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Steinfisch

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Synanceia verrucosa
  • Ordnung: Barschartige (Scorpaeniformes)
  • Familie: Steinfische (Synanceiidae)
  • Gattung: Synanceia
  • Lebensraum: Korallenriffe, Felsküsten und Gezeitenzonen des tropischen Indopazifik
  • Größe: 30–40 cm, maximal etwa 50 cm
  • Gewicht: bis ca. 2,5 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Aquarien bis zu 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Steinfisch gilt als einer der am besten getarnten Meeresbewohner überhaupt. Sein massiger, gedrungener Körper ist mit warzigen Hautwucherungen, Höckern und unregelmäßigen Auswüchsen übersät, die ihm das Aussehen eines algenbewachsenen Steins verleihen. Die Grundfärbung variiert zwischen Grau, Braun, Rotbraun und Gelblich – stets angepasst an das jeweilige Substrat des Lebensraums. Auf der Haut siedeln sich häufig Algen, Hydrozoen und andere Aufwuchsorganismen an, was die Tarnung zusätzlich verstärkt.

Die Augen sind klein, stehen weit oben am Kopf und sind nach oben gerichtet. Das breite Maul zeigt ebenfalls nach oben – eine typische Anpassung an die Lauerjagd vom Boden aus. Die Brustflossen sind vergleichsweise groß und kräftig; der Steinfisch nutzt sie, um sich in weiches Substrat einzugraben.

Das auffälligste anatomische Merkmal sind die 13 kräftigen Stacheln der Rückenflosse. Jeder einzelne Stachel ist von einer Hauttasche umgeben, die zwei Giftdrüsen enthält. Bei Druck – etwa wenn ein Mensch auf den Fisch tritt – durchstoßen die Stacheln die Hauttaschen und injizieren ein hochwirksames Proteingift. Der Steinfisch ist damit der giftigste Fisch der Welt. Das Toxin, ein Gemisch aus Verrucotoxin und Stonustoxin, verursacht extreme Schmerzen, Gewebenekrosen, Herz-Kreislauf-Störungen und kann ohne Behandlung tödlich verlaufen. Ein spezifisches Antivenin wird in Australien hergestellt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Synanceia verrucosa erstreckt sich über weite Teile des tropischen Indopazifik. Es reicht vom Roten Meer und der ostafrikanischen Küste über den Indischen Ozean bis nach Nordaustralien, Melanesien und Mikronesien. In jüngerer Zeit wurde die Art vereinzelt auch im östlichen Mittelmeer nachgewiesen – vermutlich als Lessepssche Migration über den Suezkanal.

Sein bevorzugtes Habitat sind flache Küstengewässer bis etwa 30 Meter Tiefe. Der Steinfisch besiedelt Korallenriffe, Felsböden, Geröllfelder, Seegraswiesen und schlammige Buchten. Besonders häufig findet man ihn in der Gezeitenzone und in Lagunen, wo er sich zwischen Korallenschutt und Steinen niederlässt. In diesem Biotop ist seine Tarnung derart perfekt, dass selbst erfahrene Taucher ihn oft nur mit Mühe entdecken.

Neben Synanceia verrucosa existieren weitere Arten der Gattung, darunter der Ästuar-Steinfisch (Synanceia horrida), der verstärkt in Brackwasser und Flussmündungen vorkommt, sowie Synanceia alula aus dem westlichen Indischen Ozean. Verwandte Giftfische innerhalb der Ordnung der Barschartigen sind die Skorpionfische (Scorpaenidae) und die Rotfeuerfische (Pterois), die jedoch deutlich weniger toxisch sind.

Ernährung

Der Steinfisch ist ein typischer Lauerjäger. Er verharrt stunden- oder sogar tagelang reglos auf dem Substrat und wartet, bis ein Beutetier in Reichweite gelangt. Sobald sich ein kleiner Fisch oder ein Krebs bis auf wenige Zentimeter nähert, schnappt das Maul in einer blitzschnellen Saugbewegung zu. Dieser Vorgang dauert nur etwa 15 Millisekunden und gehört zu den schnellsten Fressbewegungen, die im Tierreich gemessen wurden.

Das Nahrungsspektrum umfasst kleine Riff- und Grundfische, Garnelen, Krabben und andere Krebstiere. In Aquarienhaltung werden Steinfische mit lebenden Futterfischen, Garnelen und gelegentlich Stücken von Fischfleisch ernährt. Die Futteraufnahme erfolgt meist in der Dämmerung oder nachts, da die Art vorwiegend nachtaktiv ist.

Verhalten & Lebensweise

Steinfische sind Einzelgänger und beanspruchen kein klar abgegrenztes Revier, bleiben aber oft über längere Zeiträume an einem bevorzugten Ruheplatz. Ihr Bewegungsmuster ist minimal – sie verlagern sich nur bei Störung oder Nahrungsmangel. Die Fortbewegung erfolgt langsam und bedächtig, teils kriechend mithilfe der Brustflossen über den Boden.

Die Hauptaktivitätsphase liegt in der Dämmerung und den Nachtstunden. Tagsüber verharren die Tiere nahezu bewegungslos, oft halb eingegraben im Sand oder zwischen Korallenschutt. Der Giftapparat dient ausschließlich der Verteidigung, nicht dem Beutefang. Bei Bedrohung richtet der Steinfisch reflexartig seine Dorsalstacheln auf, greift aber nie aktiv an.

Fortpflanzung & Aufzucht

Über die Fortpflanzung von Steinfischen in freier Wildbahn ist vergleichsweise wenig bekannt. Die Weibchen legen ihre Eier in gallertigen Bändern auf dem Meeresboden ab. Ein Gelege kann mehrere tausend Eier umfassen. Die Befruchtung erfolgt extern durch das Männchen. Eine Brutpflege findet nicht statt.

Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und leben zunächst pelagisch im freien Wasser, bevor sie nach einigen Wochen zum Bodenleben übergehen. In Aquarien ist die Nachzucht bisher nur selten gelungen, weshalb im Handel angebotene Tiere überwiegend Wildfänge sind.

Bedrohung &