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Siebenpunkt-Marienkäfer

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Coccinella septempunctata
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Familie: Marienkäfer (Coccinellidae)
  • Gattung: Coccinella
  • Lebensraum: Wiesen, Gärten, Waldränder, Felder, Parks – nahezu überall dort, wo Blattläuse vorkommen
  • Größe: 5,2–8 mm Körperlänge
  • Gewicht: ca. 20–30 mg
  • Lebenserwartung: 10–14 Monate

Aussehen & Merkmale

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist die bekannteste und häufigste Marienkäferart Europas. Sein Körper ist halbkugelförmig gewölbt und von oben betrachtet nahezu kreisrund. Die Deckflügel (Elytren) sind leuchtend rot bis orangerot gefärbt und tragen insgesamt sieben schwarze Punkte – drei auf jedem Deckflügel sowie einen gemeinsamen Punkt am Schildchen (Scutellum), der sich über die Naht beider Flügel erstreckt. Dieses Punktmuster ist konstant und dient als sicheres Bestimmungsmerkmal gegenüber anderen Arten der Familie Coccinellidae.

Der Halsschild (Pronotum) ist schwarz gefärbt und zeigt an den vorderen Seitenrändern je einen weißlichen Fleck. Die Unterseite des Körpers ist überwiegend schwarz. Wie alle Käfer besitzt der Siebenpunkt unter den harten Deckflügeln ein Paar häutiger Hinterflügel, die im Ruhezustand kunstvoll zusammengefaltet werden und zum Fliegen entfaltet werden können. Die sechs Beine sind kurz und schwarz, die Fühler keulenförmig und elfgliedrig.

Die Larven unterscheiden sich grundlegend von den erwachsenen Tieren. Sie sind langgestreckt, grau bis schwärzlich gefärbt und tragen orangefarbene Flecken an den Seiten. Ihr Körper ist mit kleinen Dornen und Warzen besetzt, was ihnen ein krokodilartiges Aussehen verleiht.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Coccinella septempunctata erstreckt sich über die gesamte Paläarktis – von Westeuropa über Nordafrika und Zentralasien bis nach Japan. In Nordamerika wurde die Art ab den 1950er-Jahren gezielt als biologischer Schädlingsbekämpfer eingeführt und hat sich dort in vielen Regionen dauerhaft etabliert.

Als Habitat bevorzugt der Siebenpunkt-Marienkäfer offene bis halboffene Biotope: Wiesen, Ruderalflächen, Hecken, Waldränder, Gärten und landwirtschaftliche Kulturflächen. Entscheidend für seine Ansiedlung ist weniger der Vegetationstyp als das Vorkommen von Blattläusen. In Mitteleuropa besiedelt er Lebensräume vom Tiefland bis in Höhenlagen von rund 2.000 Metern.

Ernährung

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ein ausgesprochener Blattlausspezialist. Sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer (Imagines) ernähren sich überwiegend von Blattläusen verschiedener Arten. Ein einzelner adulter Käfer vertilgt im Laufe seines Lebens schätzungsweise 3.000 bis 5.000 Blattläuse, eine Larve während ihrer Entwicklung etwa 400 bis 600 Stück.

Bei Blattlausmangel weicht der Siebenpunkt auf alternative Nahrungsquellen aus: Schildläuse, Spinnmilben, Eier anderer Insekten, Pollen und Nektar. Gelegentlich wurde auch Kannibalismus an Eiern und jüngeren Larven der eigenen Art beobachtet, vor allem bei hoher Populationsdichte und knapper Beute. Aufgrund seines enormen Appetits auf Blattläuse gilt der Käfer in der Landwirtschaft und im Gartenbau als einer der wirksamsten natürlichen Nützlinge.

Verhalten & Lebensweise

Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist tagaktiv und orientiert sich bei der Nahrungssuche vorwiegend optisch und über chemische Reize. Er ist ein guter Flieger und kann bei der Suche nach Blattlauskolonien beträchtliche Strecken zurücklegen.

Zu den auffälligsten Verhaltensweisen gehört die Reflexblutung (Autohämorrhoe): Bei Bedrohung durch Fressfeinde sondert der Käfer aus den Gelenkhäuten der Beine ein gelbliches, alkaloidhaltiges Sekret ab. Dieses Hämolymph-Gemisch enthält unter anderem Coccinellin und schmeckt bitter, was viele Angreifer – etwa Vögel oder Ameisen – abschreckt. Die auffällige Rotfärbung der Deckflügel dient dabei als Warntracht (Aposematismus) und signalisiert potenziellen Fressfeinden die Ungenießbarkeit.

Im Herbst suchen die Käfer geschützte Überwinterungsplätze auf: Laubstreu, Moos, Rindenspalten, Mauerritzen oder Dachböden. Dabei versammeln sich oft Dutzende bis Hunderte Individuen an geeigneten Stellen zu Überwinterungsgemeinschaften. Diese Aggregationen werden durch Pheromone gefördert und bieten einen gewissen Schutz vor Kälte und Austrocknung. Während der Winterruhe (Diapause) zehren die Käfer von ihren Fettreserven und werden erst im Frühjahr bei steigenden Temperaturen wieder aktiv.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, meist ab April, kurz nach dem Ende der Winterruhe. Männchen und Weibchen finden über Pheromone zueinander. Nach der Kopulation legt das Weibchen seine Eier in kleinen Gelegen von 10 bis 40 Stück an die Unterseite von Blättern, bevorzugt in unmittelbarer Nähe von Blattlauskolonien. Die Eier sind länglich-oval, gelblich gefärbt und etwa 1,5 mm lang.

Die Larven schlüpfen nach vier bis acht Tagen und durchlaufen vier Larvenstadien (Instare), bevor sie sich nach etwa drei bis vier Wochen verpuppen. Die Puppe heftet sich an einem Blatt oder Stängel fest. Nach einer Puppenruhe von sechs bis neun Tagen schlüpft der fertige Käfer. Seine