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Seenadel

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Syngnathinae (Unterfamilie); zahlreiche Gattungen, u. a. Syngnathus, Nerophis, Dunckerocampus, Doryrhamphus
  • Ordnung: Seenadelartige (Syngnathiformes)
  • Familie: Seenadeln und Seepferdchen (Syngnathidae)
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete, Seegraswiesen, Korallenriffe, Mangrovenzonen; wenige Arten auch im Brack- und Süßwasser
  • Größe: Je nach Art 5–60 cm, einzelne Arten bis 65 cm
  • Gewicht: Wenige Gramm bis ca. 20 g
  • Lebenserwartung: 3–10 Jahre (artabhängig; in Aquarienhaltung teils kürzer)

Aussehen & Merkmale

Seenadeln verdanken ihren deutschen Namen dem extrem langgestreckten, röhrenförmigen Körper, der an eine große Nadel erinnert. Der Rumpf ist nicht mit klassischen Rundschuppen bedeckt, sondern von einem Panzer aus ringförmig angeordneten Knochenplatten umgeben. Diese Ringe verleihen dem Körper eine kantige, segmentierte Struktur und bieten einen gewissen Schutz vor Fressfeinden.

Der Kopf geht nahtlos in eine lange, röhrenförmige Schnauze über, an deren Ende sich ein kleines, zahnloses Maul befindet. Die Augen sind relativ groß und können unabhängig voneinander bewegt werden – ein Merkmal, das auch bei den eng verwandten Seepferdchen (Hippocampus) auftritt. Die Rückenflosse ist transparent und wird durch schnelle Wellenbewegungen zur Fortbewegung eingesetzt. Brustflossen sind meist rudimentär, Schwanz- und Bauchflossen fehlen bei vielen Arten vollständig. Das Farbspektrum reicht von grünlich-braun über rötlich bis hin zu kräftigem Orange-Rot mit hellen Bändern, wie bei der Gebänderten Seenadel (Dunckerocampus dactyliophorus).

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Seenadeln erstreckt sich über nahezu alle tropischen, subtropischen und gemäßigten Meere. Besonders artenreich sind die Gewässer des Indopazifiks und des westlichen Atlantiks. Im Mittelmeer und an europäischen Atlantikküsten sind unter anderem die Große Seenadel (Syngnathus acus) und die Kleine Seenadel (Syngnathus rostellatus) heimisch. Auch in der Nord- und Ostsee kommen einzelne Arten vor.

Als bevorzugtes Habitat dienen Seegraswiesen, Algenwälder, flache Küstengewässer und Korallenriffe. In diesen Biotopen finden Seenadeln sowohl Nahrung als auch Deckung. Manche Arten leben in Gezeitentümpeln, andere besiedeln Riffhöhlen in Tiefen bis etwa 20 Meter. Einige wenige Vertreter, etwa aus der Gattung Microphis, dringen in Flussmündungen und Süßwasserläufe vor.

Ernährung

Seenadeln sind ausschließliche Fleischfresser und ernähren sich von Kleinstlebewesen. Ihre röhrenförmige Schnauze wirkt dabei als Saugpipette: Durch ein blitzschnelles Aufreißen des Mauls wird ein Unterdruck erzeugt, der Beutetiere im Bruchteil einer Sekunde einsaugt. Dieser Mechanismus ist bei der gesamten Familie Syngnathidae verbreitet.

Zum Nahrungsspektrum gehören Copepoden (Ruderfußkrebse), Mysis-Krebse, Artemia-Nauplien, winzige Garnelen und Fischlarven. In Aquarienhaltung stellt die Ernährung eine der größten Herausforderungen dar, da viele Seenadeln ausschließlich Lebendfutter akzeptieren. Manche Arten, etwa Vertreter der Gattung Doryrhamphus, lassen sich mit Geduld an gefrorene Mysis gewöhnen.

Verhalten & Lebensweise

Seenadeln sind überwiegend tagaktive Fische, die sich langsam und bedächtig durch ihr Revier bewegen. Sie schwimmen in aufrechter oder leicht geneigter Haltung und navigieren mithilfe schneller Vibrationen der Rückenflosse. Durch ihre schlanke Gestalt und die der Umgebung angepasste Färbung sind sie hervorragend getarnt – zwischen Seegras oder Gorgonien-Ästen sind sie für Fressfeinde und Beute gleichermaßen schwer zu erkennen.

Viele Arten leben paarweise oder in kleinen, lockeren Gruppen. Eine ausgeprägte Revierbildung ist bei einigen tropischen Riffarten dokumentiert, besonders bei Putzerseenadeln der Gattung Doryrhamphus, die Putzerstationen unterhalten und dort größeren Fischen Parasiten von der Haut entfernen. Dieses symbiotische Verhalten schützt sie zugleich vor Prädation.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wie bei den verwandten Seepferdchen übernimmt bei den Seenadeln das Männchen die Brutpflege – ein unter Wirbeltieren seltenes Phänomen. Der Fortpflanzung geht eine ausgeprägte Balz voraus, bei der sich die Partner in synchronen Schwimmbewegungen umeinander winden und mitunter über mehrere Tage Paarbindungsrituale durchführen.

Das Weibchen überträgt seine Eier mithilfe einer Legeröhre (Ovipositor) auf eine spezialisierte Brutstruktur des Männchens. Je nach Art handelt es sich um eine vollständig geschlossene Bruttasche am Bauch (ähnlich der von Seepferdchen) oder um eine offene Brutrinne an der Bauchunterseite, in der die Eier lediglich durch Hautfalten gehalten werden. Das Männchen versorgt den Laich über ein gut durchblutetes Gewebe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Tragzeit beträgt je nach Art und Wassertemperatur 10 bis 30 Tage.

Die Jungtiere schlüpfen als voll entwickelte Miniaturausgaben der Adulten und sind sofort auf sich gestellt. Ihre geringe Körpergröße von wenigen Millimetern macht die Aufzucht in Gefangenschaft ä