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Tamandua

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Tierart – Säugetiere > Sonstige Säugetiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Tamandua tetradactyla (Südlicher Tamandua) und Tamandua mexicana (Nördlicher Tamandua)
  • Ordnung: Pilosa (Zahnarme)
  • Familie: Myrmecophagidae (Ameisenbären)
  • Gattung: Tamandua
  • Lebensraum: Tropische und subtropische Wälder, Savannen, Mangroven
  • Größe: Kopf-Rumpf-Länge 50–60 cm, Schwanzlänge 40–55 cm
  • Gewicht: 3–7 kg
  • Lebenserwartung: Etwa 9 Jahre in freier Wildbahn, bis 16 Jahre in Gefangenschaft

Aussehen & Merkmale

Der Tamandua, auch als Kleiner Ameisenbär oder Tamandua-Ameisenbär bezeichnet, ist ein mittelgroßer Vertreter der Familie Myrmecophagidae. Im Vergleich zum Großen Ameisenbären (Myrmecophaga tridactyla) ist er deutlich kleiner und leichter gebaut, aber erheblich größer als der Zwergameisenbär (Cyclopes didactylus).

Das Fell ist kurz und dicht. Beim Südlichen Tamandua variiert die Färbung stark: Manche Individuen sind einfarbig blond bis bräunlich, andere tragen eine auffällige schwarze „Weste" – eine breite, dunkle Zeichnung, die sich vom Rücken über die Flanken erstreckt und den Körper optisch teilt. Der Nördliche Tamandua zeigt diese Westenzeichnung dagegen fast immer. Die Schnauze ist lang, leicht nach unten gebogen und zahnlos. Die kleinen, runden Ohren sitzen seitlich am Kopf. Die Augen sind klein und von dunklem Fell umgeben.

Besonders kennzeichnend sind die kräftigen Vorderbeine mit jeweils vier stark gebogenen Krallen, wobei die dritte Kralle die längste ist – daher der Artname tetradactyla (griech. „vierfingrig"). Der Greifschwanz ist im unteren Drittel unbehaart und dient als fünfte Extremität beim Klettern. Die Hinterbeine tragen fünf Krallen, die weniger ausgeprägt sind als die der Vorderpfoten.

Lebensraum & Verbreitung

Die Gattung Tamandua kommt ausschließlich auf dem amerikanischen Kontinent vor. Der Südliche Tamandua (T. tetradactyla) besiedelt ein Verbreitungsgebiet, das sich von Venezuela und Trinidad über das Amazonasbecken bis nach Nordargentinien und Uruguay erstreckt. Der Nördliche Tamandua (T. mexicana) bewohnt ein Areal von Südmexiko über Zentralamerika bis ins nordwestliche Südamerika.

Beide Arten nutzen ein breites Spektrum an Habitaten. Sie kommen in tropischen Regenwäldern, Trockenwäldern, Galeriewäldern entlang von Flussläufen, Savannen vom Cerrado-Typ, Sekundärwäldern und Mangrovengebieten vor. Der Tamandua hält sich sowohl am Boden als auch im Geäst auf und bevorzugt Biotope mit hoher Baumdichte, die ausreichend Nahrungsquellen und Klettermöglichkeiten bieten. In Höhenlagen wurde er bis etwa 2.000 Meter nachgewiesen.

Ernährung

Tamanduas ernähren sich fast ausschließlich von Ameisen und Termiten. Sie sind damit spezialisierte Insektenfresser (Myrmekophagen). Mit ihren kräftigen Vorderkrallen brechen sie Termitenbauten, morsches Holz und Baumrinde auf, um an die darin lebenden Insektenkolonien zu gelangen. Die bis zu 40 cm lange, wurmförmige Zunge ist mit klebrigem Speichel bedeckt und wird in schneller Folge in die Gänge der Insekten eingeführt und zurückgezogen.

Ein einzelner Tamandua nimmt pro Tag schätzungsweise 9.000 Ameisen und Termiten auf. Er verweilt an einem Nest oder Bau nie länger als wenige Minuten, um Stiche durch Soldaten zu vermeiden und die Kolonie nicht vollständig zu zerstören. Dieses Verhalten sichert die langfristige Verfügbarkeit der Nahrungsressourcen im Revier. Gelegentlich wurden Tamanduas auch bei der Aufnahme von Honig und kleinen Früchten beobachtet, doch diese Nahrungsbestandteile spielen quantitativ keine bedeutende Rolle.

Verhalten & Lebensweise

Tamanduas sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv, wobei regionale und individuelle Unterschiede bestehen. In manchen Gebieten sind sie auch tagsüber unterwegs, besonders in der Trockenzeit. Sie leben einzelgängerisch und beanspruchen ein Revier von etwa 50 bis 400 Hektar, abhängig von der Nahrungsdichte und der Habitatqualität. Die Reviere verschiedener Individuen können sich überlappen.

Im Gegensatz zum ausschließlich bodenbewohnenden Großen Ameisenbären verbringt der Tamandua einen erheblichen Teil seiner aktiven Zeit in Bäumen. Der Greifschwanz ermöglicht sicheres Klettern auch in dünnem Geäst. Tagsüber ruht das Tier häufig in Baumhöhlen, auf dicken Ästen oder in verlassenen Bauten anderer Tiere.

Bei Bedrohung richtet sich der Tamandua auf die Hinterbeine auf und breitet die Vorderarme mit den scharfen Krallen aus – eine Drohgebärde, die selbst mittelgroße Raubtiere abschrecken kann. Zusätzlich sondert er über Analdrüsen ein stark riechendes Sekret ab, das ihm im Portugiesischen den Beinamen „Papa-mel fedorento" (stinkender Honigfresser) eingebracht hat. Zu seinen natürlichen Feinden zählen Harpyien, große Greifvögel, Jaguare und Schlangen wie die Anakonda.

Fortpflanzung & Aufzucht

Tamanduas pflanzen sich in der Regel einmal jährlich fort. Eine feste Paarungszeit gibt es nicht; die Fortpflanzung kann ganzjährig stattfinden, wobei regional saisonale Häufungen auftreten. Die Tragzeit beträgt etwa 130 bis 150 Tage. Das Weibchen bringt ein einzelnes Jungtier zur Welt, Zwillings