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Schwertträger

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Xiphophorus hellerii
  • Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
  • Familie: Lebendgebärende Zahnkarpfen (Poeciliidae)
  • Gattung: Xiphophorus
  • Lebensraum: Fließende und stehende Süßgewässer Mittelamerikas
  • Größe: Männchen 8–10 cm (mit Schwertfortsatz bis 14 cm), Weibchen 10–12 cm
  • Gewicht: 5–12 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Schwertträger verdankt seinen deutschen Namen dem auffälligen, schwertförmigen Fortsatz an der unteren Schwanzflosse der Männchen. Dieses „Schwert" kann bis zu einem Drittel der gesamten Körperlänge ausmachen und ist meist leuchtend gelb bis grünlich gefärbt, mit einem dunklen Randsaum an Ober- und Unterkante. Weibchen besitzen diesen Fortsatz nicht und sind insgesamt etwas fülliger gebaut.

Die Wildform zeigt eine olivgrüne bis bräunliche Grundfärbung mit einem rötlich schimmernden Längsstreifen, der sich von der Kiemenregion bis zur Schwanzwurzel erstreckt. Der Körper ist seitlich leicht abgeflacht und langgestreckt, die Schuppen sitzen in gleichmäßigen Reihen. Durch Jahrzehnte selektiver Zucht existieren heute zahlreiche Farbschläge – von leuchtendem Rot über Schwarz und Orange bis hin zu mehrfarbigen Varianten wie dem sogenannten Koi-Schwertträger. Auch Zuchtformen mit verlängerten Flossen (Lyratail, Hi-Fin) sind im Aquarienhandel verbreitet.

Ein taxonomisch bedeutsames Merkmal der Gattung Xiphophorus ist das Gonopodium der Männchen – eine zu einem Begattungsorgan umgebildete Afterflosse, die für alle Vertreter der Familie Poeciliidae typisch ist.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Schwertträgers erstreckt sich von der atlantischen Küstenseite Mexikos über Guatemala und Belize bis nach Honduras. Die Art besiedelt ein breites Spektrum an Süßwasser-Habitaten: schnell fließende Bäche und Flüsse ebenso wie ruhige Lagunen, Teiche und sumpfige Tieflandgewässer. Bevorzugt werden Biotope mit dichtem Pflanzenwuchs, der Deckung vor Fressfeinden bietet.

Schwertträger tolerieren einen weiten Bereich an Wasserparametern. Die Wassertemperatur in ihren natürlichen Habitaten liegt zwischen 22 und 28 °C, der pH-Wert bewegt sich meist im leicht alkalischen Bereich zwischen 7,0 und 8,3. Auch leicht brackiges Wasser wird gelegentlich besiedelt. Durch Aussetzung und Verwilderung aquaristischer Bestände hat sich die Art mittlerweile als Neozoon in zahlreichen tropischen und subtropischen Regionen weltweit etabliert, darunter in Teilen Afrikas, Asiens, Australiens und auf Hawaii.

Ernährung

Der Schwertträger ist ein Allesfresser (Omnivore) mit einer Tendenz zu pflanzlicher Kost. In freier Wildbahn frisst er Algenaufwuchs, Detritus, Insektenlarven, Kleinkrebse und andere wirbellose Organismen. Ein erheblicher Anteil seiner Nahrung besteht aus fadenförmigen Grünalgen und aufwuchsbildenden Mikroorganismen, die er von Steinen und Pflanzenoberflächen abweidet.

Im Aquarium nimmt er handelsübliches Flockenfutter, Granulat und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnia) bereitwillig an. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen Anteilen – etwa Spirulina-Flocken, überbrühter Spinat oder Erbsen – fördert die Vitalität und Farbintensität. Aufgrund seines relativ langen Darmtrakts, der auf die Verwertung pflanzlicher Nahrung ausgelegt ist, sollte pflanzliche Kost regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Verhalten & Lebensweise

Schwertträger sind tagaktive Fische, die sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten aufhalten. Sie leben in losen Gruppen ohne feste soziale Hierarchie, wobei Männchen untereinander durchaus rivalisierende Verhaltensweisen zeigen. Dominante Männchen vertreiben Konkurrenten durch Imponierverhalten – dabei wird das Schwert aufgespreizt, der Körper seitlich präsentiert und der Rivale bedrängt. Zu echten Verletzungen kommt es dabei selten.

Im Aquarium empfiehlt sich die Haltung in Gruppen mit einem Männchenüberschuss von Weibchen (Verhältnis 1:2 oder 1:3), um die Belästigung einzelner Weibchen durch paarungswillige Männchen zu reduzieren. Das Becken sollte mindestens 100 Liter fassen und dicht bepflanzte Zonen als Rückzugsmöglichkeit bieten. Schwertträger sind gute Schwimmer und neigen dazu, aus offenen Becken zu springen – eine Abdeckung ist daher ratsam.

Die Vergesellschaftung mit anderen friedlichen Fischarten ähnlicher Größe – etwa Platys (Xiphophorus maculatus), Mollys (Poecilia sphenops) oder Panzerwelsen (Corydoras) – ist in der Regel problemlos möglich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Als Vertreter der Lebendgebärenden Zahnkarpfen bringt der Schwertträger keine Eier, sondern voll entwickelte Jungfische zur Welt (Ovoviviparie). Die Befruchtung erfolgt intern: Das Männchen überträgt mit dem Gonopodium Spermienpakete in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Eine Besonderheit ist die Fähigkeit des Weibchens, Spermien über mehrere Monate zu speichern und damit auch ohne erneute Paarung mehrere Würfe hervorzubringen.

Die Tragzeit beträgt je nach Wassertemperatur 24 bis 35 Tage. Ein Wurf umfasst zwischen 20 und 80 Jungfische, bei großen Weibchen gelegentlich über 100. Die Neugeborenen sind etwa 8–10 mm lang und sofort schwimmfähig. Da Schwertträger