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Sprotte

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Sprattus sprattus
  • Ordnung: Heringsartige (Clupeiformes)
  • Familie: Heringe (Clupeidae)
  • Gattung: Sprattus
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete, Brackwasser; pelagisch in Tiefen von 10 bis 150 Metern
  • Größe: 10–16 cm, maximal etwa 18 cm
  • Gewicht: 10–25 g
  • Lebenserwartung: 4–6 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Sprotte ist ein kleiner, seitlich abgeflachter Schwarmfisch mit einem stromlinienförmigen Körper, der für schnelles Schwimmen in offenen Wasserschichten optimiert ist. Der Rücken ist blaugrün bis dunkelgrün gefärbt, die Flanken schimmern silbrig, und die Bauchseite ist weißlich. Die Schuppen sind dünn, rundlich (sogenannte Cycloidschuppen) und lösen sich bei Berührung leicht ab – ein typisches Merkmal der gesamten Heringsfamilie.

Auf den ersten Blick ähnelt die Sprotte dem Hering (Clupea harengus) und der Sardine (Sardina pilchardus), lässt sich jedoch anhand einiger Merkmale unterscheiden. Die Bauchkante der Sprotte weist deutlich fühlbare, scharfe Kielschuppen auf, die sich vom Brustflossenansatz bis zum After erstrecken. Diese Kielschuppen sind stärker ausgeprägt als beim Hering. Zudem fehlt der Sprotte die für den Hering typische Bezahnung am Pflugscharbein (Vomer) des Gaumens. Die Rückenflosse sitzt etwa in der Körpermitte, die Afterflosse ist relativ kurz. Die Schwanzflosse ist deutlich gegabelt. Die Augen sind verhältnismäßig groß, das Maul leicht oberständig.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Sprotte erstreckt sich über den Nordostatlantik – von der norwegischen Küste und dem Nordkap im Norden bis zur Küste Marokkos im Süden. Besonders hohe Populationsdichten finden sich in der Nordsee, der Ostsee, dem Ärmelkanal und im westlichen Mittelmeer. Auch im Schwarzen Meer kommt eine eigenständige Unterart vor, die Schwarzmeersprotte (Sprattus sprattus phalericus).

Die Sprotte bevorzugt küstennahe, flache bis mittlere Meeresgebiete und hält sich vorwiegend pelagisch auf, also im freien Wasserkörper. Sie toleriert ein breites Spektrum an Salzgehalten und dringt regelmäßig in Brackwasserzonen von Flussmündungen und Fjorden ein. In der Ostsee, die insgesamt einen niedrigeren Salzgehalt aufweist als die Nordsee, zählt sie zu den häufigsten Fischarten. Saisonale Wanderungen sind bekannt: Im Winter ziehen die Schwärme in tiefere, wärmere Wasserschichten, im Sommer nähern sie sich der Oberfläche und den Küsten.

Ernährung

Die Sprotte ist ein planktivorer Filtrierer. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Zooplankton – insbesondere Ruderfußkrebsen (Copepoden), Wasserflöhen (Cladoceren) und den Larven verschiedener Krebstiere. Daneben werden Eier und Larven anderer Fischarten aufgenommen. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch Filtrieren: Die Sprotte schwimmt mit geöffnetem Maul durch Planktonkonzentrationen und siebt die Nahrungspartikel mithilfe ihrer Kiemenreusen aus dem Wasser. Gelegentlich werden auch gezielt einzelne größere Beutetiere geschnappt.

Die Nahrungsaktivität ist tageszeitlich verschieden. Sprotten fressen bevorzugt in der Dämmerung und während der Nacht, wenn das Zooplankton aus tieferen Schichten zur Oberfläche aufsteigt – ein Phänomen, das als Diel-Vertikalwanderung bekannt ist. Die Sprotten folgen diesen vertikalen Bewegungen ihrer Beute und sind daher nachts häufiger in oberflächennahen Wasserschichten anzutreffen.

Verhalten & Lebensweise

Sprotten sind ausgeprägte Schwarmfische. Sie bilden teils riesige Schwärme, die mehrere Millionen Individuen umfassen können. Diese Schwarmbildung dient vor allem dem Schutz vor Fressfeinden – darunter Kabeljau, Makrele, Seevögel, Schweinswale und Robben. Im Schwarm bewegen sich die Fische hochgradig synchron, wobei die Koordination über das Seitenlinienorgan und visuelle Reize gesteuert wird.

Tagsüber halten sich Sprotten häufig in Tiefen von 20 bis 50 Metern auf und steigen zur Nahrungsaufnahme in den Abend- und Nachtstunden auf. Dieses Muster der vertikalen Wanderung ist ein wesentliches Element ihrer Lebensweise. In der Ostsee sind Sprotten ganzjährig präsent, zeigen aber saisonale Verlagerungen: Im Sommer verteilen sie sich über weite Flächen, im Winter konzentrieren sie sich in den tieferen Becken.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife erreichen Sprotten in der Regel im Alter von ein bis zwei Jahren bei einer Körperlänge von etwa 9 bis 11 cm. Die Laichzeit variiert je nach Region. In der Nordsee erstreckt sie sich hauptsächlich von Januar bis Juli mit einem Höhepunkt im Frühjahr, in der Ostsee von März bis August. Im Mittelmeer und im Schwarzen Meer kann die Laichzeit abweichen.

Sprotten sind Freilaicher. Die Weibchen geben ihre Eier portionsweise ins freie Wasser ab, wo sie von den Männchen befruchtet werden. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Eier sind pelagisch – sie schweben dank eines Öltröpfchens frei im Wasser – und messen etwa 0,9 bis 1,1 mm im Durchmesser. Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach etwa zwei bis vier Wochen. Die frisch geschlüpften Larven sind rund 3 mm lang und ernähren sich zunächst von ihrem Dottersack, bevor sie auf Phyto- und kleines Zooplankton umsteigen. Die Sterblichkeit in den ersten Lebenswochen ist extrem hoch; nur ein Bruchteil der Larven überlebt bis