Silberfleck-Perlmuttfalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Boloria euphrosyne (Linnaeus, 1758)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Heliconiinae
- Gattung: Boloria
- Lebensraum: Lichte Wälder, Waldlichtungen, feuchte Wiesen, Magerrasen
- Flügelspannweite: 38–46 mm
- Gewicht: ca. 0,2–0,4 g
- Lebenserwartung: Imago ca. 3–4 Wochen; gesamter Lebenszyklus etwa ein Jahr
Aussehen & Merkmale
Der Silberfleck-Perlmuttfalter gehört zur Gruppe der Perlmuttfalter und zeigt das für diese Artengruppe typische Erscheinungsbild. Die Flügeloberseite ist leuchtend orangebraun gefärbt und von einem regelmäßigen Muster aus schwarzen Flecken, Punkten und Querlinien durchzogen. Die Zeichnung variiert je nach Population leicht, bleibt aber in ihrer Grundstruktur konstant.
Das eigentliche Erkennungsmerkmal befindet sich auf der Hinterflügelunterseite. Dort tragen die Flügel mehrere silbrig-weiß glänzende Flecken, die dem Falter seinen deutschen Namen geben. Diese Silberflecken heben sich deutlich von einem rostbraunen bis gelblichen Untergrund ab. Besonders auffällig ist ein einzelner, großer Silberfleck im Zentrum der Hinterflügelunterseite, der von einem dunklen Rand eingefasst wird. Daneben finden sich weitere kleinere Silberflecken entlang des Flügelrands.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem nahe verwandten Braunfleckigen Perlmuttfalter (Boloria selene), der jedoch einen zusätzlichen schwarzen Punkt im zentralen Silberfleck der Hinterflügelunterseite aufweist. Auch der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) ähnelt dem Silberfleck-Perlmuttfalter oberflächlich, unterscheidet sich aber durch eine abweichende Flügelunterseitenzeichnung. Der Körper ist bräunlich behaart, die Fühler enden in einer deutlich abgesetzten Keule – ein typisches Merkmal der Tagfalter.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Silberfleck-Perlmuttfalters erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Die Art kommt von Westeuropa über Skandinavien und Mitteleuropa bis nach Ostasien vor. In den Alpen besiedelt sie Höhenlagen bis etwa 2.000 Meter.
Als Habitat bevorzugt der Falter lichte, strukturreiche Wälder, Waldränder und Lichtungen. Typische Biotope sind Schlagfluren, Kahlschläge in frühen Sukzessionsstadien, aufgelichtete Mittel- und Niederwälder sowie buschige Magerrasen in Waldnähe. Entscheidend für die Eignung eines Lebensraums ist das Vorhandensein von Veilchenarten (Viola spp.) als Raupennahrungspflanzen in Kombination mit einem ausreichenden Nektarangebot für die Imagines. Die Art gilt als Indikator für extensiv bewirtschaftete oder naturnah strukturierte Waldlandschaften.
In Mitteleuropa sind die Bestände in vielen Regionen rückläufig. Besonders in Nordwestdeutschland und in den Niederlanden hat die Art in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Arealverluste erlitten. In Großbritannien, wo der Falter als „Pearl-bordered Fritillary" bekannt ist, gilt er als eine der am stärksten bedrohten Tagfalterarten.
Ernährung
Die Raupen des Silberfleck-Perlmuttfalters ernähren sich ausschließlich von Veilchenarten. Zu den bevorzugten Futterpflanzen gehören das Wald-Veilchen (Viola reichenbachiana), das Hain-Veilchen (Viola riviniana) und das Raue Veilchen (Viola hirta). Die Raupen fressen vor allem nachts und halten sich tagsüber verborgen in der bodennahen Vegetation oder unter abgefallenem Laub auf.
Die erwachsenen Falter saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen. Zu den bevorzugten Nektarquellen zählen Hahnenfuß (Ranunculus), Günsel (Ajuga reptans), Sumpf-Kratzdistel (Cirsium palustre) und verschiedene weitere Wiesenblumen. Gelegentlich nehmen die Falter auch Mineralien von feuchten Bodenstellen auf – ein Verhalten, das als „Puddling" bezeichnet wird.
Verhalten & Lebensweise
Der Silberfleck-Perlmuttfalter ist tagaktiv und fliegt bei warmem, sonnigem Wetter. Männchen zeigen ein ausgeprägtes Patrouillenverhalten: Sie fliegen entlang von Waldrändern, Schneisen und Lichtungen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Dabei verteidigen sie keine festen Reviere, sondern durchstreifen größere Areale. Bei kühlem oder bedecktem Wetter ruhen die Falter mit geschlossenen Flügeln in der Vegetation.
In Mitteleuropa fliegt die Art in einer Generation pro Jahr (univoltin), wobei die Flugzeit je nach Höhenlage und geografischer Breite von Ende April bis Anfang Juli reicht. In besonders warmen Lagen Südeuropas kann gelegentlich eine partielle zweite Generation im August auftreten. Die Falter sind vergleichsweise standorttreu und legen selten Distanzen von mehr als wenigen hundert Metern zurück, was die Besiedlung neuer Habitate erschwert.
Fortpflanzung & Aufzucht
Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln an welken Blättern, trockenen Pflanzenstängeln oder direkt auf Veilchenpflanzen in der Nähe des Bodens ab. Die Eiablage erfolgt bevorzugt an warmen, sonnenbeschienenen Stellen mit lückiger Vegetation. Die Eier sind kegelförmig und zunächst gelblich, verfärben sich aber vor dem Schlüpfen bräunlich.
Die Raupen schlüpfen nach etwa zwei bis drei