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Seeteufel

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Lophius piscatorius
  • Ordnung: Armflosser (Lophiiformes)
  • Familie: Seeteufel (Lophiidae)
  • Gattung: Lophius
  • Lebensraum: Nordostatlantik, Mittelmeer, Schwarzes Meer; sandige und schlammige Meeresböden in Tiefen von 20 bis über 1.000 Metern
  • Größe: bis 200 cm Gesamtlänge, durchschnittlich 50–100 cm
  • Gewicht: bis etwa 57 kg
  • Lebenserwartung: ca. 20–25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Seeteufel besitzt eine der ungewöhnlichsten Körperformen unter den europäischen Meeresfischen. Sein Körper ist extrem dorsoventral abgeflacht, der Kopf überproportional groß und breit. Das enorm weite Maul ist oberständig und mit zahlreichen spitzen, nach innen gerichteten Zähnen besetzt, die ein Entweichen der Beute nahezu unmöglich machen. Die Haut ist schuppenlos, jedoch mit zahlreichen Hautlappen, Fransen und Auswüchsen bedeckt, die der Tarnung auf dem Meeresboden dienen.

Die Grundfärbung variiert von graubraun über olivgrün bis dunkelbraun, wobei die Unterseite deutlich heller – meist weißlich – gefärbt ist. Das auffälligste anatomische Merkmal ist der modifizierte erste Hartstrahl der Rückenflosse, das sogenannte Illicium. Dieser bewegliche, angel-ähnliche Fortsatz trägt an seiner Spitze einen fleischigen Hautlappen (Esca), der als Köder eingesetzt wird – daher auch die englische Bezeichnung „Anglerfish". Hinter dem Illicium befinden sich weitere, kürzere Flossenstrahlen. Die Brustflossen sind kräftig ausgebildet und sitzen an armartigen Ansätzen, was der gesamten Ordnung der Armflosser ihren Namen gibt. Die Bauchflossen sind kehlständig.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Lophius piscatorius erstreckt sich über den gesamten Nordostatlantik – von der Barentssee und den Gewässern um Island im Norden bis zu den Küsten Westafrikas und den Kanarischen Inseln im Süden. Im Mittelmeer ist die Art flächendeckend vertreten, vereinzelt kommt sie auch im westlichen Schwarzen Meer vor.

Der Seeteufel bewohnt als benthischer Fisch vorwiegend sandige, schlammige oder kiesige Substrate des Kontinentalschelfs und des oberen Kontinentalabhangs. Sein Habitat reicht von flachen Küstengewässern in etwa 20 Metern Tiefe bis in bathypelagische Zonen jenseits von 1.000 Metern, wobei die meisten Individuen in Tiefen zwischen 100 und 500 Metern angetroffen werden. Juvenile Tiere halten sich tendenziell in flacheren Bereichen auf und wandern mit zunehmendem Alter in tiefere Regionen ab.

Eine eng verwandte Art, der Schwarzbäuchige Seeteufel (Lophius budegassa), teilt große Teile dieses Verbreitungsgebiets, bevorzugt jedoch etwas wärmere Gewässer und geringere Tiefen. Beide Arten werden kommerziell befischt und im Handel häufig nicht unterschieden.

Ernährung

Der Seeteufel ist ein ausgesprochener Lauerjäger und reiner Fleischfresser. Eingegraben im Sediment oder regungslos auf dem Meeresboden liegend, ist er dank seiner Tarnung für Beutetiere nahezu unsichtbar. Nähert sich ein Fisch dem lockend bewegten Esca, schnappt das weite Maul in Bruchteilen einer Sekunde zu. Der dabei entstehende Unterdruck saugt die Beute regelrecht ein.

Sein Nahrungsspektrum umfasst eine Vielzahl von Knochenfischen – darunter Plattfische, Dorsche, Knurrhähne und kleinere Rochen. Auch Krebstiere, Tintenfische und gelegentlich Seevögel, die an der Wasseroberfläche schwimmen, gehören zur Beute. Der Seeteufel ist ein opportunistischer Fresser, der Beutetiere annimmt, die bis zu zwei Drittel seiner eigenen Körperlänge erreichen können. Dies wird durch den extrem dehnbaren Magen ermöglicht.

Verhalten & Lebensweise

Seeteufel leben einzelgängerisch und sind überwiegend standorttreu, wobei saisonale Wanderungen zu Laichgründen dokumentiert sind. Sie zeigen keine Revierverteidigung im eigentlichen Sinne, meiden aber die unmittelbare Nähe zu Artgenossen. Ihre Aktivität ist nicht streng an einen Tag-Nacht-Rhythmus gebunden; die Jagdstrategie des bewegungslosen Lauerns funktioniert lichtunabhängig.

Aufgrund ihres hochspezialisierten Jagdverhaltens verbringen Seeteufel den Großteil ihres Lebens regungslos auf dem Meeresgrund. Die armartigen Brustflossen werden dabei zum langsamen Fortbewegen über den Boden genutzt – ein eher kriechendes als schwimmendes Vorwärtskommen. Bei Gefahr können Seeteufel allerdings kurze, schnelle Schwimmstöße ausführen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit erstreckt sich je nach Region von Frühjahr bis Frühsommer. Weibchen geben dabei ein außergewöhnliches Laichprodukt ab: einen bandförmigen, gelatinösen Eischleier, der bis zu zehn Meter lang und etwa 30 Zentimeter breit werden kann. Dieser Schleier enthält bis zu eine Million Eier und treibt frei im Wasser. Nach dem Schlüpfen durchlaufen die Larven eine pelagische Phase, in der sie in den oberen Wasserschichten treiben und sich von Zooplankton ernähren. Erst ab einer Körperlänge von wenigen Zentimetern gehen die Jungfische zum bodenbewohnenden Lebensstil über.

Über ein ausgeprägtes Balzverhalten ist wenig bekannt, da die Fortpflanzung in großen Tiefen stattfindet und schwer zu beobachten ist. Im Gegensatz zu den Tiefseeanglerfischen (Ceratiidae), bei denen zwerghafte Männchen parasitisch mit Weibchen verschmelzen, leben die Geschlechter beim Seeteufel getrennt. Männchen sind durchsc