliche Flossen maximal auf und nehmen eine besonders dunkle Körperfärbung an. Diese ritualisierten Kommentkämpfe laufen meist ohne Verletzungen ab und dienen der Rangordnung sowie der Weibchenwerbung. Gelegentlich kann leichtes Zupfen an den Flossen eines Rivalen beobachtet werden, ernsthafte Beschädigungen sind jedoch selten.
Bei zu geringer Gruppengröße oder zu kleinem Beckenvolumen können die Männchen untereinander stressbedingt aggressiver werden. Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge mit dichter Randbepflanzung und freiem Schwimmraum im Zentrum bietet geeignete Bedingungen. Wurzeln und Schwimmpflanzen als Sichtschutz und Strukturelemente tragen dazu bei, das Revierverhalten zu entschärfen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Fortpflanzung des Schwarzen Phantomsalmlers ist im Aquarium möglich, erfordert aber gezielte Vorbereitung. Als Freilaicher geben die Weibchen ihre Eier bevorzugt über feinfiedrigen Pflanzen wie Javamoos oder Laichmoppen ab. Zuvor zeigt das Männchen eine intensive Balz, bei der es das Weibchen mit gespreizten Flossen umkreist und in die Pflanzenregion lockt.
Pro Laichvor