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Weiselzelle

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Fachbegriffe (Aquaristik/Terraristik/Vogelhaltung) > Vogelhaltung & Imkerei

Definition & Überblick

Die Weiselzelle (auch Königinnenzelle genannt) ist eine besonders geformte Brutzelle im Bienenvolk, in der eine neue Königin – die sogenannte Weisel – herangezogen wird. Im Gegensatz zu den gleichmäßig sechseckigen Arbeiterinnenzellen und den etwas größeren Drohnenzellen fällt die Weiselzelle durch ihre markante, eichelförmige Gestalt und ihre senkrechte Ausrichtung am Wabenrand auf. Sie ist deutlich größer als alle anderen Zellen im Stock und ragt oft ein bis zwei Zentimeter über die Wabenoberfläche hinaus.

Weiselzellen spielen eine zentrale Rolle im natürlichen Reproduktionszyklus eines Bienenvolks. Ihre Anwesenheit zeigt dem Imker an, dass das Volk entweder einen Schwarmtrieb entwickelt, die vorhandene Königin ersetzen möchte oder die Königin plötzlich verloren hat. Für die Imkerei ist das Erkennen, Bewerten und gezielte Nutzen von Weiselzellen eine Kernkompetenz, die über den Erfolg oder Misserfolg der Völkerführung entscheidet.

Grundlagen & Voraussetzungen

Biologisch betrachtet unterscheidet man drei Typen von Weiselzellen, die sich in Anlass und Position unterscheiden:

  • Schwarmzellen: Diese befinden sich typischerweise am unteren Wabenrand oder an den Seitenkanten. Sie entstehen, wenn ein starkes, gesundes Volk sich durch Schwärmen vermehren will. Meist werden mehrere Schwarmzellen gleichzeitig angelegt – nicht selten zehn bis zwanzig Stück.
  • Nachschaffungszellen: Bei plötzlichem Verlust der Königin (etwa durch Unfall, Krankheit oder einen Fehler des Imkers) bauen die Bienen bestehende Arbeiterinnenzellen mit jungen Larven zu Weiselzellen um. Diese sitzen mitten auf der Wabenfläche und wirken oft etwas unregelmäßig geformt.
  • Umweisungszellen (Stillen Umweiselung): Ist die Königin alt, krank oder legt sie unzureichend, ziehen die Bienen gezielt eine Nachfolgerin heran. Dabei entstehen meist nur ein bis drei Weiselzellen, häufig im mittleren Wabenbereich.

Damit eine Weiselzelle erfolgreich eine Königin hervorbringen kann, muss die darin befindliche Larve vom ersten Larvenstadium an ausschließlich mit Gelée royale gefüttert werden. Dieses proteinreiche Sekret der Futtersaftdrüsen junger Ammenbienen löst die geschlechtliche Vollentwicklung der weiblichen Larve zur Königin aus. Die Entwicklungszeit von der Eiablage bis zum Schlupf beträgt bei der Königin nur rund 16 Tage – deutlich kürzer als bei Arbeiterinnen (21 Tage) oder Drohnen (24 Tage).

Praktische Umsetzung

Für den Imker ist der richtige Umgang mit Weiselzellen ein wesentliches Instrument der artgerechten Völkerführung. In der Praxis ergeben sich verschiedene Handlungsoptionen:

  • Schwarmverhinderung: Wer den Schwarmtrieb kontrollieren möchte, kontrolliert ab dem Frühjahr regelmäßig – idealerweise im Abstand von sieben bis neun Tagen – die Brutwaben auf Weiselzellen. Bereits verdeckelte Schwarmzellen deuten darauf hin, dass der Schwarmabgang unmittelbar bevorsteht. Das bloße Brechen der Zellen bringt jedoch selten dauerhaften Erfolg, da das Volk bei unveränderter Situation sofort neue anlegt.
  • Ablegerbildung: Reife Weiselzellen lassen sich gezielt nutzen, um Ableger zu bilden. Dabei wird eine verdeckelte, intakte Weiselzelle zusammen mit Brut- und Futterwaben sowie ausreichend Bienen in eine separate Beute umgehängt. So entsteht ein neues Volk mit eigener Königin – eine artgerechte Methode der Völkervermehrung.
  • Gezielte Königinnenzucht: Erfahrene Imker nutzen den Umlarv-Prozess, bei dem jüngste Arbeiterinnenlarven in künstliche Weiselnäpfchen umgebettet und einem weisellosen Pflegevolk übergeben werden. Die Bienen bauen diese Näpfchen zu vollwertigen Weiselzellen aus. Dieses Verfahren ermöglicht eine selektive Zucht auf gewünschte Eigenschaften wie Sanftmut, Schwarmträgheit und Varroa-Toleranz.

Der Zeitpunkt der Durchsicht ist entscheidend: An kühlen oder regnerischen Tagen sollte das Volk nicht geöffnet werden, um unnötigen Stress und Wärmeverlust in der Brut zu vermeiden. Eine ruhige, besonnene Arbeitsweise am offenen Volk gehört zu den Grundsätzen tiergerechter Bienenhaltung.

Häufige Fehler

  • Blindes Brechen aller Weiselzellen: Viele Anfänger entfernen konsequent jede Weiselzelle, ohne den Zustand der Königin zu prüfen. Im schlimmsten Fall zerstören sie so die einzige Möglichkeit des Volkes, eine kranke oder ausgefallene Königin zu ersetzen – das Volk wird drohnenbrütig und geht zugrunde.
  • Zu seltene Kontrollen: Wer im Mai und Juni die Schwarmkontrolle auf Intervalle von mehr als zehn Tagen ausdehnt, riskiert, bereits geschlüpfte Weiselzellen zu übersehen. Der Schwarm ist dann längst abgegangen.
  • Beschädigung beim Ziehen der Waben: Weiselzellen ragen über die Wabenoberfläche hinaus. Beim hastigen oder unachtsamen Herausziehen der Rähmchen werden sie leicht abgestreift oder zerdrückt. Waben sollten daher stets vorsichtig und senkrecht gezogen werden.
  • Nachschaffungszellen mit Schwarmzellen verwechseln: Die Verwechslung führt zu falschen Maßnahmen. Schwarmzellen erfordern ein Eingreifen in die Volksstärke, Nachschaffungszellen dagegen signalisieren Weisellosigkeit und dürfen keinesfalls entfernt werden.

Tipps für Anfänger

  • Lerne zunächst, die drei Typen von Weiselzellen sicher zu unterscheiden. Halte d