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Skolopender

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Tierart – weltweit > Insekten & Wirbellose – weltweit (weitere)

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Scolopendra (Gattung); zahlreiche Arten, z. B. Scolopendra cingulata, Scolopendra gigantea, Scolopendra subspinipes
  • Ordnung: Riesenläufer (Scolopendromorpha)
  • Familie: Skolopender (Scolopendridae)
  • Klasse: Hundertfüßer (Chilopoda)
  • Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Regionen weltweit; einige Arten auch im Mittelmeerraum
  • Größe: 10–30 cm je nach Art; Scolopendra gigantea bis über 30 cm
  • Gewicht: Etwa 5–30 g, artabhängig
  • Lebenserwartung: 5–10 Jahre, in Gefangenschaft teils länger

Aussehen & Merkmale

Skolopender gehören nicht zu den Insekten, sondern zur Klasse der Hundertfüßer (Chilopoda) und damit zu den Myriapoda – den Tausendfüßern im weiteren Sinne. Ihr Körper ist langgestreckt, dorsoventral abgeflacht und in zahlreiche gleichartige Segmente gegliedert. Jedes Rumpfsegment trägt ein einzelnes Beinpaar, wobei die meisten Skolopender-Arten 21 oder 23 Beinpaare besitzen. Die Körperfarbe variiert erheblich: Je nach Art reicht das Spektrum von gelbbraun über olivgrün bis zu leuchtendem Rotbraun oder tiefem Schwarz. Manche tropische Arten zeigen kontrastreiche Warntrachten mit orangefarbenen oder bläulichen Beinen.

Ein zentrales anatomisches Merkmal sind die zu Giftklauen umgebildeten Maxillipeden – das erste Beinpaar, das direkt hinter dem Kopf sitzt und als Werkzeug zur Überwältigung von Beute dient. Diese Forcipulae sind mit Giftdrüsen verbunden und funktionieren ähnlich wie Fangzähne. Der Kopf trägt ein Paar kräftiger Antennen sowie, je nach Art, einfache Punktaugen (Ocellen) oder gar keine Sehorgane. Das hintere Beinpaar ist bei vielen Arten auffällig verlängert und dient der sensorischen Wahrnehmung sowie der Verteidigung.

Das Exoskelett besteht aus sklerotisiertem Chitin. Es ist weniger stark verkalkt als bei manchen Krebstieren und bietet dennoch guten Schutz. Die Körperoberfläche ist glatt und leicht glänzend. Anders als bei Insekten besitzen Skolopender keine Flügel und atmen über ein Tracheensystem, dessen Stigmen seitlich an den Körpersegmenten liegen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Skolopender erstreckt sich über alle Kontinente mit Ausnahme der Antarktis. Ihr Hauptvorkommen liegt in den Tropen und Subtropen Südamerikas, Südostasiens, Afrikas und Australiens. In Europa kommt der Mittelmeer-Skolopender (Scolopendra cingulata) in Südeuropa vor – von der Iberischen Halbinsel über Südfrankreich und Italien bis nach Griechenland und in die Türkei.

Als typische Biotope dienen feuchte Laubwälder, Regenwälder, Buschland und Halbwüsten. Skolopender leben bodennah und bevorzugen dunkle, feuchte Verstecke unter Steinen, Totholz, Rinde oder in Felsspalten. Einige Arten graben flache Höhlen in lockeres Erdreich. Da sie über ihr Exoskelett leicht Wasser verlieren, meiden sie trockene, offene Habitate und sind auf eine gewisse Umgebungsfeuchtigkeit angewiesen.

Ernährung

Skolopender sind ausnahmslos räuberisch. Ihr Beutespektrum umfasst Insekten, Spinnen, andere Hundertfüßer, Asseln und Würmer. Größere Arten wie Scolopendra gigantea – der Riesenskolopender aus Venezuela und Kolumbien – erbeuten auch kleine Wirbeltiere: Eidechsen, Frösche, Mäuse und gelegentlich sogar kleine Schlangen und Fledermäuse. Die Beute wird mit den Giftklauen gepackt und durch einen schnellen Giftbiss gelähmt. Das Toxin enthält eine Mischung aus Serotonin, Histamin und verschiedenen Enzymen, die das Gewebe zersetzen und die Beute rasch immobilisieren. Die eigentliche Nahrungsaufnahme erfolgt durch die Mandibeln, mit denen das Tier die Beute zerkleinert.

Verhalten & Lebensweise

Skolopender sind überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbergen sie sich in ihren Verstecken und kommen erst in der Dämmerung oder bei Dunkelheit zur Jagd hervor. Sie sind Einzelgänger und zeigen kein soziales Verhalten. Artgenossen werden außerhalb der Paarungszeit aggressiv gemieden – Kannibalismus ist nicht ungewöhnlich.

Die Fortbewegung erfolgt schnell und wendig. Trotz der hohen Beinzahl bewegen sich Skolopender in einem koordinierten Wellenmuster, das hohe Geschwindigkeiten auf unebenem Untergrund erlaubt. Bei Bedrohung reagieren sie mit Flucht oder nehmen eine Verteidigungshaltung ein, bei der sie den Hinterleib und die verlängerten Hinterbeine dem Angreifer entgegenstrecken. Ein Biss kann auch für Menschen schmerzhaft sein: Er verursacht starke lokale Schmerzen, Schwellungen und gelegentlich Übelkeit, ist jedoch in der Regel nicht lebensbedrohlich. Allergische Reaktionen oder Sekundärinfektionen stellen das größere Risiko dar.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung der Skolopender verläuft ohne direkte Kopulation. Das Männchen legt ein Spermienpaket (Spermatophore) auf dem Boden ab, das vom Weibchen aufgenommen wird. Diesem Vorgang geht bei einigen Arten ein kurzes Balzverhalten voraus, bei dem das Männchen das Weibchen mit den Antennen berührt.

Das Weibchen legt je nach Art zwischen 10 und 50 Eier, die es zu einem Gelege zusammenfasst. Anders als viele andere Gliederfüßer betreibt das Skolopender-Weibchen aktive Brutpflege: Es