Wander-Gelbling
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Colias croceus (Fourcroy, 1785)
- Synonyme: Postillon, Wander-Gelbling, Orangegelber Kleefalter; ältere Bezeichnung: Colias crocea
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Weißlinge (Pieridae)
- Unterfamilie: Gelblinge (Coliadinae)
- Gattung: Colias
- Lebensraum: Offenland, Trockenrasen, Kulturland, Brachflächen
- Flügelspannweite: 40–54 mm
- Gewicht: ca. 0,2–0,4 g
- Lebenserwartung Imago: 2–4 Wochen
Aussehen & Merkmale
Der Wander-Gelbling zählt zu den auffälligsten Vertretern der Gattung Colias in Europa. Die Flügeloberseiten der Männchen leuchten kräftig orangegelb und sind von einem breiten, dunkelbraunen bis schwarzen Saum eingefasst. Auf den Vorderflügeln befindet sich nahe der Flügelspitze ein dunkler Diskoidalfleck, während die Hinterflügel einen orangefarbenen Mittelfleck tragen, der von einem dunkleren Ring umgeben sein kann. Die Flügelunterseiten sind gelbgrün bis olivgrün gefärbt und zeigen auf dem Hinterflügel einen silbrig weiß gekernten, dunkel umrandeten Augenfleck – ein gutes Bestimmungsmerkmal im Feld.
Weibchen treten in zwei Farbformen auf: Die häufigere Form ähnelt dem Männchen, ist jedoch blasser gefärbt und zeigt im dunklen Flügelsaum eingestreute gelbe Flecken. Die seltenere Form f. helice besitzt grünlich weiße statt orangegelbe Flügeloberseiten, was gelegentlich zu Verwechslungen mit anderen Weißlingsarten führt. Beide Geschlechter halten die Flügel in Ruhestellung stets geschlossen, sodass im Freiland fast ausschließlich die Unterseite zu sehen ist.
Der Körperbau ist kompakt, die Fühler sind rosafarben und keulenförmig verdickt. Der Thorax ist dicht behaart, was bei kühlerem Wetter eine rasche Erwärmung der Flugmuskulatur unterstützt.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Colias croceus erstreckt sich über Nordafrika, Südeuropa, den Mittelmeerraum und weite Teile Westasiens bis nach Iran und Afghanistan. In diesen Regionen ist die Art ganzjährig bodenständig und bringt mehrere Generationen pro Jahr hervor.
Nördlich der Alpen tritt der Wander-Gelbling dagegen als Wanderfalter auf. Jedes Frühjahr und jeden Frühsommer ziehen Falter aus den Stammgebieten nach Mittel- und Nordeuropa, wo sie im Sommer und Herbst Nachkommengenerationen bilden. In manchen Jahren erreichen einzelne Tiere sogar Skandinavien und die Britischen Inseln. Die im Norden entstandenen Nachkommen überleben den Winter in der Regel nicht, da die Puppen und Raupen keinen ausreichenden Frostschutz besitzen – die nördlichen Populationen sind also nicht dauerhaft etabliert.
Als Habitat bevorzugt der Postillon offenes, sonniges Gelände: Kleefelder, Luzerne-Äcker, Trockenrasen, Ruderalflächen, Straßenböschungen und magere Wiesen. In den Mittelgebirgen wurde er bis in Höhenlagen von rund 2.000 Metern nachgewiesen, im Atlasgebirge sogar darüber.
Ernährung
Die Raupen des Wander-Gelblings ernähren sich oligophag von Schmetterlingsblütlern (Fabaceae). Bevorzugte Futterpflanzen sind Luzerne (Medicago sativa), verschiedene Klee-Arten (Trifolium pratense, Trifolium repens), Wundklee (Anthyllis vulneraria), Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Hornklee (Lotus corniculatus). Die Raupen fressen vorwiegend an den Blättern und sind dank ihrer grünen Färbung zwischen den Fiederblättern gut getarnt.
Die Imagines saugen Nektar an einer Vielzahl von Blütenpflanzen, darunter Rotklee, Disteln, Flockenblumen und Skabiosen. Sie zeigen dabei eine ausgeprägte Blütenstetigkeit und besuchen innerhalb eines Sammelausflugs bevorzugt dieselbe Pflanzenart.
Verhalten & Lebensweise
Colias croceus ist ein ausgesprochen tagaktiver Falter mit hoher Fluggeschwindigkeit und großer Ausdauer. Er gehört zu den stärksten Fliegern unter den europäischen Tagfaltern. Der gerichtete Wanderflug erfolgt meist in niedrigen Höhen über der Vegetation; bei günstiger Thermik steigen Tiere jedoch auch in größere Höhen auf und legen dabei Distanzen von mehreren hundert Kilometern zurück.
Die Männchen patrouillieren in schnellem, geradlinigem Suchflug über blütenreichen Flächen, um Weibchen zu finden. Ein typisches Revierverhalten im engeren Sinne zeigen sie nicht – stattdessen durchstreifen sie weite Areale. An heißen Tagen kann man die Falter beim sogenannten „Hilltopping" beobachten, bei dem sich Männchen auf Kuppen und Anhöhen sammeln, um dort auf paarungswillige Weibchen zu warten.
Bei kühler Witterung nehmen die Falter eine seitliche Sonnenbadestellung ein, bei der sie die zusammengeklappten Flügel schräg zur Sonne ausrichten, um Strahlungswärme optimal aufzunehmen.
Fortpflanzung & Aufzucht
In den südlichen Stammgebieten fliegt Colias croceus in drei bis vier überlappenden Generationen von März bis November. In Mitteleuropa treten Einwanderer ab Mai auf, ihre Nachkommen bilden eine oder zwei Folgegenerationen bis in den Oktober hinein.
Das Weibchen legt die spindelförmigen, anfangs weißlichen