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Walliser-schwarzhalsziege

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Rassen > Sonstiges Geflügel & Nutztierrassen

Steckbrief

  • Herkunft: Oberwallis, Schweiz
  • Rassestandard: Schweizerischer Ziegenzuchtverband (SZZV), Pro Specie Rara (gefährdete Nutztierrasse)
  • Größe: Böcke ca. 75–85 cm Widerristhöhe, Geißen ca. 70–80 cm
  • Gewicht: Böcke 65–90 kg, Geißen 45–60 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre
  • Fell/Farben: Langes, dichtes Fell; vordere Körperhälfte schwarz, hintere Körperhälfte weiß – scharfe Farbgrenze auf Schulterhöhe

Herkunft & Geschichte

Die Walliser Schwarzhalsziege stammt aus dem Oberwallis in der Schweiz, genauer aus den Tälern rund um Visp, Zermatt und Saas-Fee. Ihre Abstammung lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, wobei erste schriftliche Erwähnungen in lokalen Chroniken des 14. Jahrhunderts auftauchen. Die Rasse entwickelte sich über Jahrhunderte hinweg als typische Gebirgsziege, die an die rauen klimatischen Bedingungen der Walliser Alpen hervorragend angepasst ist.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts ging der Bestand dramatisch zurück, da ertragsstärkere Rassen bevorzugt wurden. In den 1960er-Jahren erkannten engagierte Züchter die Dringlichkeit, diese einzigartige Rasse vor dem Aussterben zu bewahren. 1964 wurde die Walliser Schwarzhalsziege als eigenständige Rasse im Herdebuch des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands (SZZV) eingetragen. Heute wird sie von der Stiftung Pro Specie Rara als gefährdete Nutztierrasse geführt. Dank konsequenter Zuchtprogramme und dem unermüdlichen Einsatz regionaler Zuchtverbände hat sich der Bestand stabilisiert, bleibt jedoch überschaubar. Mittlerweile werden Walliser Schwarzhalsziegen auch in Deutschland, Österreich und weiteren europäischen Ländern gehalten.

Aussehen & Rassemerkmale

Die Walliser Schwarzhalsziege gehört zu den optisch auffälligsten Ziegenrassen weltweit. Ihr markantestes Merkmal ist die streng zweifarbige Zeichnung: Die vordere Körperhälfte – Kopf, Hals, Schultern und Vorderbeine – ist tiefschwarz, während die hintere Hälfte – Rumpf, Hinterbeine und Schwanz – reinweiß gefärbt ist. Die Farbgrenze verläuft scharf und klar definiert auf Schulterhöhe, was der Rasse ein unverwechselbares Erscheinungsbild verleiht.

Das Fell ist lang, dicht und leicht gewellt, was als natürlicher Schutz gegen Kälte, Wind und Niederschlag in den Hochlagen dient. Die Haarlänge kann an Flanken und Oberschenkeln bis zu 15 cm betragen. Beide Geschlechter tragen kräftige, nach hinten geschwungene Hörner. Böcke entwickeln zudem einen ausgeprägten Bart. Der Körperbau ist kompakt und muskulös mit kräftigen Beinen und harten Klauen – typische Merkmale einer trittsicheren Gebirgsziege.

Laut Rassestandard gelten verwischte oder unsaubere Farbgrenzen, fehlende Hörner oder ein zu kurzes Fell als unerwünscht. Bei Zuchtschauen wird besonders auf die Klarheit der Zweifarbigkeit, die Fellqualität und den korrekten Körperbau geachtet.

Charakter & Wesen

Die Walliser Schwarzhalsziege ist eine robuste, genügsame und gleichzeitig ausgesprochen soziale Rasse. Sie zeigt ein ruhiges, ausgeglichenes Temperament und ist gegenüber ihrem Halter anhänglich und zutraulich. Wer sich regelmäßig mit seinen Tieren beschäftigt, wird schnell feststellen, dass diese Ziegen eine enge Bindung zu ihren Bezugspersonen aufbauen.

Innerhalb der Herde herrscht eine stabile Rangordnung. Die Tiere sind gesellig und sollten keinesfalls einzeln gehalten werden. In der Gruppe zeigen sie sich verspielt und neugierig, besonders Jungtiere sind ausgesprochen lebhaft. Trotz ihrer Gelassenheit sind Walliser Schwarzhalsziegen wachsam und reagieren aufmerksam auf ungewohnte Reize in ihrer Umgebung. Ihre Intelligenz zeigt sich im Umgang mit Hindernissen und bei der Futtersuche in unwegsamem Gelände – sie gelten als hervorragende Kletterer mit einem ausgeprägten Orientierungssinn.

Haltung & Pflege

Als ursprüngliche Gebirgsrasse stellt die Walliser Schwarzhalsziege besondere Anforderungen an ihre Haltung. Ausreichend Auslauf ist unverzichtbar – idealerweise auf hügeligem oder bergigem Gelände, das den natürlichen Bewegungsdrang befriedigt. Eine reine Stallhaltung ist für diese Rasse nicht artgerecht. Im Sommer eignet sich die Alpung oder Weidehaltung auf extensivem Grünland hervorragend.

Der Stall muss trocken, zugluftfrei und gut belüftet sein. Pro Tier sollten mindestens 2 Quadratmeter Stallfläche eingeplant werden. Erhöhte Liegeflächen werden gerne angenommen. Die Fellpflege erfordert besondere Aufmerksamkeit: Das lange Haarkleid sollte regelmäßig auf Verfilzungen, Parasiten und Verschmutzungen kontrolliert werden. Im Frühjahr empfiehlt sich ein gründliches Auskämmen des Winterfells. Die Klauenpflege ist alle sechs bis acht Wochen notwendig, wobei Tiere auf steinigem Untergrund ihre Klauen teilweise selbst abnutzen.

Für geistige und körperliche Beschäftigung sorgen Kletterstrukturen, Baumstämme und wechselnde Weideflächen. Diese Ziegen langweilen sich schnell und können bei mangelnder Beschäftigung unerwünschte Verhaltensweisen entwickeln, etwa das Benagen von Zäunen oder Ausbruchsversuche.

Ernährung

Die Walliser Schwarzhalsziege ist ein genügsamer Futterverwerter, der an karge Vegetation angepasst ist. Grundfutter bildet hochwertiges Heu, ergänzt durch frisches Gras, Kräuter und Laub von der Weide. Im Sommer decken die Tiere ihren Bedarf weitgehend über die Weid