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Weiher

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Biologie & Ökologie > Lebensräume – Typen

Definition und Abgrenzung

Ein Weiher ist ein stehendes, natürliches oder naturnahes Stillgewässer von geringer Tiefe, das sich dadurch auszeichnet, dass es keine stabile Temperaturschichtung ausbildet und in der Regel vollständig von Sonnenlicht bis zum Grund durchdrungen wird. Die maximale Tiefe liegt typischerweise unter zwei Metern. Dieses Merkmal unterscheidet den Weiher vom tieferen See, der eine thermische Schichtung mit Epi-, Meta- und Hypolimnion entwickelt. Vom Teich grenzt sich der Weiher dadurch ab, dass er kein künstlich angelegtes Gewässer mit regulierbarem Wasserstand ist, auch wenn die Begriffe in der Alltagssprache häufig synonym verwendet werden. Eine weitere Abgrenzung besteht zur Pfütze und zum Tümpel: Tümpel trocknen periodisch aus und besitzen keinen dauerhaften Wasserkörper, während der Weiher ganzjährig Wasser führt.

In der limnologischen Fachsprache gilt der Weiher als permanentes Flachgewässer, dessen gesamter Gewässergrund innerhalb der trophogenen Zone liegt – also jener Schicht, in der Photosynthese stattfinden kann. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem besonders produktiven und artenreichen Lebensraum.

Entstehung und Verbreitung

Weiher entstehen auf unterschiedliche Weise. Häufige natürliche Ursachen sind:

  • Glaziale Prozesse – Toteislöcher, Gletscherschliffe und Moränensenken hinterließen nach der letzten Eiszeit zahlreiche flache Hohlformen, die sich mit Wasser füllten.
  • Flussauen-Dynamik – Altarme und Altwasser, die vom Hauptstrom abgeschnitten wurden, entwickeln sich zu Weihern.
  • Hangquellaustritte und Vernässungszonen – In Gebieten mit hohem Grundwasserstand bilden sich dauerhafte Flachgewässer.
  • Senken in Moorlandschaften – Kolke und Schlenken in Mooren nehmen Weihercharakter an, wenn sie dauerhaft Wasser führen.

Verbreitet sind Weiher in ganz Mitteleuropa, besonders zahlreich im Alpenvorland, in Jungmoränenlandschaften Norddeutschlands und Skandinaviens sowie in Flussauen entlang von Donau, Rhein und Elbe. Viele historische Weiher gehen auf menschliche Nutzung zurück – etwa auf aufgegebene Fischteiche, Mühlstaue oder Abgrabungen –, haben sich aber über Jahrhunderte zu naturnahen Gewässern entwickelt.

Ökologische Merkmale und Zonierung

Da das Sonnenlicht den gesamten Gewässerboden erreicht, ist der Weiher in der Lage, eine durchgehende Vegetationsdecke aus Wasserpflanzen (Makrophyten) auszubilden. Die typische Zonierung eines Weihers umfasst:

  • Uferzone (Litoral mit Röhricht) – Schilfrohr (Phragmites australis), Rohrkolben (Typha), Seggen (Carex) und Binsen bilden dichte Bestände, die als Brut- und Versteckplatz für zahlreiche Tierarten dienen.
  • Schwimmblattzone – Seerosen (Nymphaea), Teichrosen (Nuphar lutea) und Wasserknöterich bedecken die Wasseroberfläche teilweise und regulieren den Lichteinfall.
  • Unterwasservegetation (Submerse Zone) – Tausendblatt (Myriophyllum), Hornblatt (Ceratophyllum), Laichkräuter (Potamogeton) und Armleuchteralgen (Chara) besiedeln den Gewässergrund und produzieren Sauerstoff.

Der Gewässergrund besteht häufig aus einer mächtigen Mudde-Schicht – organischem Sediment aus abgestorbenen Pflanzenteilen, Algen und tierischen Resten. Diese Schlammschicht ist Lebensraum für Schlammröhrenwürmer (Tubifex), Zuckmückenlarven (Chironomidae) und zahlreiche weitere Organismen des Benthos.

Tierwelt des Weihers

Die geringe Tiefe und der hohe Pflanzenbewuchs machen den Weiher zu einem Hotspot der Biodiversität. Das Artenspektrum umfasst nahezu alle Tiergruppen der Süßwasserökologie:

Amphibien zählen zu den charakteristischsten Bewohnern. Grasfrosch (Rana temporaria), Erdkröte (Bufo bufo), Teichmolch (Lissotriton vulgaris), Kammmolch (Triturus cristatus) und Laubfrosch (Hyla arborea) nutzen Weiher als Laichgewässer. Die flachen, sich rasch erwärmenden Wasserbereiche bieten optimale Bedingungen für die Larvenentwicklung.

Libellen sind mit zahlreichen Arten vertreten. Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula), Plattbauch (Libellula depressa) und Blaugrüne Mosaikjungfer (Aeshna cyanea) durchlaufen als Larven eine mehrjährige aquatische Entwicklungsphase im Weiher. Auch Wasserkäfer wie der Gelbrandkäfer (Dytiscus marginalis), Wasserläufer (Gerridae) und Rückenschwimmer (Notonectidae) gehören zur typischen Insektenfauna.

Fische sind in natürlichen Weihern oft nur spärlich vorhanden oder fehlen ganz – ein ökologisch bedeutsamer Umstand, da fischfreie Gewässer die Überlebensrate von Amphibienlarven und Wirbellosen erheblich steigern. Wo Fische vorkommen, handelt es sich meist um Moderlieschen (Leucaspius delineatus), Stichlinge (Gasterosteus aculeatus) oder Karauschen (Carassius carassius).

Unter den Vögeln brüten Teichralle (Gal