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Seelachs

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pollachius virens
  • Ordnung: Dorschartige (Gadiformes)
  • Familie: Dorsche (Gadidae)
  • Gattung: Pollachius
  • Lebensraum: Küstennahe und pelagische Zonen des Nordatlantiks, bevorzugt kühle Gewässer in Tiefen von 0 bis 300 Metern
  • Größe: Durchschnittlich 60–90 cm, maximal bis 130 cm
  • Gewicht: Durchschnittlich 3–12 kg, Einzeltiere bis über 20 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Seelachs – im Handel auch als Köhler bezeichnet – ist ein torpedoförmiger, seitlich leicht abgeflachter Knochenfisch mit stromlinienförmigem Körperbau. Die Grundfärbung der Oberseite reicht von dunkelgrün über olivbraun bis nahezu schwarz, die Flanken sind heller und schimmern silbrig, während die Bauchseite weißlich bis grau gefärbt ist. Diese Färbung dient als Tarnung gegenüber Fressfeinden: Von oben verschmilzt der Fisch mit dem dunklen Meeresgrund, von unten mit der hellen Wasseroberfläche.

Wie alle Dorschartigen besitzt der Seelachs drei Rückenflossen und zwei Afterflossen. Die Schwanzflosse ist deutlich gegabelt, was auf einen ausdauernden, aktiven Schwimmer hinweist. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem eng verwandten Pollack (Pollachius pollachius) ist die gerade, hell gefärbte Seitenlinie. Beim Pollack verläuft diese über der Brustflosse in einem deutlichen Bogen. Der Unterkiefer des Seelachses ragt leicht über den Oberkiefer hinaus. Ein Kinnbartel, wie er beim Kabeljau (Gadus morhua) typisch ist, fehlt beim erwachsenen Seelachs oder ist nur rudimentär vorhanden. Die Schuppen sind klein, rundlich (cycloid) und sitzen fest in der Haut.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Seelachses erstreckt sich über den gesamten Nordatlantik. Auf der europäischen Seite reicht es von der Biskaya über die Britischen Inseln, die Nord- und Ostsee, die Gewässer um Island und die Färöer bis hinauf zur Barentssee und den Küsten Nordnorwegens einschließlich Spitzbergens. Auf der nordamerikanischen Seite kommt die Art von der Küste Neuenglands bis nach Labrador und Grönland vor.

Das bevorzugte Habitat des Seelachses sind kühle, sauerstoffreiche Gewässer mit Temperaturen zwischen 4 und 12 °C. Adulte Tiere halten sich überwiegend im freien Wasser (pelagisch) über dem Kontinentalschelf auf, oft in Tiefen zwischen 100 und 250 Metern. Juvenile Seelachse leben dagegen häufig küstennah in flacheren Gewässern, in Fjorden, Buchten und über Felsgrund, wo sie zwischen Tangwäldern Schutz vor Räubern finden. Mit zunehmendem Alter wandern die Tiere in tiefere, offenere Meeresgebiete ab.

Ernährung

Der Seelachs ist ein opportunistischer Raubfisch. Seine Nahrung variiert je nach Alter, Jahreszeit und Angebot im jeweiligen Biotop. Jungfische ernähren sich vorwiegend von Zooplankton, insbesondere von Ruderfußkrebsen (Copepoden) und Krill. Mit zunehmender Körpergröße verschiebt sich das Nahrungsspektrum hin zu kleinen Schwarmfischen. Heringe, Sprotten, Sandaale und junge Artgenossen bilden dann den Hauptteil der Beute. Auch Krebstiere und gelegentlich Tintenfische werden gefressen.

Seelachse jagen häufig in koordinierten Schwärmen. Dabei treiben sie Beutefischschwärme an die Wasseroberfläche oder gegen Felsstrukturen und schneiden ihnen so den Fluchtweg ab. Dieses kooperative Jagdverhalten ist bei großen Schwärmen gut dokumentiert und sorgt regelmäßig für spektakuläre Oberflächenaktivität, die auch Seevögel anlockt.

Verhalten & Lebensweise

Der Seelachs ist ein ausgesprochener Schwarmfisch. Vor allem Jungtiere und subadulte Exemplare bilden teilweise riesige Ansammlungen von mehreren tausend Individuen. Diese Schwärme bewegen sich auf ausgedehnten Wanderungen zwischen Laich-, Fress- und Überwinterungsgebieten. In der Nordsee etwa ziehen adulte Seelachse im Herbst und Winter zu den Laichgründen nördlich Schottlands oder vor die norwegische Küste und kehren im Frühjahr in die Nahrungsgebiete zurück.

Die Art ist überwiegend tagaktiv, wobei die Jagdaktivität in der Morgen- und Abenddämmerung am höchsten ist. Seelachse sind ausdauernde und schnelle Schwimmer, was sich in ihrer stromlinienförmigen Gestalt und der kräftig gegabelten Schwanzflosse widerspiegelt. Sie halten sich bevorzugt in Bereichen mit starker Strömung und guter Durchmischung des Wassers auf, da dort die Dichte an Beuteorganismen besonders hoch ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife erreichen Seelachse je nach Population und Wassertemperatur zwischen dem vierten und dem achten Lebensjahr. Die Laichzeit fällt in den Zeitraum von Januar bis April, mit regionalen Unterschieden. Wichtige Laichgebiete liegen vor der norwegischen Westküste, um die Shetlandinseln, vor Island und auf den Bänken südlich der Färöer.

Die Weibchen geben je nach Körpergröße zwischen 200.000 und mehreren Millionen frei treibende, pelagische Eier ins Wasser ab, die vom Männchen extern befruchtet werden. Eine Balz im engeren Sinne ist nicht beschrieben; die Tiere laichen in großen Schwärmen, wobei die synchrone Abgabe von Eiern und Spermien die Befruchtungsrate maximiert. Die Eier und späteren Larven treiben mit der Strömung und werden über weite Strecken verdriftet. Die Larven ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack und beginnen