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Schwarzleguan

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Tierart – Reptilien > Echsen – Agamen & Leguane

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Ctenosaura similis
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
  • Familie: Leguane (Iguanidae)
  • Gattung: Schwarzleguane (Ctenosaura)
  • Lebensraum: Trockenwälder, Savannen, Küstengebiete, Felsenlandschaften in Mittelamerika
  • Größe: 100–130 cm Gesamtlänge (Kopf-Rumpf-Länge bis ca. 50 cm)
  • Gewicht: 1–5 kg, je nach Geschlecht und Alter
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Schwarzleguan gehört zu den größten Vertretern der Gattung Ctenosaura. Adulte Männchen erreichen eine Gesamtlänge von über einem Meter, wobei der Schwanz etwa zwei Drittel der Körperlänge ausmacht. Die Grundfärbung variiert mit dem Alter erheblich: Jungtiere sind überwiegend olivgrün bis leuchtend grün gefärbt, während ausgewachsene Exemplare – insbesondere Männchen – eine dunkelgraue bis tiefschwarze Körperfärbung entwickeln, die der Art ihren deutschen Namen eingebracht hat. Weibchen und subadulte Tiere zeigen häufig noch Reste einer Querbänderung auf dem Rücken.

Charakteristisch sind die stachelartigen, vergrößerten Schuppen am Schwanz, die in deutlich abgesetzten Wirteln (Ringen) angeordnet sind. Dieses Merkmal unterscheidet die Gattung Ctenosaura auf den ersten Blick von den nah verwandten Grünen Leguanen (Iguana iguana). Der Kopf ist massig und dreieckig, mit kräftigen Kiefern und gut sichtbaren Trommelfellen. Entlang des Rückens verläuft ein niedriger Kamm aus verlängerten Schuppen, der bei Männchen stärker ausgeprägt ist als bei Weibchen. Die Extremitäten sind kräftig gebaut und enden in langen Zehen mit scharfen Krallen, die dem Tier das Klettern auf Felsen und Bäumen ermöglichen.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schwarzleguans erstreckt sich von Südmexiko über Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica bis nach Panama. Eingeführte Populationen existieren zudem in Teilen Südfloridas sowie auf einigen Karibikinseln, wo die Art als invasiv gilt und einheimische Ökosysteme beeinträchtigen kann.

Als Habitat bevorzugt Ctenosaura similis offene bis halboffene Landschaften: Trockenwälder, felsige Küstenabschnitte, Savannen und lichte Waldränder. Die Tiere besiedeln auch anthropogen veränderte Biotope wie Ruinengelände, Steinmauern, Gärten und Parkanlagen. Entscheidend für die Wahl des Lebensraums ist das Vorhandensein geeigneter Sonnenplätze und Versteckmöglichkeiten in Form von Felsspalten, Höhlen oder hohlen Bäumen. In höheren Lagen über 1.200 Metern kommt die Art nur selten vor.

Ernährung

Der Schwarzleguan ist ein Allesfresser (omnivor) mit einer altersbedingten Verschiebung im Nahrungsspektrum. Jungtiere ernähren sich überwiegend von Insekten, Spinnen und anderen Wirbellosen – tierische Nahrung deckt bei ihnen bis zu 80 Prozent der Energiezufuhr. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Ernährung zugunsten pflanzlicher Kost. Adulte Schwarzleguane fressen hauptsächlich Blätter, Blüten, Früchte und Samen. Gelegentlich nehmen auch ausgewachsene Tiere tierische Nahrung zu sich, darunter Insekten, kleine Wirbeltiere wie Anolis-Echsen, Vogeleier und Nestlinge.

Diese ontogenetische Nahrungsumstellung ist typisch für viele Leguanarten und steht in Zusammenhang mit dem Wachstum des Verdauungstrakts: Der Blinddarm vergrößert sich mit dem Alter relativ zum Körper und ermöglicht eine effizientere Fermentation pflanzlicher Zellulose durch symbiontische Darmbakterien.

Verhalten & Lebensweise

Ctenosaura similis ist tagaktiv und verbringt einen großen Teil des Tages mit Thermoregulation. Morgens suchen die Tiere exponierte Sonnenplätze auf, um ihre Körpertemperatur auf das bevorzugte Niveau von etwa 35–38 °C zu bringen. Bei Erreichen der Optimaltemperatur beginnen sie mit der Nahrungssuche.

Männchen sind territorial und verteidigen ihr Revier gegenüber Rivalen. Zur Drohdisplay-Repertoire gehören seitliches Abflachen des Körpers, Aufrichten auf den Vorderbeinen und rhythmisches Kopfnicken. Ernsthafte Revierkämpfe zwischen Männchen beinhalten Bisse und Schwanzschläge, können jedoch auch ritualisiert ablaufen. Der stachelbewehrte Schwanz dient dabei sowohl als Waffe als auch passiv als Schutz: In Felsspalten zurückgezogen, kann das Tier den Schwanz als stachelige Barriere einsetzen.

Schwarzleguane gelten als die schnellsten Echsen der Welt. Wissenschaftliche Messungen ergaben Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 34,6 km/h – ein Wert, der im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet ist. Diese Schnelligkeit nutzen die Tiere vor allem zur Flucht vor Fressfeinden wie Greifvögeln, Schlangen und Raubkatzen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Trockenzeit, typischerweise zwischen Februar und April. Während der Balz zeigen Männchen intensive Kopfnickbewegungen und patroullieren ihr Revier verstärkt. Dominante Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen (Polygynie).

Etwa sechs bis acht Wochen nach der Paarung gräbt das Weibchen eine Nesthöhle in sandiges oder lockeres Erdreich und legt dort zwischen 20 und 50 Eier ab,