Weißbindiges Wiesenvögelchen
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Coenonympha arcania (Linnaeus, 1761)
- Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
- Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
- Unterfamilie: Augenfalter (Satyrinae)
- Gattung: Wiesenvögelchen (Coenonympha)
- Lebensraum: Lichte Wälder, Waldränder, verbuschte Magerrasen, Halbtrockenrasen
- Flügelspannweite: 34–40 mm
- Gewicht: Etwa 0,1–0,3 g (wie bei Tagfaltern vergleichbarer Größe üblich)
- Lebenserwartung: Imagines leben etwa zwei bis vier Wochen; Gesamtentwicklung mit Raupenstadium und Überwinterung rund ein Jahr
Aussehen & Merkmale
Das Weißbindige Wiesenvögelchen ist ein mittelgroßer Tagfalter aus der Unterfamilie der Augenfalter. Die Flügeloberseiten sind einheitlich orangebraun bis warm ockerfarben gefärbt, wobei die Vorderflügel an der Spitze einen kleinen, dunkel gekernten Augenfleck tragen. Dieser Augenfleck ist von einem hellen Ring umgeben und dient vermutlich der Ablenkung von Fressfeinden.
Das namensgebende Merkmal zeigt sich auf den Hinterflügel-Unterseiten: Eine deutliche, unregelmäßig verlaufende weiße Binde trennt den dunkleren Basalbereich vom helleren Außenrand. Diese weiße Binde unterscheidet die Art zuverlässig von verwandten Wiesenvögelchen-Arten wie dem Kleinen Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), das diese Zeichnung nicht aufweist. Entlang des Außenrandes der Hinterflügel-Unterseite reihen sich mehrere kleinere Augenflecke (Ozellen) auf, die orange umrandet und schwarz gekernt sind, teilweise mit winzigem weißem Zentralpunkt.
Die Flügelunterseiten der Vorderflügel sind heller orange und tragen ebenfalls einen Apikalaugenfleck. Der Körper ist dicht behaart, was typisch für viele Satyrinae ist und der Thermoregulation dient. Die Fühler sind kolbenförmig verdickt (Keulen), schwarz-weiß geringelt und an der Spitze orange. Männchen und Weibchen unterscheiden sich kaum, wobei Weibchen tendenziell etwas größer sind und leicht blassere Flügeloberseiten aufweisen.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet von Coenonympha arcania erstreckt sich über weite Teile Europas. Die Art kommt von Nordspanien und Frankreich über Mitteleuropa bis nach Kleinasien und zum Ural vor. In Skandinavien fehlt sie weitgehend, ebenso auf den Britischen Inseln und in den südlichsten Mittelmeerregionen. In Deutschland ist die Art in allen Bundesländern nachgewiesen, wobei sie im Norden deutlich seltener auftritt als in den Mittelgebirgen und südlichen Landesteilen.
Das bevorzugte Habitat sind lichte, warme Waldränder, Lichtungen, aufgelockerte Gebüschzonen, Heckenlandschaften und verbuschte Halbtrockenrasen. Typisch ist die Bindung an Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland – sogenannte Saumstrukturen. Reine Wälder und vollständig offene Wiesen werden gemieden. Die Art besiedelt Höhenlagen von der Ebene bis etwa 1.800 Meter in den Alpen. Kalkhaltige Böden mit Magerrasenvegetation stellen besonders geeignete Biotope dar.
Ernährung
Die Falter (Imagines) saugen Nektar an einer Vielzahl von Blütenpflanzen. Bevorzugt werden niedrigwachsende Blüten wie Thymian (Thymus), Skabiosen (Scabiosa), Flockenblumen (Centaurea) und Braunelle (Prunella). Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Süßgräsern (Poaceae). Zu den dokumentierten Futterpflanzen gehören verschiedene Schwingel-Arten (Festuca), Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum) und weitere Gräser der Magerrasen. Die Nahrungsaufnahme der Raupen erfolgt vorwiegend in den Abend- und Nachtstunden.
Verhalten & Lebensweise
Coenonympha arcania ist ein tagaktiver Schmetterling mit einer Flugzeit, die je nach Höhenlage und Region von Ende Mai bis August reicht, mit dem Schwerpunkt im Juni und Juli. Pro Jahr wird eine Generation ausgebildet (univoltin). Der Flug wirkt tänzelnd und eher langsam; die Falter bewegen sich meist knapp über der Vegetation entlang von Waldrändern und Saumstrukturen.
In Ruhestellung klappen die Tiere ihre Flügel stets über dem Rücken zusammen, sodass nur die charakteristisch gezeichneten Unterseiten sichtbar sind. Dieses Verhalten ist typisch für die Gattung Coenonympha – die Flügeloberseiten werden im Sitzen praktisch nie gezeigt. Die Augenflecke auf den Hinterflügeln sollen Fressfeinde wie Vögel oder Eidechsen dazu verleiten, auf die Flügelränder statt auf den Körper zu zielen, was dem Falter die Flucht ermöglicht.
Männchen patrouillieren entlang sonniger Waldsäume und suchen dort aktiv nach Weibchen. Ein ausgeprägtes Territorialverhalten wie bei manchen Edelfaltern (etwa dem Großen Schillerfalter) ist nicht bekannt. Stattdessen zeigen die Männchen ein eher umherstreifendes Suchverhalten.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Balz besteht aus einem vergleichsweise einfachen Flugspiel, bei dem das Männchen das Weibchen im niedrigen Flug verfolgt. Nach der Paarung legt das Weibchen einzelne Eier an Grashalmen ab, in der Regel an den bevorzugten Raupenfuttergräsern. Die Eier sind zunächst gelblich und verfärben sich vor dem Schlüpfen b