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Steinbutt

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Scophthalmus maximus
  • Ordnung: Plattfische (Pleuronectiformes)
  • Familie: Steinbutte (Scophthalmidae)
  • Gattung: Scophthalmus
  • Lebensraum: Küstennahe Meeresgebiete, sandige und schlammige Böden des Nordostatlantiks, der Nord- und Ostsee sowie des Mittelmeers
  • Größe: Durchschnittlich 40–70 cm, maximal bis 100 cm
  • Gewicht: Durchschnittlich 3–8 kg, Einzelexemplare bis 25 kg
  • Lebenserwartung: Bis zu 25 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Steinbutt gehört zu den größten und kräftigsten Vertretern der europäischen Plattfische. Sein Körper ist nahezu kreisrund und stark seitlich abgeflacht – eine Anpassung an das Leben am Meeresboden. Wie bei allen Plattfischen liegen beide Augen auf einer Körperseite, beim Steinbutt auf der linken, weshalb er als „linksäugiger" Plattfisch klassifiziert wird. Die Augenseite (Oberseite) zeigt eine variable Färbung, die von graubraun über olivgrün bis hin zu dunkelbraun reichen kann und mit zahlreichen dunklen und hellen Flecken durchsetzt ist. Diese Pigmentierung dient der Tarnung und wird aktiv an den jeweiligen Untergrund angepasst. Die Blindseite (Unterseite) ist hingegen weißlich.

Auffällig ist die schuppenlose Haut der Oberseite, die stattdessen mit zahlreichen knöchernen Höckern, sogenannten Tuberkeln, besetzt ist. Diese knopfartigen Erhebungen gaben dem Steinbutt seinen deutschen Namen. Die Rücken- und Afterflosse erstrecken sich über fast die gesamte Körperlänge, was dem Fisch ein breites, rautenförmiges Profil verleiht. Die Brustflossen sind vergleichsweise klein. Das große, leicht oberständige Maul mit kräftigen Kiefern verrät die räuberische Lebensweise.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Steinbutts erstreckt sich über weite Teile des Nordostatlantiks – von der norwegischen Küste und Island im Norden bis zur marokkanischen Atlantikküste im Süden. Er besiedelt die Nordsee, die westliche und südliche Ostsee sowie das gesamte Mittelmeer einschließlich des Schwarzen Meeres. In der östlichen Ostsee, wo der Salzgehalt stark abnimmt, tritt er nur noch vereinzelt auf.

Das bevorzugte Habitat sind sandige, kiesige oder schlammige Böden in Küstennähe. Steinbutte halten sich überwiegend in Tiefen zwischen 20 und 80 Metern auf, können aber auch in flacheren Gewässern ab etwa 2 Metern Tiefe vorkommen. Gelegentlich werden Exemplare in Tiefen bis 200 Metern nachgewiesen. Jungfische bevorzugen flache, küstennahe Biotope wie Sandbänke und Flussmündungen, die als Aufwuchsgebiete dienen. Mit zunehmendem Alter wandern die Tiere in tiefere Bereiche ab.

Ernährung

Der Steinbutt ist ein ausgesprochener Raubfisch. Adulte Tiere ernähren sich vorwiegend von anderen Bodenfischen wie Sandaalen, Grundeln, Jungheringen und Sprotten. Ergänzend stehen Garnelen, Krebse und andere Wirbellose auf dem Speiseplan. Jungfische fressen zunächst hauptsächlich kleine Krebstiere, darunter Flohkrebse und Mysidaceen, und stellen erst ab einer Körperlänge von etwa 15–20 cm auf Fischnahrung um.

Die Jagdstrategie des Steinbutts basiert auf Tarnung und Geduld. Er gräbt sich in den Sedimentboden ein, bis nur noch die Augen herausragen, und wartet reglos auf vorbeiziehende Beute. Kommt ein Beutetier in Reichweite, schnellt er blitzartig hervor und ergreift es mit seinem kräftigen Maul. Diese Lauerjagd ist besonders energieeffizient.

Verhalten & Lebensweise

Steinbutte sind Einzelgänger und beanspruchen keine festen Reviere. Sie führen jahreszeitliche Wanderungen durch: Im Frühjahr ziehen sie zum Laichen in flachere Küstengewässer, im Herbst und Winter suchen sie tiefere, wärmere Wasserschichten auf. Die Aktivität konzentriert sich überwiegend auf die Dämmerungs- und Nachtstunden, tagsüber liegen die Tiere meist eingegraben im Sediment.

Die Fähigkeit zur Farbveränderung zählt zu den ausgeprägtesten unter den europäischen Plattfischen. Über spezialisierte Pigmentzellen, sogenannte Chromatophoren, passt der Steinbutt seine Oberseite in Farbe und Muster innerhalb weniger Minuten an den jeweiligen Untergrund an. Diese kryptische Färbung schützt ihn sowohl vor Fressfeinden – darunter Haie, Rochen und größere Raubfische – als auch vor der Entdeckung durch seine Beute.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Laichzeit des Steinbutts fällt in die Monate April bis August, wobei der Höhepunkt je nach Region zwischen Mai und Juli liegt. Die Geschlechtsreife tritt bei Männchen mit etwa 3–4 Jahren (rund 25 cm Körperlänge) ein, bei Weibchen mit 4–5 Jahren (etwa 30–35 cm). Zur Fortpflanzung suchen die Tiere flachere Küstengebiete in Tiefen von 10–40 Metern auf.

Ein einzelnes Weibchen kann pro Laichsaison bis zu 10–15 Millionen Eier abgeben, die pelagisch, also frei im Wasser schwebend, treiben. Die kugelrunden, transparenten Eier haben einen Durchmesser von etwa 0,9–1,2 mm und enthalten jeweils einen Öltropfen, der ihnen Auftrieb verleiht. Bei einer Wassertemperatur von 12–14 °C schlüpfen die Larven nach etwa 7–9 Tagen. Die zunächst bilateral symmetrischen Larven leben planktisch und durchlaufen nach wenigen Wochen die für Plattfische charakteristische Metamorphose: Das rechte Auge wandert auf die linke Körperseite, und die Jungfische gehen zur bodenorientierten Lebensweise über. Eine Brut