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Wallaby

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Tierart – Säugetiere > Beuteltiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Diverse Gattungen, u. a. Macropus, Wallabia, Petrogale, Thylogale
  • Ordnung: Diprotodontia (Beuteltiere)
  • Familie: Macropodidae (Kängurus)
  • Lebensraum: Wälder, Buschland, Felslandschaften, Grasland in Australien, Neuguinea und vorgelagerten Inseln
  • Größe: 25–105 cm Kopf-Rumpf-Länge (artabhängig)
  • Gewicht: 2–25 kg
  • Lebenserwartung: 10–15 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis 20 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Begriff „Wallaby" ist keine exakte taxonomische Bezeichnung, sondern ein Sammelbegriff für kleinere und mittelgroße Vertreter der Familie Macropodidae, die nicht zu den großen Känguru-Arten (Rotes Riesenkänguru, Graues Riesenkänguru) gezählt werden. Wallabys teilen den typischen Körperbau der Kängurus: kräftige Hinterläufe, einen langen, muskulösen Schwanz, der als Stütze und Balancierhilfe dient, sowie deutlich kürzere Vorderbeine mit fünf Fingern.

Das Fell ist je nach Art und Habitat unterschiedlich gefärbt. Felskängurus (Petrogale) tragen häufig ein kontrastreiches Muster mit dunklen Streifen an Schwanz und Flanken, das der Tarnung in felsigem Gelände dient. Sumpfwallabys (Wallabia bicolor) besitzen ein dunkelbraunes bis schwarzes Rückenfell mit hellerer Unterseite. Filander (Thylogale) sind kompakt gebaut und tragen ein eher unauffälliges, bräunliches Fell, das sie im Unterholz tropischer Wälder gut verbirgt. Die Ohren sind bei den meisten Arten groß und unabhängig voneinander beweglich, was dem Richtungshören dient.

Weibliche Wallabys besitzen wie alle Beuteltiere einen nach vorne geöffneten Beutel (Marsupium), in dem die Jungtiere nach der Geburt heranreifen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Wallabys erstreckt sich über weite Teile Australiens, Tasmaniens und Neuguineas. Einzelne verwilderte Populationen existieren zudem in Neuseeland, Großbritannien (z. B. auf der Insel Man und in Teilen Schottlands) sowie auf Hawaii – Ergebnis früherer Aussetzungen oder Gehegefluchten.

Die Habitatpräferenzen variieren erheblich zwischen den Gattungen. Felskängurus besiedeln steile Klippen, Schluchten und Geröllfelder, wo sie sich dank speziell angepasster, rauer Fußsohlen sicher bewegen. Buschkängurus (Macropus-Arten wie das Rotnackenwallaby Macropus rufogriseus) bevorzugen offenes Buschland, Eukalyptuswälder und Waldränder. Filander leben vorwiegend in dichten tropischen und subtropischen Regenwäldern. Nagelkängurus (Onychogalea) bewohnen aride bis semiaride Graslandschaften. Diese ökologische Vielfalt macht die Wallabys zu einer der am breitesten aufgestellten Gruppen innerhalb der Macropodidae.

Ernährung

Wallabys sind Herbivoren. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Gräsern, Kräutern, Blättern, Rinde und Früchten. Die genaue Zusammensetzung der Nahrung hängt stark vom Biotop ab: Grasland bewohnende Arten wie das Hübschgesichtwallaby (Macropus parryi) ernähren sich vorrangig von Gräsern, während waldbewohnende Filander einen höheren Anteil an Blättern, Farnen und herabgefallenen Früchten aufnehmen.

Wie andere Macropodidae besitzen Wallabys einen mehrkammerigen Vormagen, in dem bakterielle Fermentation die Aufspaltung von Zellulose ermöglicht – ein Prinzip, das an die Verdauung von Wiederkäuern erinnert, jedoch unabhängig davon entstanden ist (konvergente Evolution). Der Wasserhaushalt wird bei vielen Arten effizient reguliert: Wüsten- und Trockenzonenangepasste Wallabys können einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung decken.

Verhalten & Lebensweise

Die meisten Wallaby-Arten sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Tagsüber ruhen sie in Dickicht, unter Felsvorsprüngen oder im Schatten von Bäumen. Zur Nahrungssuche werden sie in den Abend- und frühen Morgenstunden aktiv.

Das Sozialverhalten unterscheidet sich je nach Art. Einige Arten leben weitgehend solitär und verteidigen kein festes Revier, sondern nutzen überlappende Streifgebiete. Andere, etwa das Rotnackenwallaby, bilden lockere Gruppen (sogenannte Mobs), die sich an Futterstellen oder Ruheplätzen zusammenfinden, ohne eine feste Hierarchie auszubilden. Felskängurus leben in Kolonien von teils mehreren Dutzend Tieren, die gemeinsam Felshabitate nutzen.

Die Fortbewegung erfolgt typischerweise durch bipedales Hüpfen auf den Hinterbeinen, wobei der Schwanz als Gegengewicht dient. Bei langsamer Fortbewegung stützen sich Wallabys zusätzlich auf die Vorderbeine und den Schwanz – eine Art Fünfpunktgang. Felskängurus können dabei beachtliche Sprünge von mehreren Metern zwischen Felsvorsprüngen ausführen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Fortpflanzung folgt dem für Beuteltiere typischen Muster. Nach einer kurzen Tragzeit von 28 bis 36 Tagen (je nach Art) wird ein einzelnes, wenige Zentimeter großes und kaum entwickeltes Jungtier geboren. Dieses kriecht selbstständig in den Beutel der Mutter, wo es sich an einer Zitze festsaugt und über mehrere Monate heranwächst.

Die Beutelzeit beträgt bei den meisten Arten sechs bis neun Monate. Danach verlässt das Jungtier den Beutel