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Skorpionfisch

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Scorpaenidae (Familie), zahlreiche Gattungen und Arten, z. B. Scorpaena scrofa (Großer Roter Drachenkopf)
  • Ordnung: Barschartige (Scorpaeniformes, nach neuerer Systematik innerhalb der Perciformes)
  • Familie: Skorpionfische (Scorpaenidae)
  • Lebensraum: Tropische, subtropische und gemäßigte Meere; Korallenriffe, Felsküsten, Seegraswiesen
  • Größe: Je nach Art 10–50 cm, einzelne Arten bis 60 cm
  • Gewicht: 0,1–3 kg, Großer Roter Drachenkopf bis etwa 3 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre, in Aquarienhaltung teils über 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Skorpionfische gehören zu den am besten getarnten Meeresbewohnern überhaupt. Ihr massiger, seitlich leicht abgeflachter Körper ist mit zahlreichen Hautlappen, Fransen und Auswüchsen besetzt, die den Umriss des Fisches optisch auflösen. Die Schuppen sind ktenoid, also am Hinterrand fein gezähnt, und häufig von einer Schleimschicht überzogen, an der Algen, Sediment und kleine Organismen haften bleiben. Dadurch verschmilzt das Tier nahezu vollständig mit seinem Untergrund.

Die Grundfärbung variiert stark zwischen den Arten und selbst innerhalb einer Art je nach Habitat: Sie reicht von braunrot über graugrün bis hin zu leuchtend orange bei Tiefseeformen. Charakteristisch ist der große, breite Kopf mit einem steil abfallenden Profil und einem auffallend weiten, oberständigen Maul. Die Augen sitzen weit oben am Kopf und sind oft von kleinen Hautfortsätzen überragt.

Das wichtigste taxonomische und zugleich medizinisch relevante Merkmal sind die mit Giftdrüsen ausgestatteten Stachelstrahlen der Rückenflosse. Je nach Art besitzen Skorpionfische 11–17 solcher Stachelstrahlen, deren Basis von einer Hautscheide umgeben ist. Bei Druck – etwa wenn ein Mensch auf den Fisch tritt – wird das Gift aus den Drüsen in die Stichwunde gepresst. Zusätzlich tragen Anal- und Bauchflossen weitere bewehrte Strahlen. Die Brustflossen sind auffallend groß und fächerförmig ausgebreitet.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Familie Scorpaenidae erstreckt sich über nahezu alle Ozeane. Ein Schwerpunkt der Artenvielfalt liegt im Indopazifik, wo zahlreiche Gattungen wie Scorpaenopsis, Rhinopias und Taenianotus vorkommen. Im Mittelmeer und im östlichen Atlantik sind vor allem der Große Rote Drachenkopf (Scorpaena scrofa) und der Kleine Drachenkopf (Scorpaena porcus) heimisch. Einige Arten besiedeln auch die kühleren Gewässer vor der Küste Südafrikas und Südaustraliens.

Typische Habitate sind felsige Küstenabschnitte, Korallenriffe, Geröllfelder und Seegraswiesen in Tiefen von wenigen Metern bis über 200 Meter. Entscheidend ist das Vorhandensein von Strukturen, in denen sich der Fisch verbergen kann. Auf offenen Sandböden sind Skorpionfische dagegen selten anzutreffen. In Meeresaquarien werden sie häufig in Riffbecken gehalten, wobei eine Beckeneinrichtung mit reichlich Lebendgestein und Spalten ihrem natürlichen Biotop am nächsten kommt.

Ernährung

Skorpionfische sind ausnahmslos Raubfische und ernähren sich überwiegend von kleinen Fischen, Krebstieren und Garnelen. Ihre Jagdstrategie ist rein passiv: Sie verharren regungslos auf dem Substrat, bis ein Beutetier in Reichweite kommt. Dann öffnet sich das weit vorstülpbare Maul in Bruchteilen einer Sekunde, und das entstehende Sog zieht die Beute ein. Dieser Schnappvorgang dauert weniger als 15 Millisekunden und zählt damit zu den schnellsten Fressreaktionen unter den Knochenfischen.

In der Aquarienhaltung nehmen die meisten Arten nach einer Eingewöhnung auch Frost- und Trockenfutter an, etwa Stinte, Garnelen oder Muschelfleisch. Lebende Füttertiere sollten nur zur anfänglichen Futterumstellung eingesetzt werden. Eine Überfütterung ist zu vermeiden, da Skorpionfische einen vergleichsweise niedrigen Stoffwechsel haben und bei zu reichhaltiger Nahrung zur Verfettung neigen. Eine Fütterung alle zwei bis drei Tage genügt in der Regel.

Verhalten & Lebensweise

Skorpionfische sind überwiegend nachtaktiv und verbringen den Tag in einer selbst gewählten Ruhezone, oft halb eingegraben im Substrat oder zwischen Steinen und Korallen. Sie sind strikte Einzelgänger ohne ausgeprägte Revierverteidigung, tolerieren Artgenossen aber nur bei ausreichendem Platzangebot. Zu echten Aggressionen kommt es selten, da sich die Tiere gegenseitig meiden.

Ein auffälliges Verhalten ist die regelmäßige Häutung: Skorpionfische stoßen ihre äußere Schleimhaut in Abständen von wenigen Wochen bis Monaten ab, ähnlich einer sich schälenden Haut. Dieser Vorgang dient der Entfernung von Aufwuchsorganismen wie Algen und Parasiten und ist für den Fisch völlig normal.

Im Aquarium zeigen Skorpionfische meist ein ruhiges, wenig schwimmaktives Verhalten. Sie eignen sich daher nicht für Gesellschaftsbecken mit kleinen Fischen oder Wirbellosen, die als Nahrung enden würden. Die Vergesellschaftung mit ähnlich großen, wehrhaften Arten wie Muränen, Igelfischen oder Drückerfischen ist dagegen möglich.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzung vieler Skorpionfischarten ist vergleichsweise wenig bekannt. Bei den meisten Vertretern der Gattung Scorpaena laichen die Weibchen gallertige Eiballen ab, die frei im Wasser treiben. Diese transparenten, schle