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Senfweißling

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Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Leptidea sinapis
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Weißlinge (Pieridae)
  • Unterfamilie: Dismorphiinae
  • Gattung: Leptidea
  • Lebensraum: Waldlichtungen, Magerrasen, Saumgesellschaften, Waldränder
  • Flügelspannweite: 35–48 mm
  • Gewicht: ca. 0,1–0,2 g
  • Lebenserwartung: Imagines ca. 2–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus mit Überwinterung als Puppe etwa 10–11 Monate

Aussehen & Merkmale

Der Senfweißling gehört zu den zierlichsten Vertretern der Familie der Weißlinge. Seine Flügel sind oberseits überwiegend weiß gefärbt, wobei die Vorderflügelspitzen einen grauschwarzen Apikalfleck tragen. Dieser Fleck ist bei Männchen deutlich stärker ausgeprägt als bei Weibchen, bei denen er oft nur schwach angedeutet oder ganz fehlend ist. Die Flügelunterseiten zeigen eine feine gelblich-grüne Marmorierung, die im Ruhezustand mit zusammengeklappten Flügeln als Tarnung dient.

Im Vergleich zu anderen Weißlingen wie dem Großen Kohlweißling (Pieris brassicae) oder dem Kleinen Kohlweißling (Pieris rapae) wirkt der Senfweißling deutlich graziler. Sein Körperbau ist schlank, die Fühler sind relativ kurz und kolbenförmig verdickt. Die Flügelform ist schmaler und gerundeter als bei den meisten verwandten Arten. Ein auffälliges Merkmal ist der schwankende, ungleichmäßige Flug, bei dem der Falter knapp über der Vegetation dahingleitet – ein Verhalten, das ihn im Feld gut erkennbar macht.

Es existieren saisonale Unterschiede in der Färbung: Falter der ersten Generation im Frühjahr (forma sinapis) tragen einen kräftigeren Apikalfleck, während die Sommergeneration (forma diniensis) blasser gezeichnet ist und die Unterseiten stärker gelblich wirken.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Senfweißlings erstreckt sich über weite Teile der westlichen Paläarktis – von Irland und der Iberischen Halbinsel über ganz Mitteleuropa bis nach Zentralasien und zum Baikalsee. In Skandinavien reicht das Areal bis etwa zum 64. Breitengrad. In Nordafrika fehlt die Art weitgehend.

Der bevorzugte Lebensraum umfasst lichte, strukturreiche Biotope mit einem Mosaik aus Gehölzen und krautreicher Vegetation. Typische Habitate sind Waldränder, Lichtungen, aufgelassene Steinbrüche, Magerrasen, Bahndämme und breite Weg- und Straßenränder. Entscheidend für das Vorkommen ist die Verfügbarkeit der Raupen-Futterpflanzen sowie ein gewisser Grad an Halbschatten. Geschlossene Wälder und intensiv bewirtschaftete Agrarflächen werden gemieden.

In Mitteleuropa ist der Senfweißling vom Tiefland bis in Höhenlagen von etwa 1.800 Metern anzutreffen, wobei die höchsten Nachweise aus den Alpen stammen.

Ernährung

Die Raupen des Senfweißlings ernähren sich ausschließlich von Schmetterlingsblütlern (Fabaceae). Zu den wichtigsten Futterpflanzen zählen die Gewöhnliche Vogel-Wicke (Vicia cracca), die Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis), der Hornklee (Lotus corniculatus) sowie verschiedene andere Wicken- und Platterbsenarten. Die Raupen fressen bevorzugt an den Blättern und jungen Trieben dieser Pflanzen.

Die erwachsenen Falter (Imagines) saugen Nektar an einer Vielzahl niedrigwüchsiger Blütenpflanzen. Bevorzugt werden dabei violette und blaue Blüten wie Wiesen-Flockenblume, Rotklee, Hornklee und verschiedene Storchschnabelarten. Die Falter benötigen außerdem Zugang zu feuchten Bodenstellen, um Wasser und Mineralsalze aufzunehmen.

Verhalten & Lebensweise

Der Senfweißling ist ein tagaktiver Schmetterling, der bei Sonnenschein zwischen Mai und August fliegt. In klimatisch günstigen Regionen Mitteleuropas entwickeln sich zwei Generationen pro Jahr (bivoltin): Die erste fliegt von April bis Juni, die zweite von Juli bis August. In kühleren Lagen oder nördlicheren Regionen wird häufig nur eine Generation ausgebildet (univoltin).

Die Falter halten sich bevorzugt in windgeschützten, halbschattigen Bereichen auf und zeigen eine ausgeprägte Standorttreue. Ihr Flugradius ist mit wenigen hundert Metern vergleichsweise gering, was die Art anfällig für Habitatfragmentierung macht. In den Abendstunden und bei bedecktem Himmel ruhen die Tiere mit zusammengeklappten Flügeln an Grashalmen und Stängeln, wobei ihre marmorierte Flügelunterseite eine hervorragende Tarnwirkung entfaltet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Das Paarungsverhalten des Senfweißlings umfasst ein charakteristisches Balzritual. Das Männchen nähert sich einem Weibchen im Flug und zeigt ihm die Oberseite seiner Vorderflügel. Das Weibchen signalisiert Paarungsbereitschaft durch ruhiges Verharren oder lehnt ab, indem es den Hinterleib steil nach oben streckt.

Nach der Kopulation legt das Weibchen einzeln stehende, spindelförmige Eier an die Unterseite von Blättern der Futterpflanzen. Die Eier sind zunächst weißlich und verfärben sich vor dem Schlupf gelblich. Die Raupen schlüpfen nach etwa ein bis zwei Wochen und durchlaufen fünf Larvenstadien. Sie sind grün gefärbt mit einem feinen, gelblichen Seitenstreifen, was sie an den Futterpflanzen nahezu unsichtbar macht.

Die Verpuppung erfolgt als Gürtelpuppe, die an einem Pflanzenstängel befestigt wird. Die Puppen der zweiten Generation überwintern und