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Schwarzkolbiger Braundickkopffalter

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge & Motten – weitere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Thymelicus acteon
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Dickkopffalter (Hesperiidae)
  • Unterfamilie: Hesperiinae
  • Gattung: Thymelicus
  • Lebensraum: Trockenrasen, magere Wiesen, warme Säume und Böschungen
  • Flügelspannweite: 25–30 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,2 g
  • Lebenserwartung: Imagines etwa 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus ein Jahr

Aussehen & Merkmale

Der Schwarzkolbige Braundickkopffalter ist ein kleiner, kompakt gebauter Tagfalter mit der für Dickkopffalter typischen gedrungenen Körperform und dem breiten, kräftigen Kopf. Die Flügeloberseiten sind einheitlich ockerbraun bis orangebraun gefärbt, wobei die Ränder von einem schmalen dunklen Saum eingefasst werden. Auf den Vorderflügeln der Männchen verläuft ein kurzer, schmaler Duftschuppenstreifen (Androkonialfleck), der als dunkle Linie erkennbar ist. Die Flügelunterseiten erscheinen etwas blasser und zeigen einen leicht olivgrünen bis gelbbraunen Ton ohne auffällige Zeichnungselemente.

Das namensgebende Merkmal dieser Art sind die Fühlerkolben: Ihre Spitzen sind auf der Unterseite deutlich schwarz gefärbt. Genau dieses Detail unterscheidet Thymelicus acteon zuverlässig von der nah verwandten Art, dem Braunkolbigen Braundickkopffalter (Thymelicus sylvestris), dessen Fühlerkolben unterseits orange bis bräunlich gefärbt sind. Die Unterscheidung beider Arten im Feld erfordert genaues Hinsehen, da sie sich in Größe, Flügelform und Grundfärbung sehr ähneln. Der Körper ist dicht behaart, was dem Falter ein pelziges Erscheinungsbild verleiht und zur Thermoregulation beiträgt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzkolbigen Braundickkopffalters erstreckt sich über weite Teile Süd- und Mitteleuropas, von der Iberischen Halbinsel und Nordafrika über Frankreich, die Schweiz und Süddeutschland bis nach Kleinasien und in den Kaukasus. In Mitteleuropa liegt der Verbreitungsschwerpunkt in klimatisch begünstigten Regionen mit warmem, trockenem Klima. In Deutschland kommt die Art vor allem in den wärmeren Gebieten der südlichen und westlichen Bundesländer vor, etwa am Oberrhein, im Mittelrheintal, an der Mosel und in Teilen Bayerns. Nördlich der Mittelgebirge wird sie zunehmend selten.

Als Habitat bevorzugt Thymelicus acteon magere, extensiv genutzte Trocken- und Halbtrockenrasen, blütenreiche Wegränder, warme Böschungen, Weinbergsbrachen und lichte Waldsäume. Entscheidend für das Vorkommen ist das Vorhandensein kurzrasiger, lückiger Grasbestände an sonnenexponierten Standorten. Die Art ist eng an bestimmte Biotope gebunden und reagiert empfindlich auf Veränderungen der Landnutzung.

Ernährung

Die Imagines saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen, darunter Flockenblumen (Centaurea), Disteln (Cirsium, Carduus), Dost (Origanum vulgare), Thymian (Thymus) und weitere Arten der Trockenrasenflora. Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräsern. Zu den nachgewiesenen Raupennahrungspflanzen zählen Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), Schaf-Schwingel (Festuca ovina) und weitere Süßgräser (Poaceae). Die enge Bindung an bestimmte Grasarten in mageren Beständen macht die Art abhängig von extensiver Grünlandbewirtschaftung.

Verhalten & Lebensweise

Der Schwarzkolbige Braundickkopffalter ist tagaktiv und fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin). Die Flugzeit erstreckt sich je nach Höhenlage und Region von Ende Mai bis Anfang August, mit einem Schwerpunkt im Juni und Juli. Die Falter sind standorttreu und halten sich in der Regel in unmittelbarer Nähe ihrer Larvalhabitate auf. Ihr Flug ist typisch für Dickkopffalter: schnell, niedrig über der Vegetation und mit abrupten Richtungswechseln. In Ruhephasen sitzen die Tiere häufig mit halb geöffneten oder schräg gestellten Flügeln auf Grashalmen oder Blütenständen – eine für die Familie charakteristische Haltung.

Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten und besetzen exponierte Sitzwarten auf Grashalmen oder niedrigen Pflanzen, von denen aus sie vorbeifliegende Artgenossen und andere Insekten verfolgen. Die Balz besteht aus kurzen Verfolgungsflügen, bei denen das Männchen das Weibchen umkreist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Weibchen legen ihre Eier in kleinen Gruppen (Gelegen von 5–15 Eiern) zwischen die Blattscheiden von Gräsern. Diese Eiablage in geschützten Positionen der Grashalme ist ein typisches Verhalten der Gattung Thymelicus. Die Eier überwintern – ein wesentlicher Unterschied zu Thymelicus sylvestris, bei dem die frisch geschlüpften Raupen überwintern. Im Frühjahr schlüpfen die Raupen und beginnen an den jungen Grasblättern zu fressen. Die Raupen sind grün gefärbt mit feinen hellen Längslinien und leben versteckt in zusammengesponnenen Grasblättern, die ihnen als Fraßröhre dienen. Die Verpuppung erfolgt in einem lockeren Gespinst zwischen Grashalmen bodennah. Die gesamte Entwicklung vom Ei über mehrere Raupenstadien und die Puppe bis zum Falter dauert etwa ein Jahr.

Bedrohung & Schutzstatus

In der Roten Liste Deutschlands wird der Schwarzkolbige Braundickkopffalter als