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Toulouser-gans

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Toulouse und Umgebung, Südwestfrankreich
  • Rassestandard: Anerkannt durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG), Entente Européenne d'Aviculture et de Cuniculture (EE); in Frankreich durch die Commission des Standards
  • Größe: Große bis sehr große Gänserasse; aufrechte Körperhaltung, massiger Rumpf
  • Gewicht: Ganter 9–12 kg, Gans 7–10 kg (Ausstellungstyp deutlich schwerer als der Landtyp)
  • Lebenserwartung: 15–25 Jahre bei artgerechter Haltung
  • Gefieder/Farben: Grau mit charakteristischer Bauchzeichnung; Unterseite heller bis weißlich, Oberseite dunkelgrau mit feiner Säumung; orangefarbener bis rötlicher Schnabel, fleischfarbene bis orangerote Ständer

Herkunft & Geschichte

Die Toulouser Gans zählt zu den ältesten und bekanntesten Hausgänserassen Europas. Ihre Abstammung geht auf die Graugans (Anser anser) zurück, die im Südwesten Frankreichs über Jahrhunderte hinweg gezielt auf Größe, Mastfähigkeit und Fleischqualität selektiert wurde. Bereits im 17. Jahrhundert war die Region um Toulouse für ihre außergewöhnlich großen Gänse bekannt, die auf den Märkten der Gascogne und des Languedoc gehandelt wurden. Die enge Verbindung zur französischen Foie-gras-Tradition hat die Zuchtgeschichte dieser Rasse maßgeblich geprägt.

Im 19. Jahrhundert gelangten Toulouser Gänse nach England, wo britische Züchter den sogenannten Ausstellungstyp (Exhibition Toulouse) entwickelten – eine besonders massige Variante mit ausgeprägter Kehlwamme und Bauchfalte. Parallel existierte in Frankreich weiterhin der etwas leichtere Landtyp (Toulouse industrielle), der für die landwirtschaftliche Nutzung bevorzugt wurde. Beide Typen sind heute in den jeweiligen Rassestandards beschrieben. Der Zuchtverband BDRG führt die Toulouser Gans als eigenständige Rasse in der Kategorie Gänse, während sie in Frankreich und Großbritannien jeweils eigene Standardbeschreibungen besitzt.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts verbreitete sich die Rasse in ganz Europa und Nordamerika. Sie diente als Veredlungsrasse für zahlreiche schwere Gänseschläge und beeinflusste die Zucht von Rassen wie der Lippegans und verschiedenen Mastlinien.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Toulouser Gans ist eine imposante Erscheinung. Ihr Körper ist breit, tief angesetzt und von massigem Bau. Besonders der Ausstellungstyp fällt durch eine ausgeprägte Kehlwamme (Dewlap) unterhalb des Schnabels sowie eine deutlich sichtbare Bauchfalte (Kielfalte) auf, die fast den Boden berührt. Der Landtyp zeigt diese Merkmale weniger stark ausgeprägt, ist dafür aber beweglicher und widerstandsfähiger.

Das Gefieder zeigt die typische Grauganszeichnung: Die Oberseite ist dunkelgrau mit feiner, welliger Säumung, die Brust geht in ein helleres Grau über, und der Bauch ist weißlich bis cremefarben. Der kräftige Schnabel ist orange mit hellem Nagel, die Augen dunkelbraun. Die Ständer sind fleischfarben bis orangerot. Bei beiden Geschlechtern ist der Körper auffallend waagerecht getragen, der Rücken breit und leicht gewölbt.

Gemäß Rassestandard werden Tiere mit reiner Zeichnung, symmetrischer Körperform und korrekter Wammenausbildung bevorzugt. Fehler im Sinne der Zuchtbewertung sind unter anderem ein zu schmaler Rumpf, fehlende Bauchfalte beim Ausstellungstyp oder eine unreine Gefiederfarbe.

Charakter & Wesen

Toulouser Gänse gelten als ausgeglichen, ruhig und vergleichsweise gutmütig. Sie sind deutlich weniger nervös und flugfreudig als leichtere Gänserassen. Gegenüber ihren Haltern zeigen sie sich nach einer Eingewöhnungsphase zutraulich und treu. Ihre Stimme setzen sie seltener ein als etwa Pommerngänse oder Diepholzer Gänse, weshalb sie als wachsam, aber nicht übermäßig laut beschrieben werden.

Innerhalb der Herde verhalten sich Toulouser Gänse sozial und friedlich. Ganter können während der Brutzeit territorial werden, zeigen aber selten übermäßige Aggression. Die Rasse eignet sich gut für die Vergesellschaftung mit anderem Geflügel. Aufgrund ihres hohen Körpergewichts sind Toulouser Gänse wenig flugfähig und bleiben problemlos in niedrig eingezäunten Bereichen.

Haltung & Pflege

Die Haltung der Toulouser Gans erfordert ausreichend Platz. Eine Weidefläche von mindestens 100 Quadratmetern pro Tier ist empfehlenswert, damit die Tiere genügend Auslauf haben und ihr natürliches Bewegungsbedürfnis befriedigen können. Ein Stall oder Unterstand schützt vor Witterung und Raubtieren; der Boden sollte trocken und gut eingestreut sein, da die schweren Tiere anfällig für Fußballenprobleme sind.

Der Zugang zu Badewasser ist für die Gefiederpflege essenziell. Ein flacher Teich oder eine große Wanne genügt – wichtig ist, dass die Tiere ihr Gefieder regelmäßig durchfeuchten und einfetten können. Die Gefiederpflege erfolgt weitgehend selbstständig, allerdings sollten Halter regelmäßig den Zustand von Federn, Ständern und Schnabel kontrollieren.

Besondere Beschäftigung im klassischen Sinne benötigen Gänse weniger als etwa Papageien, doch abwechslungsreiche Weideflächen mit unterschiedlichen Gräsern, Kräutern und gelegentlichem Zugang zu Erde zum Gründeln fördern das Wohlbefinden erheblich.

Ernährung

Als Weidegänse decken Toulouser Gänse einen Großteil ihres Nahrungsbedarfs über frisches Gras und Grünfutter. In der Vegetationsperiode kann gutes Weideland den Hauptanteil der Ernährung ausmachen.