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Wächtergrundel

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Tierart – Fische > Meerwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Cryptocentrus cinctus (Gelbwächtergrundel, häufigste Art in der Aquaristik); Gattung Cryptocentrus, Amblyeleotris u. a.
  • Ordnung: Grundelartige (Gobiiformes)
  • Familie: Grundeln (Gobiidae)
  • Lebensraum: Tropische Korallenriffe, Sandböden und Riffgeröllzonen des Indopazifik
  • Größe: 6–12 cm je nach Art
  • Gewicht: Wenige Gramm (artenabhängig ca. 5–15 g)
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre in der Natur, bis 6 Jahre in Aquarienhaltung

Aussehen & Merkmale

Wächtergrundeln besitzen den für Grundeln typischen länglichen, leicht abgeflachten Körperbau mit einem verhältnismäßig großen Kopf und weit oben liegenden Augen. Die Bauchflossen sind, wie bei den meisten Vertretern der Familie Gobiidae, zu einer Saugscheibe verwachsen – ein Merkmal, das sie von vielen anderen Fischfamilien unterscheidet. Die Schuppen sind klein und ctenoid (kammförmig gezähnt), bei einigen Arten auch teilweise reduziert.

Die Färbung variiert stark zwischen den einzelnen Arten. Cryptocentrus cinctus, die Gelbwächtergrundel, zeigt eine leuchtend gelbe Grundfarbe, die mitunter von zarten bläulichen Flecken auf dem Kopf durchsetzt ist. Andere Vertreter wie die Partnerwächtergrundel (Amblyeleotris randalli) tragen auffällige rote oder orangefarbene Querstreifen auf weißlichem Grund. Die Rückenflosse ist zweiteilig: Die erste Dorsalflosse besteht aus Hartstrahlen, die zweite aus Weichstrahlen. Bei einigen Arten sind die vorderen Dorsalflossenstrahlen verlängert und dienen als Signalstrukturen gegenüber Artgenossen und Partnertieren.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Wächtergrundeln erstreckt sich über weite Teile des Indopazifik – vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis in den westlichen Pazifik, einschließlich der Gewässer um Indonesien, die Philippinen, Mikronesien und das Great Barrier Reef. Ihr bevorzugtes Habitat sind flache Riffzonen mit sandigem oder geröllreichem Substrat in Tiefen von 1 bis 25 Metern. Entscheidend für die Standortwahl ist das Vorhandensein geeigneter Bodenstrukturen, in denen Wohnhöhlen angelegt werden können.

In diesen Biotopen leben Wächtergrundeln stets bodennah. Sie meiden offenes Wasser und halten sich ausschließlich in unmittelbarer Nähe ihrer Höhle auf. Die Wassertemperaturen in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet liegen zwischen 24 und 28 °C bei einer Salinität von etwa 35 Promille.

Ernährung

Wächtergrundeln sind omnivor mit einer Tendenz zur karnivorern Ernährung. In ihrem natürlichen Lebensraum fressen sie vorwiegend kleine Krebstiere (Copepoden, Amphipoden, Mysis), Würmer und andere benthische Invertebraten, die sie aus dem Sediment oder aus der Wassersäule direkt über dem Boden aufnehmen. Gelegentlich wird auch feiner Detritus mitgefressen.

Im Aquarium nehmen Wächtergrundeln nach kurzer Eingewöhnung Frost- und Lebendfutter problemlos an. Artemia, Mysis, fein gehacktes Muschelfleisch und hochwertiges Granulat bilden eine geeignete Ernährungsgrundlage. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag kommen dem natürlichen Fressverhalten näher als eine einzige große Portion.

Verhalten & Lebensweise

Das namengebende Verhalten der Wächtergrundeln ist ihre enge Symbiose mit Knallkrebsen der Gattung Alpheus. Diese Partnerschaft zählt zu den eindrucksvollsten Beispiele obligater Mutualismen im marinen Bereich. Der Knallkrebs gräbt und unterhält eine gemeinsame Wohnhöhle im sandigen Substrat, während die Grundel als Wächter vor dem Höhleneingang sitzt und die Umgebung auf potenzielle Fressfeinde überwacht. Der nahezu blinde Krebs hält über seine langen Antennen ständig Körperkontakt zur Grundel. Bei Gefahr signalisiert die Grundel durch schnelle Schwanzschläge, dass sich beide in die Höhle zurückziehen müssen.

Wächtergrundeln sind tagaktiv. Sie verbringen den größten Teil des Tages in aufrechter Haltung vor dem Höhleneingang, stets fluchtbereit. Ihr Revier ist klein und beschränkt sich auf einen Radius von wenigen Körperlängen um die Höhle. Gegenüber Artgenossen zeigen sie eine mäßige intraspezifische Aggression; in ausreichend großen Becken mit mehreren Höhlenmöglichkeiten lassen sich Paare gut halten. Gegenüber anderen Fischarten verhalten sich Wächtergrundeln überwiegend friedlich.

Nachts ziehen sich die Tiere vollständig in die gemeinsame Höhle zurück. Der Knallkrebs verschließt den Eingang dann häufig mit Substrat.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wächtergrundeln sind substratlaichende Höhlenbrüter. Die Balz findet in der Nähe der Wohnhöhle statt und wird durch Farbintensivierung und Flossenspreizen des Männchens eingeleitet. Das Weibchen legt einen Gelege von mehreren hundert bis über tausend kleinen, länglichen Eiern an der Höhlendecke ab, die vom Männchen befruchtet werden. Das Männchen übernimmt anschließend die Brutpflege, befächelt die Eier mit Frischwasser und verteidigt das Gelege.

Die Larven schlüpfen nach etwa 5 bis 7 Tagen und führen zunächst ein pelagisches Leben als Zooplankton, bevor sie sich nach einigen Wochen auf dem Boden niederlassen und das benthische Adultstadium erreichen. Die Aufzucht der winzigen Larven im Aquarium gilt als schwierig und gelingt nur selten, da die frühen Larvenstadien extrem kleine Futterorganismen (Rädertierchen, fr