Thunfisch
TTierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Thunnus (Gattung mit acht Arten)
- Ordnung: Scombriformes (Makrelenartige)
- Familie: Scombridae (Makrelen und Thunfische)
- Gattung: Thunnus
- Lebensraum: Pelagische Zonen tropischer, subtropischer und gemäßigter Meere
- Größe: Je nach Art 50 cm (Schwarzflossenthun) bis über 4,5 m (Blauflossenthun)
- Gewicht: Bis zu 680 kg (Atlantischer Blauflossenthun)
- Lebenserwartung: 5–40 Jahre, je nach Art
Aussehen & Merkmale
Thunfische besitzen einen spindelförmigen, hydrodynamisch optimierten Körperbau, der sie zu den schnellsten Fischen der Ozeane macht. Der Querschnitt des Rumpfes ist nahezu rund. Charakteristisch ist die sichelförmige Schwanzflosse (Caudalflosse), die über einen schmalen Schwanzstiel mit dem Körper verbunden ist. Hinter der zweiten Rückenflosse und der Afterflosse befinden sich mehrere kleine Flössel (Pinnulae), die zur Reduzierung von Wasserwirbeln beitragen.
Die Schuppen sind klein und glatt. Im vorderen Körperbereich bilden sie einen sogenannten Korsett-Bereich (Corselet), in dem sie deutlich größer und dicker ausfallen als am restlichen Rumpf. Die Färbung ist typisch für pelagische Raubfische: Der Rücken ist dunkel stahlblau bis schwarz, die Flanken silbrig und der Bauch hell – eine Tarnung, die als Konterschattierung (Countershading) bekannt ist und sowohl von oben als auch von unten Schutz vor Fressfeinden bietet.
Die beiden Rückenflossen stehen dicht beieinander. Die erste Rückenflosse besteht aus Hartstrahlen und kann in eine Rinne am Rücken eingeklappt werden, um den Strömungswiderstand zu minimieren. Die Brustflossen variieren in ihrer Länge je nach Art erheblich – beim Gelbflossenthun (Thunnus albacares) sind sie deutlich länger als beim Großaugenthun (Thunnus obesus).
Lebensraum & Verbreitung
Die Gattung Thunnus ist in allen großen Ozeanen verbreitet. Ihr Habitat umfasst die offene See (pelagische Zone), wobei die Tiere sowohl oberflächennahe Wasserschichten als auch Tiefen von mehreren hundert Metern nutzen. Das Verbreitungsgebiet reicht von tropischen Gewässern bis in gemäßigte Breiten.
Der Atlantische Blauflossenthun (Thunnus thynnus) bewohnt den gesamten Nordatlantik, einschließlich des Mittelmeers. Der Pazifische Blauflossenthun (Thunnus orientalis) lebt im Nordpazifik, während der Südliche Blauflossenthun (Thunnus maccoyii) in den gemäßigten und kühlen Zonen der südlichen Hemisphäre vorkommt. Weißer Thun (Thunnus alalunga), Gelbflossenthun und Echter Bonito (Katsuwonus pelamis, ein naher Verwandter außerhalb der Gattung Thunnus) besiedeln vorwiegend tropische und subtropische Meere weltweit.
Thunfische sind ausgesprochene Hochseefische. Küstennahe Gewässer suchen sie nur gelegentlich auf, etwa im Zuge von Laichwanderungen. Ihr Biotop ist das freie Wasser – ein Lebensraum ohne feste Strukturen, in dem Geschwindigkeit und Ausdauer über das Überleben entscheiden.
Ernährung
Thunfische sind opportunistische Raubfische. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Schwarmfischen wie Heringen, Sardinen, Makrelen und Sardellen, ergänzt durch Tintenfische und Krebstiere. Große Exemplare des Blauflossenthuns erbeuten auch größere Fische. Die Jagd erfolgt häufig in koordinierten Gruppen, bei denen die Schwärme gemeinsam eingekreist und in dichte Formationen getrieben werden.
Der tägliche Nahrungsbedarf ist aufgrund des hohen Energieumsatzes beträchtlich. Thunfische müssen kontinuierlich fressen, um ihren aktiven Lebensstil aufrechtzuerhalten. Ihr Magen ist dehnbar und ermöglicht die Aufnahme großer Nahrungsmengen in kurzer Zeit.
Verhalten & Lebensweise
Thunfische leben in Schwärmen, die aus wenigen Dutzend bis mehreren Tausend Individuen bestehen können. Die Schwärme sind oft nach Größe sortiert – gleichgroße Tiere schließen sich bevorzugt zusammen. Jungfische bilden häufig gemischte Schwärme mit anderen pelagischen Arten.
Diese Fische sind tagaktive Jäger, die sich nahezu ununterbrochen fortbewegen. Da sie als sogenannte RAM-Ventilierer ihre Kiemen nur durch permanentes Schwimmen mit sauerstoffreichem Wasser versorgen können, würden sie bei völligem Stillstand ersticken. Geschwindigkeiten von über 70 km/h sind für Blauflossenthune dokumentiert; Gelbflossenthune erreichen Spitzenwerte von etwa 75 km/h.
Eine physiologische Besonderheit ist die Fähigkeit zur regionalen Endothermie. Thunfische können ihre Körpertemperatur durch ein Gegenstromprinzip in speziellen Blutgefäßnetzen (Retia mirabilia) deutlich über die Wassertemperatur anheben. Beim Blauflossenthun wurden Körpertemperaturen gemessen, die bis zu 21 °C über der Umgebungstemperatur lagen. Diese Warmblütigkeit ermöglicht es ihnen, auch in kalten Gewässern leistungsfähig zu jagen und weite transozeanische Wanderungen zu unternehmen.
Fortpflanzung & Aufzucht
Thunfische sind Freilaicher. Die Weibchen geben ihre Eier in das offene Wasser ab, wo sie von den Männchen befruchtet werden. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Eiproduktion ist enorm: Ein einzelnes Weibchen des Blauflossenthuns kann pro Laichsaison bis zu zehn Millionen Eier absetzen.
Die Laichgebiete befinden sich in warmen Meeres