Wühlechse
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Diplometopon zarudnyi (häufigste Art); Gattung Diplometopon
- Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
- Unterordnung: Doppelschleichen (Amphisbaenia)
- Familie: Trogonophidae
- Lebensraum: Sandige und lehmige Böden in Halbwüsten und Wüsten der Arabischen Halbinsel sowie angrenzender Regionen
- Größe: 15–25 cm Gesamtlänge
- Gewicht: 5–15 g
- Lebenserwartung: Geschätzt 5–10 Jahre (in freier Wildbahn kaum untersucht)
Aussehen & Merkmale
Die Wühlechse gehört zur Unterordnung der Doppelschleichen (Amphisbaenia) und wird wegen ihrer grabenden Lebensweise so bezeichnet. Auf den ersten Blick ähnelt sie eher einem Wurm als einem Reptil: Der langgestreckte, zylindrische Körper ist beinlos, und die Schuppen sind in deutlichen Ringen (Annuli) angeordnet, die dem Tier ein segmentiertes Erscheinungsbild verleihen. Die Körperoberfläche schimmert blass-rosa bis gelblich-braun, was eine gute Tarnung im sandigen Substrat bietet.
Der Kopf ist stumpf-keilförmig und kaum vom Rumpf abgesetzt – eine Anpassung an das Graben durch verdichtetes Erdreich. Die Augen sind stark reduziert und unter der Haut verborgen; sie nehmen allenfalls noch Hell-Dunkel-Unterschiede wahr. Äußere Ohröffnungen fehlen vollständig. Die Kiefer tragen kleine, spitze Zähne, die zum Ergreifen von Beutetieren im Boden geeignet sind. Der kurze Schwanz endet stumpf und dient beim Graben als Widerlager.
Im Unterschied zu Schlangen bewegen sich Wühlechsen durch eine charakteristische Oszillationsbewegung fort: Der Kopf wird seitlich oder auf und ab geschoben, um Erde zur Seite zu drücken. Die Familie Trogonophidae zeichnet sich dabei durch eine besondere Grabmethode aus, bei der der Kopf oszillierend rotiert – ein Merkmal, das sie von anderen Amphisbaenien-Familien unterscheidet.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Wühlechse erstreckt sich über die Arabische Halbinsel, insbesondere Saudi-Arabien, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Bahrain und den Iran. Ihr bevorzugtes Habitat sind lockere, sandige und lehmig-sandige Böden in ariden und semiariden Zonen. Sie besiedelt sowohl offene Wüsten als auch Randbereiche von Oasen, Wadis und locker bebaute Gebiete, sofern der Boden zum Graben geeignet ist.
Als strikt fossiles Reptil – also eines, das nahezu ausschließlich unterirdisch lebt – ist die Wühlechse an der Oberfläche nur selten zu beobachten. Sie hält sich bevorzugt in den oberen 10–30 cm des Bodens auf, wo Temperatur und Feuchtigkeit günstiger sind als an der heißen Oberfläche. In der Nähe menschlicher Siedlungen wird sie gelegentlich beim Umgraben von Gärten oder auf Baustellen entdeckt.
Ernährung
Wühlechsen ernähren sich von kleinen wirbellosen Tieren, die sie im Substrat aufspüren. Zu ihrer Beute zählen Ameisen, Termiten, Käferlarven, kleine Spinnen und andere Bodenbewohner. Die Ortung der Nahrung erfolgt vorwiegend über chemosensorische Reize: Wie viele Schuppenkriechtiere besitzen auch Wühlechsen ein gut entwickeltes Jacobson-Organ, mit dem sie über die züngelnde Zunge Duftstoffe analysieren. Erschütterungen im Boden, die von Beutetieren ausgehen, werden vermutlich ebenfalls wahrgenommen, obwohl die Gehörorgane reduziert sind.
Verhalten & Lebensweise
Die Wühlechse ist überwiegend nachtaktiv. Tagsüber verbleibt sie in ihren selbstgegrabenen Gängen im Erdreich, wo sie vor extremer Hitze geschützt ist. Nachts nähert sie sich der Oberfläche und gräbt aktiv nach Nahrung. Bei kühleren Außentemperaturen in den Wintermonaten kann sie auch tagsüber aktiv werden.
Wühlechsen leben einzelgängerisch. Ein festes Revier im klassischen Sinne ist nicht bekannt; vielmehr durchstreifen die Tiere den Boden in einem lockeren Aktionsradius. Die Fortbewegung im Substrat erfolgt überraschend effizient: Durch die bereits beschriebene rotierende Kopfbewegung wird das Erdreich zur Seite und nach oben verdichtet, sodass ein Tunnel entsteht. Die ringförmig angeordneten Schuppen ermöglichen ein gleichzeitiges Vorwärts- und Rückwärtsbewegen im Gang, was den Doppelschleichen ihren Namen eingebracht hat.
An der Oberfläche sind Wühlechsen nahezu hilflos. Ihre Fortbewegung ist dort deutlich langsamer, und sie sind Prädatoren wie Schlangen, kleinen Raubsäugern und Greifvögeln schutzlos ausgeliefert.
Fortpflanzung & Aufzucht
Über die Fortpflanzung der Wühlechse ist vergleichsweise wenig bekannt, da sich das gesamte Paarungsverhalten unterirdisch abspielt. Die Paarung findet vermutlich in den gemäßigteren Monaten des Frühjahrs statt. Diplometopon zarudnyi ist ovipar, legt also Eier. Ein Gelege umfasst in der Regel ein bis zwei längliche, dünnschalige Eier, die in feuchteren Bodenschichten abgelegt werden.
Die Inkubationszeit hängt von der Bodentemperatur ab und beträgt mehrere Wochen. Die Jungtiere schlüpfen voll entwickelt und sind sofort auf sich gestellt – eine Brutpflege findet nicht statt. Die Schlüpflinge messen etwa 6–8 cm und beginnen unmittelbar mit dem Graben eigener Gänge.
Bedrohung & Schutzstatus
Die IUCN listet Diplometopon zarudnyi derzeit als „Least Concern" (nicht gefährdet). Die Art profitiert von ihrer verst