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Weißrückenspecht

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Tierart – Vögel > Spechte & Co

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dendrocopos leucotos
  • Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)
  • Familie: Spechte (Picidae)
  • Gattung: Dendrocopos
  • Lebensraum: Naturnahe Laubmischwälder und Bergwälder mit hohem Totholzanteil
  • Größe: 24–26 cm Körperlänge, Flügelspannweite ca. 38–40 cm
  • Gewicht: 100–115 g
  • Lebenserwartung: ca. 5–8 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Weißrückenspecht ist der größte Vertreter der Gattung Dendrocopos in Europa und übertrifft den verwandten Buntspecht (Dendrocopos major) deutlich an Körpermasse. Sein namensgebendes Merkmal ist der weiße untere Rücken, der sich als breites, helles Feld vom übrigen schwarzen Obergefieder absetzt. Die Flanken tragen eine deutliche dunkle Längsstreifung, und die weißen Schulterfelder, die beim Buntspecht so auffällig sind, fehlen oder sind nur angedeutet.

Das Gefieder der Unterseite ist weißlich bis rahmfarben mit kräftigen schwarzen Strichelungen an den Flanken. Die Unterschwanzdecken zeigen eine auffällige rötlich-rosa Färbung. Beim Männchen ist der gesamte Oberkopf rot gefärbt, während das Weibchen dort eine schwarze Kappe trägt. Beide Geschlechter besitzen einen schwarzen Zügelstreifen, der sich vom Schnabelansatz bis in den Nacken zieht, sowie einen dunklen Wangenstreifen.

Der Schnabel ist relativ lang und kräftig, an der Basis breit und zur Spitze hin meißelartig geformt – ein typisches Merkmal der Spechte, das dem Aufhacken von morschem Holz dient. Die Beine sind grau, die Zehen in der für Spechte charakteristischen Kletterfußanordnung (Zygodaktylie) gebaut: zwei Zehen zeigen nach vorn, zwei nach hinten.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Weißrückenspechts erstreckt sich in einem breiten Band von Südwest- und Mitteleuropa über Osteuropa und Nordasien bis nach Japan und Kamtschatka. In Europa besiedelt die Art vor allem die Gebirgswälder der Alpen, der Karpaten, des Balkans, Skandinaviens und des Baltikums. In Mitteleuropa gilt die Art als selten; in Deutschland beschränken sich die Vorkommen auf die bayerischen Alpen, insbesondere auf den Nationalpark Berchtesgaden und angrenzende Gebiete.

Das bevorzugte Habitat sind naturnahe, strukturreiche Laubmischwälder und Bergmischwälder mit einem hohen Anteil an stehendem und liegendem Totholz. Buchen, Eichen und andere Laubbäume bilden die Grundlage seines Biotops. Der Weißrückenspecht ist stärker als andere europäische Spechtarten an alte, absterbende Waldbestände gebunden. Wirtschaftswälder mit geringem Totholzanteil bieten ihm kaum geeignete Lebensbedingungen. Die Art gilt daher als Indikator für naturnahe Waldökosysteme.

In Europa werden mehrere Unterarten unterschieden, darunter D. l. leucotos in Nord- und Osteuropa sowie D. l. lilfordi in den Gebirgen Süd- und Südosteuropas. Letztere wird von manchen Autoren als eigenständige Art diskutiert.

Ernährung

Die Nahrung des Weißrückenspechts besteht überwiegend aus holzbewohnenden Insektenlarven, insbesondere den Larven von Bockkäfern (Cerambycidae) und Borkenkäfern (Scolytinae). Er hackt mit seinem kräftigen Schnabel tiefe Löcher in morsches Holz, um an die darin verborgene Beute zu gelangen. Dabei bearbeitet er sowohl stehende tote Bäume als auch liegende Stämme und dicke Äste.

Ergänzend frisst die Art auch Ameisen, Spinnen und andere Gliederfüßer, die sie auf und unter der Rinde aufspürt. Im Spätsommer und Herbst nimmt der Weißrückenspecht gelegentlich pflanzliche Kost zu sich, darunter Beeren und Baumsamen. Eine sogenannte Spechtschmiede – das Einklemmen von Zapfen oder Nüssen in Rindenspalten, um sie aufzumeißeln – nutzt diese Art im Vergleich zum Buntspecht deutlich seltener.

Verhalten & Lebensweise

Der Weißrückenspecht ist tagaktiv und lebt überwiegend einzelgängerisch oder paarweise. Er ist ein Standvogel, der sein Revier ganzjährig besetzt und verteidigt. Die Reviergröße ist erheblich und kann je nach Habitatqualität zwischen 100 und über 500 Hektar betragen – deutlich mehr als beim Buntspecht, was den hohen Flächenbedarf der Art verdeutlicht.

Die Reviermarkierung erfolgt durch Trommeln auf resonanzstarken toten Ästen. Der Trommelwirbel des Weißrückenspechts ist etwas langsamer und länger als der des Buntspechts und dient sowohl der Revierabgrenzung als auch der Balz. Die Rufe sind ein leises, etwas klagendes „kjück", das deutlich weicher klingt als die scharfen Rufe des Buntspechts.

Bei der Nahrungssuche arbeitet der Weißrückenspecht häufig an dicken toten Stämmen und kann dabei großflächig Rinde und Holz ablösen. Die dabei entstehenden Hackspuren sind oft auffälliger als bei anderen Spechtarten und ein gutes Erkennungszeichen für sein Vorkommen in einem Waldgebiet.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Balz beginnt im März und geht mit verstärktem Trommeln und gegenseitigen Verfolgungsflügen der Partner einher. Das Paar zimmert gemeinsam eine Bruthöhle, bevorzugt in morschem Holz von Laubbäumen wie Buchen oder Birken. Die Höhle befindet sich meist in einer Höhe von 2–10 Metern.

Das Gelege umfasst in der Regel 3–5 weiße Eier, die beide Elternvögel über einen Zeitraum von etwa