Ulmenzipfelfalter
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Satyrium w-album (Knoch, 1782)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Bläulinge (Lycaenidae)
- Unterfamilie: Zipfelfalter (Theclinae)
- Gattung: Satyrium
- Lebensraum: Laubmischwälder, Waldränder, Heckenlandschaften und Alleen mit Ulmenbeständen
- Flügelspannweite: 28–35 mm
- Gewicht: ca. 0,03–0,05 g
- Lebenserwartung: Gesamtentwicklung etwa ein Jahr; Falter leben als Imago circa zwei bis drei Wochen
Aussehen & Merkmale
Der Ulmenzipfelfalter ist ein eher unscheinbarer Tagfalter aus der Familie der Bläulinge. Die Flügeloberseiten beider Geschlechter sind einheitlich dunkelbraun gefärbt und tragen keine auffälligen Zeichnungselemente. Damit unterscheidet sich die Art deutlich von vielen anderen Bläulingen, deren Oberseiten oft blau oder kupferfarben schimmern.
Die Bestimmung gelingt am sichersten über die Flügelunterseiten: Auf dem Hinterflügel verläuft eine schmale, weiße Querlinie, die am Analwinkel ein deutliches „W" formt – dieses Merkmal gab der Art auch den wissenschaftlichen Artnamen w-album. Ebenfalls am Hinterflügel befinden sich orangefarbene Randflecken, die zum Innenwinkel hin kräftiger ausgeprägt sind. Am Hinterflügel sitzt ein kurzes, dünnes Schwänzchen, das für die gesamte Unterfamilie der Zipfelfalter (Theclinae) typisch ist und als namensgebendes Merkmal dient.
Der Körper ist dicht behaart und dunkelbraun. Die Fühler sind gekeult und zeigen eine schwarz-weiße Ringelung. Die Raupen erreichen eine Länge von etwa 15 mm, sind abgeflacht, grün gefärbt und tragen helle Schrägstriche an den Seiten. Durch ihre Form und Farbe sind sie auf Ulmenblättern nur schwer zu entdecken.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Ulmenzipfelfalters erstreckt sich von Westeuropa über Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien und Japan. In Europa reicht das Areal von Südengland und Südskandinavien im Norden bis zur Iberischen Halbinsel und Nordgriechenland im Süden. In Deutschland kommt die Art in allen Bundesländern vor, jedoch meist nur lokal und in geringer Individuendichte.
Das bevorzugte Habitat sind Standorte mit vitalen Ulmenbeständen: Waldränder, lichte Laubmischwälder, Auwälder, alte Heckenlandschaften, Parkanlagen und Alleen. Die Art ist eng an das Vorkommen von Ulmen (Gattung Ulmus) gebunden, da diese als einzige Raupennahrungspflanzen dienen. Seit dem Auftreten des Ulmensterbens durch den Schlauchpilz Ophiostoma novo-ulmi sind viele Biotope verloren gegangen, was den Ulmenzipfelfalter regional stark zurückgedrängt hat.
Ernährung
Die Raupen des Ulmenzipfelfalters ernähren sich ausschließlich von Ulmengewächsen. Bevorzugt werden die Blüten und jungen Früchte der Flatterulme (Ulmus laevis), der Feldulme (Ulmus minor) und der Bergulme (Ulmus glabra). In den ersten Larvenstadien fressen die Raupen vor allem an den Blütenknospen und jungen Samen, später auch an den Blättern.
Die adulten Falter saugen Nektar an verschiedenen Blütenpflanzen, darunter Doldenblütler, Liguster, Brombeere und Kratzdistel. Daneben nehmen sie Honigtau von Blattläusen auf sowie Flüssigkeit von feuchten Bodenstellen und überreifem Obst. Die Imagines halten sich überwiegend im Kronenbereich der Bäume auf und sind daher beim Blütenbesuch nur selten in Bodennähe zu beobachten.
Verhalten & Lebensweise
Der Ulmenzipfelfalter ist tagaktiv, verbringt aber den Großteil seines Lebens in den Baumkronen. Dieses als „Kronenfalter" bezeichnete Verhalten macht ihn zu einer der am schwierigsten zu beobachtenden Tagfalterarten Mitteleuropas. Die Flugzeit erstreckt sich je nach Region und Witterung von Ende Juni bis Anfang August, wobei nur eine Generation pro Jahr ausgebildet wird (univoltin).
Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Territorialverhalten und besetzen exponierte Stellen in der Baumkrone, von denen aus sie Rivalen vertreiben und vorbeifliegende Weibchen abfangen. Bei Begegnungen mit Artgenossen kommt es zu schnellen Verfolgungsflügen im Kronendach. Gelegentlich fliegen die Falter zur Nektaraufnahme oder Feuchtigkeitsaufnahme in tiefere Bereiche herab – diese Momente bieten die beste Gelegenheit zur Beobachtung.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarung findet im Kronenbereich der Ulmen statt. Das Weibchen legt die Eier einzeln oder zu zweit in Astgabeln und an Knospen dünner Zweige ab, bevorzugt in der Nähe von Blütenknospen. Die Eier sind linsenförmig, abgeflacht und graubraun gefärbt. Sie überwintern in diesem Stadium und sind durch ihre unscheinbare Färbung gut getarnt.
Im zeitigen Frühjahr, etwa ab März oder April, schlüpfen die Raupen und beginnen sofort mit dem Fraß an den aufbrechenden Blütenknospen. Die Larvalentwicklung durchläuft vier Häutungsstadien und dauert etwa sechs bis acht Wochen. Die Verpuppung erfolgt meist an der Unterseite eines Blattes oder in der Bodenstreu am Fuß des Baumes. Die Puppenruhe dauert zwei bis drei Wochen, bevor der fertige Falter schlüpft.
Die enge zeitliche Kopplung zwischen dem Schlüpfen der Raupen und der Ulmenblüte ist für den Fortpflanzungserfolg entscheidend. Späte Fröste oder phänologische Vers