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Stamm

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Biologie & Ökologie > Systematik & Taxonomie

Definition und Überblick

Der Stamm (lateinisch Phylum, Plural: Phyla) ist eine der höchsten Rangstufen in der biologischen Systematik und steht in der klassischen taxonomischen Hierarchie zwischen dem Reich (Regnum) und der Klasse (Classis). Er fasst Organismen zusammen, die einen gemeinsamen grundlegenden Bauplan teilen – also fundamentale Übereinstimmungen in ihrer Körperorganisation aufweisen. Im Tierreich (Animalia) werden derzeit je nach Klassifikationssystem zwischen 30 und 40 Stämme unterschieden, wobei die genaue Zahl von der jeweiligen wissenschaftlichen Auffassung abhängt.

Der Begriff wird im deutschsprachigen Raum ausschließlich für das Tierreich verwendet. Bei Pflanzen, Pilzen und anderen Organismen spricht man stattdessen von einer Abteilung (Divisio), obwohl die hierarchische Ebene dieselbe ist. Im internationalen wissenschaftlichen Sprachgebrauch hat sich der lateinische Terminus Phylum als einheitliche Bezeichnung durchgesetzt.

Stellung in der taxonomischen Hierarchie

Die biologische Systematik ordnet Lebewesen in eine aufsteigende Reihe von Kategorien ein, um ihre verwandtschaftlichen Beziehungen abzubilden. Die klassische Abfolge der Rangstufen lautet:

  • Art (Species)
  • Gattung (Genus)
  • Familie (Familia)
  • Ordnung (Ordo)
  • Klasse (Classis)
  • Stamm (Phylum)
  • Reich (Regnum)
  • Domäne (Domain)

Zwischen diesen Hauptkategorien können bei Bedarf Zwischenränge eingefügt werden. So existieren Unterstämme (Subphylum) und Überstämme (Superphylum), die zusätzliche Differenzierungen ermöglichen. Ein bekanntes Beispiel für einen Überstamm ist Ecdysozoa, der unter anderem die Stämme der Gliederfüßer und der Fadenwürmer vereint.

Wichtige Tierstämme im Überblick

Die Vielfalt der Tierstämme reicht von mikroskopisch kleinen, einfach gebauten Organismen bis zu hochkomplexen Wirbeltieren. Einige der bekanntesten und artenreichsten Stämme sind:

  • Chordata (Chordatiere) – Umfasst alle Wirbeltiere (Vertebrata) sowie die Manteltiere und Lanzettfischchen. Gemeinsames Merkmal ist die Chorda dorsalis, ein stabförmiges Achsenskelett, das zumindest im Embryonalstadium vorhanden ist.
  • Arthropoda (Gliederfüßer) – Der mit Abstand artenreichste Stamm des Tierreichs. Er schließt Insekten, Spinnentiere, Krebstiere und Tausendfüßer ein. Kennzeichnend sind ein Außenskelett aus Chitin und gegliederte Extremitäten.
  • Mollusca (Weichtiere) – Schnecken, Muscheln und Kopffüßer gehören zu diesem Stamm. Typisch ist ein ungestützter Weichkörper, der häufig von einer Kalkschale geschützt wird.
  • Annelida (Ringelwürmer) – Segmentierte Würmer wie der Regenwurm oder der Blutegel. Ihre gleichförmige Körpergliederung (Metamerie) ist das auffälligste Merkmal.
  • Cnidaria (Nesseltiere) – Quallen, Korallen und Seeanemonen. Sie besitzen spezialisierte Nesselzellen (Cnidozyten) zum Beutefang und zur Verteidigung.
  • Echinodermata (Stachelhäuter) – Seesterne, Seeigel und Seegurken mit ihrer charakteristischen fünfstrahligen Radiärsymmetrie.
  • Nematoda (Fadenwürmer) – Eine der individuenreichsten Tiergruppen der Erde, die nahezu alle Lebensräume besiedelt.
  • Porifera (Schwämme) – Die einfachsten vielzelligen Tiere ohne echte Gewebe und Organe.

Gemeinsamer Bauplan als Abgrenzungskriterium

Das entscheidende Kriterium für die Zuordnung zu einem Stamm ist der Grundbauplan (auch Körpergrundgestalt oder Bauplantypus). Dieser umfasst fundamentale Merkmale der Körperorganisation, die alle Mitglieder eines Stammes teilen – unabhängig davon, wie stark sie sich im Detail voneinander unterscheiden mögen. Solche Merkmale betreffen etwa die Körpersymmetrie (radiär oder bilateral), die Anwesenheit und Art von Keimblättern, die Entwicklung einer Leibeshöhle (Coelom), die Art der Segmentierung oder das Vorhandensein bestimmter Organsysteme.

So unterscheiden sich beispielsweise ein Kolibri und ein Blauwal äußerlich grundlegend, teilen aber als Angehörige des Stammes Chordata zentrale Baumerkmale: die Chorda dorsalis, ein dorsales Neuralrohr und Kiemenspalten im Embryonalstadium. Diese tiefgreifenden Gemeinsamkeiten wiegen systematisch schwerer als die offensichtlichen Unterschiede in Größe, Gestalt oder Lebensweise.

Phylogenetische Systematik und moderne Forschung

Die traditionelle Einteilung in Stämme basierte ursprünglich auf vergleichend-anatomischen und embryologischen Untersuchungen. Seit dem späten 20. Jahrhundert hat die molekulare Phylogenetik – also die Rekonstruktion von Verwandtschaftsverhältnissen anhand von DNA- und RNA-Sequenzen – das Verständnis der Stammesgeschichte grundlegend verändert. Zahlreiche Verwandtschaftsbeziehungen, die aufgrund morphologischer Daten vermutet wurden, konnten bestätigt oder widerlegt werden.

So zeigte die Molekularsystematik etwa, dass die Gliederfüßer (Arthropoda) näher mit den Fadenwürmern (Nematoda) verwandt sind als mit den Ringelwürmern (Annelida), obwohl Letztere ebenfalls segmentierte Körper besitzen. Diese Erkenntnis führte zur Etablierung der Großgruppe Ecdysozoa (sich hä