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Wombat

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Tierart – Säugetiere > Beuteltiere

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Familie Vombatidae
  • Ordnung: Diprotodontia (Beuteltiere)
  • Familie: Vombatidae (Plumpbeutler)
  • Gattungen und Arten: Vombatus ursinus (Nacktnasenwombat), Lasiorhinus latifrons (Südlicher Haarnasenwombat), Lasiorhinus krefftii (Nördlicher Haarnasenwombat)
  • Lebensraum: Wälder, Grasland, Bergregionen und Halbwüsten Australiens
  • Größe: 70–120 cm Körperlänge
  • Gewicht: 20–35 kg, einzelne Exemplare bis 40 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn, in Gefangenschaft bis über 30 Jahre

Aussehen & Merkmale

Wombats sind gedrungene, kräftig gebaute Beuteltiere mit kurzen, muskulösen Beinen und einem breiten, massiven Kopf. Der Körperbau erinnert auf den ersten Blick an einen kleinen Bären, weshalb die Familie auch den deutschen Namen Plumpbeutler trägt. Das dichte, raue Fell variiert je nach Art in der Färbung von sandbraun über graubraun bis hin zu fast schwarz. Der Schwanz ist stark reduziert und äußerlich kaum sichtbar – ein Merkmal, das Wombats von den meisten anderen Beuteltieren unterscheidet.

Ein auffälliges Unterscheidungsmerkmal der drei rezenten Arten liegt in der Nasenregion: Beim Nacktnasenwombat (Vombatus ursinus) ist die Nase unbehaart und ledrig, während die beiden Haarnasenwombat-Arten (Lasiorhinus) eine mit feinem Fell bedeckte Nase besitzen. Die Ohren der Nacktnasenwombats sind kurz und abgerundet, die der Haarnasenwombats etwas länger und spitz zulaufend.

Das Gebiss der Wombats zeigt eine Besonderheit unter den Beuteltieren: Sämtliche Zähne – Schneide-, Eck- und Backenzähne – wachsen zeitlebens nach, ähnlich wie bei Nagetieren. Diese Anpassung steht in direktem Zusammenhang mit der abrasiven, kieselsäurehaltigen Pflanzennahrung. Die kräftigen Vorderpfoten tragen breite, scharfe Krallen, die hervorragend zum Graben geeignet sind.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Wombats beschränkt sich auf den australischen Kontinent einschließlich Tasmaniens und einiger vorgelagerter Inseln der Bass-Straße. Die drei Arten besiedeln unterschiedliche Habitate: Der Nacktnasenwombat bewohnt vorwiegend kühlere, feuchte Wälder und Bergregionen im Südosten Australiens sowie Tasmanien. Er kommt in Höhenlagen von Meeresniveau bis über 1.800 Meter vor. Der Südliche Haarnasenwombat lebt in den trockenen, halbwüstenartigen Gras- und Buschlandschaften Südaustraliens. Der Nördliche Haarnasenwombat – die seltenste Art – ist auf ein einziges Biotop im Epping-Forest-Nationalpark in Queensland beschränkt.

Allen Arten gemeinsam ist die Abhängigkeit von grabfähigen Böden. Wombats errichten ausgedehnte Bausysteme, deren Tunnel bis zu 200 Meter lang sein können und mehrere Eingänge sowie Kammern aufweisen. Die Bodentemperatur in diesen Bauen bleibt weitgehend konstant, was den Tieren hilft, extreme Hitze und Kälte zu überstehen.

Ernährung

Wombats sind strikte Herbivoren. Ihre Nahrung besteht überwiegend aus einheimischen Gräsern, Kräutern, Rinden, Wurzeln und Moos. Die Verdauung verläuft extrem langsam: Die vollständige Verwertung einer Mahlzeit kann bis zu 14 Tage dauern. Diese lange Verweildauer im Verdauungstrakt ermöglicht eine maximale Nährstoffausbeute aus der nährstoffarmen Pflanzennahrung. Der Dickdarm entzieht dem Nahrungsbrei dabei nahezu das gesamte Wasser, was den Wasserverlust in trockenen Habitaten erheblich reduziert. Ein Wombat benötigt pro Tag nur etwa ein Drittel der Wassermenge, die ein vergleichbar großes Schaf verbraucht.

Verhalten & Lebensweise

Wombats sind überwiegend nachtaktiv und dämmerungsaktiv. Den Tag verbringen sie in ihren selbst gegrabenen Bauen. In kühleren Regionen und während der Wintermonate sonnen sie sich gelegentlich auch tagsüber am Baueingang. Die Tiere leben in der Regel einzelgängerisch, tolerieren aber unter bestimmten Bedingungen die Nachbarschaft von Artgenossen. Insbesondere Haarnasenwombats können Baue mit mehreren Individuen teilen, ohne dass dabei ein eigentliches soziales Gruppenleben entsteht.

Jeder Wombat beansprucht ein Revier, das je nach Nahrungsverfügbarkeit und Habitat zwischen 5 und 25 Hektar umfassen kann. Die Reviergrenzen werden durch Duftmarkierungen und Kotablagerungen kenntlich gemacht. Wombats setzen ihren Kot bevorzugt auf erhöhten Stellen wie Steinen oder Baumstümpfen ab – dieser Kot hat eine charakteristische würfelförmige Gestalt, eine unter Säugetieren einzigartige Eigenschaft.

Bei Gefahr fliehen Wombats in ihre Baue. Dort können sie den Eingang mit ihrem extrem harten, knorpelverstärkten Hinterleib blockieren. Dieser dient als eine Art Schutzschild gegen nachfolgende Raubtiere wie den Dingo.

Fortpflanzung & Aufzucht

Wombats haben keine streng festgelegte Fortpflanzungszeit, obwohl Geburten beim Nacktnasenwombat gehäuft zwischen September und Dezember auftreten. Nach einer Tragzeit von etwa 20 bis 22 Tagen bringt das Weibchen in der Regel ein einzelnes Jungtier zur Welt. Wie bei allen Beuteltieren ist das Neugeborene extrem unreif – es wiegt weniger als zwei Gramm und kriecht selbständig in den Beutel der Mutter.

Eine Besonderheit der Wombats ist die Orientierung der Beutelöffnung: Anders als bei Kängurus öffnet sich der Beutel nach hinten, also in Richtung der Hinterbeine. Diese Anpass