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Weidenmeise

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Tierart – Vögel > Singvögel – Meisen & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Poecile montanus (früher Parus montanus)
  • Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
  • Familie: Meisen (Paridae)
  • Gattung: Poecile
  • Größe: 11,5–13 cm
  • Gewicht: 9–14 g
  • Flügelspannweite: 17–20,5 cm
  • Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Auwälder, Nadelwälder mit Totholz
  • Lebenserwartung: 5–9 Jahre

Aussehen & Merkmale

Die Weidenmeise ist ein kleiner, kompakt gebauter Singvogel, der auf den ersten Blick leicht mit der nah verwandten Sumpfmeise (Poecile palustris) verwechselt werden kann. Beide Arten tragen eine schwarze Kopfplatte und ein schwarzes Kinnfeld. Bei der Weidenmeise reicht die Kopfplatte jedoch weiter in den Nacken hinab und wirkt matter, weniger glänzend als bei der Sumpfmeise. Das Gefieder an Rücken und Flanken ist graubraun, die Unterseite schmutzig weiß bis beige. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist das helle Feld auf den Armschwingen, das bei der Weidenmeise deutlicher ausgeprägt ist.

Die Geschlechter unterscheiden sich äußerlich nicht – es liegt kein ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus vor. Jungvögel ähneln den adulten Tieren, zeigen aber ein insgesamt etwas stumpferes Gefieder. Der kurze, kräftige Schnabel ist schwarz und typisch für körnerfressende Meisen. Die Beine sind bleigrau.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Weidenmeise erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Westeuropa über Skandinavien und Sibirien bis nach Japan. In Mitteleuropa besiedelt sie vor allem feuchte Laub- und Mischwälder, Auwälder, Bruchwälder und Nadelwaldränder. Entscheidend für die Habitatwahl ist das Vorhandensein von Totholz und morschem Holz, da die Weidenmeise ihre Bruthöhlen selbst anlegt. Anders als die Sumpfmeise, die eher trockene Laubwälder bevorzugt, ist die Weidenmeise stärker an feuchte Biotope gebunden.

In den Alpen kommt sie bis in Höhenlagen von etwa 2.000 Metern vor, wobei dort teils die Unterart Poecile montanus montanus anzutreffen ist. In Großbritannien ist die Weidenmeise auf England und Wales beschränkt und dort in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. In Mitteleuropa ist sie ein verbreiteter, aber vielerorts nicht häufiger Brutvogel. In reinen Siedlungsgebieten fehlt sie weitgehend – sie ist deutlich weniger kulturfolgend als etwa Blaumeise oder Kohlmeise.

Ernährung

Die Weidenmeise ernährt sich omnivor mit jahreszeitlich wechselnden Schwerpunkten. Während der Brutzeit stehen vor allem Insekten und deren Larven auf dem Speiseplan – darunter Blattläuse, kleine Raupen, Spinnen und Käfer. Im Herbst und Winter weicht sie verstärkt auf pflanzliche Nahrung aus: Samen von Birken, Erlen und Nadelbäumen sowie Beeren ergänzen den Speiseplan.

Eine Besonderheit der Weidenmeise ist ihre ausgeprägte Neigung zur Vorratshaltung. Im Herbst versteckt sie systematisch Samen und Insekten in Rindenritzen, unter Flechten und in kleinen Spalten von Ästen. Sie kann sich die Lage Tausender solcher Verstecke über Wochen merken – eine kognitive Leistung, die mit einem vergleichsweise großen Hippocampus korreliert, einer Hirnregion, die für räumliches Gedächtnis zuständig ist.

Verhalten & Lebensweise

Die Weidenmeise ist ein Standvogel, der ihr Revier ganzjährig bewohnt. Sie lebt überwiegend paarweise oder in kleinen Familienverbänden. Außerhalb der Brutzeit schließt sie sich häufig gemischten Meisentrupps an, die zusammen mit Blaumeisen, Tannenmeisen, Schwanzmeisen und Kleibern durch den Wald streifen. Innerhalb dieser Trupps profitieren die Vögel gegenseitig von der Feindvermeidung – mehr Augen erkennen Prädatoren wie den Sperber schneller.

Der Gesang der Weidenmeise ist das sicherste Unterscheidungsmerkmal zur Sumpfmeise. Während letztere ein explosives, lautes „Pitchü" von sich gibt, singt die Weidenmeise eine klagende, abfallende Tonreihe: ein melancholisch wirkendes „djä-djä-djä". Auch der Warnruf – ein nasales „dää-dää" – unterscheidet sich deutlich. Die Weidenmeise ist tagaktiv und beginnt ihre Nahrungssuche in der Morgendämmerung.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt bereits im späten Winter, wenn die Paare ihr Revier durch Gesang markieren. Weidenmeisen leben meist in monogamer Saisonehe, wobei viele Paare über mehrere Jahre zusammenbleiben. Ein zentrales Element der Brutbiologie ist der Höhlenbau: Die Weidenmeise ist eine der wenigen Meisenarten, die ihre Nisthöhle selbst in morsches, weiches Holz zimmert – meist in abgestorbenen Birken, Weiden oder Erlen. Beide Partner beteiligen sich am Aushöhlen, was etwa zwei Wochen in Anspruch nehmen kann.

Das Gelege umfasst in der Regel 6–9 weiße, rotbraun gefleckte Eier. Die Brutdauer beträgt 13–15 Tage, wobei allein das Weibchen brütet und währenddessen vom Männchen gefüttert wird. Die Nestlinge werden von beiden Elternvögeln versorgt und verlassen nach 17–19 Tagen die Höhle. Noch etwa zwei Wochen nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel betreut, bevor sie sich im Spätsommer ein eigenes Revier suchen. In der Regel findet nur eine Brut pro Jahr statt.

Bedrohung & Schutzstatus

Die Weidenmeise wird von der IUCN global als