Steinhuhn
STierart – Vögel > Hühnervögel
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Alectoris graeca
- Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
- Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
- Gattung: Steinhühner (Alectoris)
- Lebensraum: Felsige Gebirgsregionen, alpine Matten, steinige Hänge
- Größe: 32–35 cm Körperlänge
- Gewicht: 500–800 g
- Lebenserwartung: 5–8 Jahre in freier Wildbahn, bis zu 12 Jahre in Gefangenschaft
Aussehen & Merkmale
Das Steinhuhn ist ein kompakt gebauter Hühnervogel von mittlerer Größe. Die Oberseite des Gefieders zeigt ein blaugraues bis bräunliches Tönungsmuster, das eine hervorragende Tarnung im felsigen Habitat bietet. Auffälligstes Merkmal ist ein breiter schwarzer Kehlstreifen, der vom Schnabelansatz über die Augenpartie hinabzieht und die weiße Kehle scharf umrahmt. Die Flanken sind mit markanten schwarz-weiß-kastanienbraun gebänderten Federn geschmückt, die bei allen Arten der Gattung Alectoris charakteristisch auftreten, beim Steinhuhn jedoch besonders kontrastreich ausgeprägt sind.
Der Schnabel ist kräftig rot gefärbt, ebenso wie die unbefiederten Augenringe und die Beine. Die Iris erscheint dunkelbraun. Zwischen den Geschlechtern besteht nur ein geringer Dimorphismus: Hähne sind im Durchschnitt etwas größer und schwerer als Hennen und tragen kurze, stumpfe Sporne an den Läufen. Die Jungvögel zeigen ein deutlich matteres Gefieder ohne die klare Flankenbänderung der Adulten und besitzen zunächst bräunlich-graue Beine.
Vom nahe verwandten Chukarhuhn (Alectoris chukar), mit dem es gelegentlich verwechselt wird, unterscheidet sich das Steinhuhn durch den insgesamt grauer getönten Mantel, die weniger klar abgegrenzte Kehlzeichnung und das etwas kleinere Verbreitungsgebiet. Auch das Rothuhn (Alectoris rufa) zeigt ein ähnliches Grundmuster, weist aber eine auffälligere, schwarzweiß gesprenkelte Brustpartie auf.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Steinhuhns erstreckt sich über die Gebirgsregionen Südeuropas. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in den Alpen, vom südöstlichen Frankreich über die Schweiz, Österreich und Norditalien bis in die Gebirge Sloweniens. Weitere Populationen besiedeln den Apennin, die Gebirge der Balkanhalbinsel – darunter Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Albanien, Nordmazedonien und Griechenland – sowie Teile Siziliens.
Es werden drei Unterarten unterschieden: Die Nominatform A. g. graeca auf der Balkanhalbinsel, A. g. saxatilis in den Alpen und im Apennin sowie A. g. whitakeri auf Sizilien. Letztere gilt aufgrund ihres sehr kleinen Bestandes als besonders gefährdet.
Als typisches Biotop bevorzugt das Steinhuhn steile, felsige Hänge mit spärlicher Vegetation in Höhenlagen zwischen 800 und 2.500 Metern, stellenweise auch bis über 3.000 Meter. Offene, sonnenexponierte Flächen mit niedrigem Bewuchs aus Gräsern, Kräutern und vereinzelten Sträuchern bieten ideale Bedingungen. Im Winter weichen die Vögel in tiefere Lagen aus, bleiben aber in der Regel oberhalb der geschlossenen Waldgrenze.
Ernährung
Das Steinhuhn ernährt sich omnivor, wobei pflanzliche Kost den Hauptanteil bildet. Im Frühjahr und Sommer stehen Knospen, Blätter, Triebe, Samen und Beeren verschiedener Gebirgspflanzen auf dem Speiseplan. Ergänzend werden Insekten, Spinnen und andere Wirbellose aufgenommen, die insbesondere für die Küken in den ersten Lebenswochen eine unverzichtbare Proteinquelle darstellen.
Im Herbst und Winter verschiebt sich das Nahrungsspektrum zugunsten von Samen, Körnern und unterirdischen Pflanzenteilen wie Wurzeln und Knollen. Die Vögel scharren dabei mit ihren kräftigen Läufen im Boden und zwischen Steinen. In schneereichen Wintern können Steinhühner auch an freiliegenden Grasflecken oder windgefegten Graten Nahrung finden, was die Standortwahl in dieser Jahreszeit stark beeinflusst.
Verhalten & Lebensweise
Steinhühner sind tagaktiv und verbringen den Großteil des Tages mit der Nahrungssuche am Boden. Sie bewegen sich bevorzugt laufend fort und fliegen nur bei akuter Störung oder Bedrohung auf. Der Flug ist dann schnell, niedrig und geradlinig, meist hangabwärts, gefolgt von einer Landung in sicherer Deckung zwischen Felsen. Nachts ruhen die Vögel an geschützten Stellen auf Felsvorsprüngen oder unter überhängenden Steinen.
Außerhalb der Brutzeit schließen sich Steinhühner zu kleinen Gruppen von 5 bis 20 Tieren zusammen, sogenannten Ketten oder Völkern. Diese Gruppen bestehen oft aus verwandten Individuen und lösen sich zu Beginn der Balzzeit im Frühjahr auf. Die Balzrufe des Hahnes – ein wiederholtes, durchdringendes „gett-gett-gett" – sind über weite Distanzen hörbar und dienen der Reviermarkierung ebenso wie der Anlockung von Hennen. Hähne besetzen exponierte Rufwarten auf Felsen und verteidigen ihr Revier aggressiv gegen Rivalen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt je nach Höhenlage und Witterung zwischen April und Juni. Steinhühner leben in der Regel monogam für eine Brutsaison. Das Nest ist eine einfache, flache Mulde am Boden, die mit Gras und Federn spärlich ausgepolstert wird. Es befindet sich typischerweise im Schutz von Felsblöcken, Grasbüscheln oder niedrigen Sträuchern.
Das Gelege umfasst 8 bis 14