Sommergoldhähnchen
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Regulus ignicapilla
- Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
- Familie: Goldhähnchen (Regulidae)
- Gattung: Regulus
- Größe: 8,5–9,5 cm
- Gewicht: 4–7 g
- Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Parks, Gärten mit Nadelbaumbestand
- Lebenserwartung: 2–5 Jahre
Aussehen & Merkmale
Das Sommergoldhähnchen gehört zusammen mit dem nah verwandten Wintergoldhähnchen (Regulus regulus) zu den kleinsten Vögeln Europas. Die Körperlänge beträgt kaum mehr als neun Zentimeter, das Gewicht liegt im Mittel bei etwa fünf Gramm. Damit ist dieser Singvogel leichter als eine handelsübliche Euromünze.
Das Gefieder ist oberseits olivgrün gefärbt, die Unterseite zeigt ein helles, gelblich-weißes Grau. Auffälligstes Merkmal ist der leuchtend orangegelbe bis orangerote Scheitelstreif, der beim Männchen intensiver gefärbt ist als beim Weibchen. Dieser Scheitelstreif wird seitlich von schwarzen Streifen eingefasst. Im Unterschied zum Wintergoldhähnchen besitzt das Sommergoldhähnchen einen deutlichen weißen Überaugenstreif sowie einen dunklen Augenstreif, der durch das Auge verläuft. Diese Gesichtszeichnung ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Arten. Die Augen sind dunkel, der feine, spitze Schnabel schwarz. Die Beine sind bräunlich und relativ kräftig im Verhältnis zum zierlichen Körperbau.
Jungvögel gleichen den Altvögeln weitgehend, ihnen fehlt jedoch der farbige Scheitelstreif. Dieser bildet sich erst im Laufe des ersten Lebensjahres vollständig aus.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Sommergoldhähnchens erstreckt sich über weite Teile Europas, Nordafrikas und Kleinasiens. In Mitteleuropa ist die Art ein verbreiteter Brutvogel, wobei die Bestandsdichte regional stark variiert. In Deutschland brütet das Sommergoldhähnchen flächendeckend, mit Schwerpunkten in den Mittelgebirgslagen und im Alpenvorland.
Als bevorzugtes Habitat dienen Laub- und Mischwälder mit einem Anteil an Nadelbäumen, insbesondere Fichten und Tannen. Im Vergleich zum Wintergoldhähnchen zeigt sich das Sommergoldhähnchen weniger an reine Nadelwälder gebunden und besiedelt auch lichte Laubwälder, Auwälder, verwilderte Parks und große Gärten. In südlichen Teilen des Verbreitungsgebiets kommt es auch in immergrünen Hartlaubwäldern und mediterranen Macchien vor.
In Mitteleuropa ist das Sommergoldhähnchen überwiegend ein Kurzstreckenzieher. Die meisten mitteleuropäischen Brutvögel überwintern im westlichen Mittelmeerraum. In milden Wintern bleiben einzelne Individuen auch in den Brutgebieten. Populationen aus Südeuropa und Nordafrika sind dagegen Standvögel.
Ernährung
Das Sommergoldhähnchen ernährt sich nahezu ausschließlich von Kleinstarthropoden. Auf dem Speiseplan stehen Blattläuse, Springschwänze, kleine Spinnen, Milben sowie Insektenlarven und -eier. Die Nahrungssuche findet vorwiegend in den äußeren Zweigbereichen von Bäumen statt, wobei die Vögel mit schnellen, hüpfenden Bewegungen Blätter und Nadeln absuchen. Typisch ist das sogenannte Hovern – ein kurzes Schwirren vor Blättern oder Zweigspitzen, bei dem die Vögel Beute von der Unterseite der Vegetation aufpicken.
Im Herbst werden gelegentlich auch kleine Sämereien aufgenommen, der Anteil pflanzlicher Nahrung bleibt jedoch gering. Der extrem hohe Stoffwechsel dieser winzigen Vögel erfordert eine fast ununterbrochene Nahrungsaufnahme während der Tageslichtstunden. An kurzen Wintertagen kann bereits ein mehrstündiger Nahrungsausfall zum Tod durch Unterkühlung führen.
Verhalten & Lebensweise
Sommergoldhähnchen sind tagaktive Vögel, die sich überwiegend in den Baumkronen aufhalten. Dort bewegen sie sich rastlos und geschickt durch das Geäst, häufig kopfüber hängend oder flatternd. Außerhalb der Brutzeit schließen sie sich oft gemischten Trupps an, die gemeinsam mit Meisen, Kleibern und Baumläufern durch den Wald ziehen. Diese Vergesellschaftung bietet Vorteile bei der Feindvermeidung.
Der Gesang des Männchens ist ein hohes, rhythmisch beschleunigtes Motiv, das in einem kurzen Triller endet. Die Frequenz liegt teilweise so hoch, dass ältere Menschen den Gesang nicht mehr wahrnehmen können. Die Rufe sind feine, hohe „si-si-si"-Laute, die im Klang etwas weicher und tiefer ausfallen als die des Wintergoldhähnchens.
Während der Brutzeit verteidigt das Männchen ein Revier, das je nach Habitatqualität zwischen 1.000 und 5.000 Quadratmetern umfasst. Bei der Revierverteidigung wird der orangefarbene Scheitelstreif aufgestellt und dem Rivalen präsentiert – ein Verhalten, das auch bei der Balz eine Rolle spielt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt in Mitteleuropa im April und reicht bis Juli. Das Sommergoldhähnchen führt eine monogame Saisonehe. Das Nest ist ein dickwandiger, kugelförmiger Bau mit seitlichem Eingang, der aus Moos, Flechten, Tierhaaren und Spinnweben kunstvoll zusammengefügt wird. Es hängt meist frei an dünnen Zweigen, bevorzugt im äußeren Kronenbereich von Nadelbäumen, in Höhen zwischen vier und zwölf Metern. Der Nestbau wird überwiegend vom Weibchen ausgeführt und dauert etwa zwei Wochen.
Das Gelege umfasst in der Regel 7–11 Eier, die blass rosa bis bräunlich gefärbt und fein gefleckt sind. Das