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Wolfsbarsch

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Tierart – Fische > Meeresfische – Speise & Wild

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dicentrarchus labrax
  • Ordnung: Barschartige (Perciformes)
  • Familie: Wolfsbarsche (Moronidae)
  • Gattung: Dicentrarchus
  • Lebensraum: Küstengewässer, Flussmündungen, Lagunen und offenes Meer im Ostatlantik und Mittelmeer
  • Größe: durchschnittlich 40–70 cm, maximal bis 103 cm
  • Gewicht: durchschnittlich 2–6 kg, Einzelexemplare bis 12 kg
  • Lebenserwartung: bis zu 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Wolfsbarsch besitzt einen langgestreckten, seitlich leicht abgeflachten Körper mit kräftiger Muskulatur. Die Grundfärbung ist silbrig-grau, wobei der Rücken dunkler – oft blaugrau bis grünlich – gefärbt ist und die Flanken in ein helles Silber übergehen. Die Bauchseite zeigt ein reines Weiß. Jungfische tragen gelegentlich vereinzelte dunkle Punkte auf den Flanken, die mit zunehmendem Alter verblassen.

Kennzeichnend sind zwei deutlich getrennte Rückenflossen: Die vordere, erste Dorsalflosse wird von acht bis zehn kräftigen Stachelstrahlen gestützt, die zweite von einem Stachelstrahl und zwölf bis dreizehn Weichstrahlen. Der Kiemendeckel trägt zwei flache Dornen, und auf dem hinteren Rand des Vorkiemendeckels sitzen nach unten gerichtete Zähne – ein Merkmal, das den Wolfsbarsch von ähnlichen Arten unterscheidet. Die Schuppen sind mittelgroß, ctenoid (kammförmig) und fest in der Haut verankert. Die Seitenlinie verläuft weitgehend gerade vom Kiemendeckel bis zum Schwanzstiel und umfasst 62 bis 74 Schuppen.

Im Maul sitzen zahlreiche kleine, spitze Zähne auf Ober- und Unterkiefer sowie auf dem Pflugscharbein (Vomer), die dem Ergreifen und Festhalten glitschiger Beute dienen. Die Augen sind verhältnismäßig groß und ermöglichen gutes Sehen auch bei trübem Wasser.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wolfsbarsches erstreckt sich über den gesamten Ostatlantik von der Küste Südnorwegens und den Britischen Inseln bis hinunter zur Küste Marokkos und Senegals. Im Mittelmeer und im Schwarzen Meer ist die Art ebenfalls heimisch. Die nördliche Verbreitungsgrenze hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Zuge steigender Wassertemperaturen leicht nach Norden verschoben.

Der Wolfsbarsch bevorzugt als Habitat küstennahe Zonen mit felsigem oder gemischtem Untergrund, Seegraswiesen, Hafenmolen und Wellenbrechern. Ebenso nutzt er Flussmündungen (Ästuare) und Brackwasserlagunen, da er eine hohe Toleranz gegenüber Schwankungen des Salzgehalts aufweist – er ist ein euryhaliner Fisch. Jungfische dringen regelmäßig in Flussunterläufe ein und halten sich zeitweise im Süßwasser auf. In der kalten Jahreszeit ziehen sich größere Exemplare in tiefere Bereiche bis etwa 100 Meter zurück.

Ernährung

Der Wolfsbarsch ist ein opportunistischer Raubfisch. Sein Nahrungsspektrum umfasst vor allem Garnelen, Krabben, Strandkrebse, kleinere Fische wie Sardinen, Heringe, Sandaale und Grundeln sowie Würmer und Tintenfische. Jungfische ernähren sich überwiegend von Zooplankton und kleinen Wirbellosen, bevor sie mit zunehmendem Wachstum auf größere Beutetiere umstellen. Die Nahrungssuche findet bevorzugt in der Dämmerung und bei Nacht statt; der Wolfsbarsch gilt als überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. In der Brandungszone nutzt er gezielt aufgewühltes Wasser, um dort freigespülte Beutetiere zu ergreifen.

Verhalten & Lebensweise

Jüngere Wolfsbarsche leben gesellig in Schwärmen, die entlang der Küste auf Nahrungssuche ziehen. Mit zunehmendem Alter werden die Tiere zunehmend einzelgängerisch; große, ausgewachsene Exemplare jagen häufig solitär oder in kleinen Trupps. Die Art zeigt ein ausgeprägtes saisonales Wanderverhalten: Im Frühjahr und Sommer nähern sich die Fische den Küsten und dringen in flache Gewässer vor, im Herbst und Winter ziehen sie in tiefere Meeresregionen ab.

Der Wolfsbarsch ist ein ausgesprochen schneller und wendiger Schwimmer. Seine kräftige Schwanzflosse erlaubt kurze, explosive Beschleunigungen bei der Jagd. Er nutzt Strömungskanten, Felsvorsprünge und Strukturen am Meeresgrund als Deckung, um Beutefische zu überraschen. Gegenüber Artgenossen verhält er sich außerhalb der Laichzeit weitgehend neutral; Revierverhalten im engeren Sinne ist nicht dokumentiert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Geschlechtsreife tritt bei Männchen im Alter von etwa zwei bis drei Jahren ein, Weibchen werden erst mit drei bis fünf Jahren reproduktionsfähig. Die Laichzeit erstreckt sich je nach Region von Januar bis Juni, im Mittelmeer liegt sie vornehmlich zwischen Dezember und März, an der Atlantikküste zwischen März und Juni.

Die Fortpflanzung erfolgt pelagisch: Weibchen geben ihre Eier in das freie Wasser ab, wo sie von einem oder mehreren Männchen befruchtet werden. Ein einzelnes Weibchen kann pro Saison bis zu 250.000 Eier pro Kilogramm Körpergewicht produzieren. Die befruchteten Eier sind pelagisch, das heißt sie treiben frei im Wasser nahe der Oberfläche. Nach etwa drei bis sechs Tagen – abhängig von der Wassertemperatur – schlüpfen die Larven. Eine Brutpflege findet nicht statt. Die Larven ernähren sich zunächst vom Dottersack und gehen anschließend zur aktiven Nahrungsaufnahme über. Die Jungfische suchen flache, geschützte Küstenbereiche und Ästuare als Aufwuchshab