Wüste
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Definition und Überblick
Als Wüste wird ein Lebensraum bezeichnet, in dem aufgrund extremer Trockenheit, Hitze oder Kälte nur sehr spärliche Vegetation vorkommt. Definitionsgemäß fallen weniger als 250 Millimeter Niederschlag pro Jahr in einer Wüste – in manchen Regionen sogar weniger als 25 Millimeter. Wüsten bedecken etwa ein Drittel der gesamten Landoberfläche der Erde und zählen damit zu den flächenmäßig bedeutendsten Biomen überhaupt. Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen haben sich zahlreiche Tier- und Pflanzenarten an diesen Extremlebensraum angepasst und bilden dort eigenständige, teils hochspezialisierte Ökosysteme.
Typen von Wüsten
Wüsten lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterteilen. Die bekannteste Unterscheidung orientiert sich an der Beschaffenheit des Untergrunds:
- Sandwüste (Erg): Geprägt durch ausgedehnte Dünenfelder. Die Sahara, die größte Trockenwüste der Erde, besteht allerdings nur zu etwa 20 Prozent aus Sand.
- Steinwüste (Hammada): Felsige Hochflächen mit freiliegendem Gestein, aus denen feineres Material durch Wind ausgeblasen wurde.
- Kieswüste (Reg/Serir): Weitläufige Ebenen, die von Geröll und Kies bedeckt sind.
- Salzwüste: Entsteht, wenn Wasser in abflusslosen Becken verdunstet und Salzkrusten hinterlässt, etwa in der iranischen Dascht-e Kawir.
- Eiswüste: Polarregionen wie die Antarktis gelten aufgrund ihrer extrem niedrigen Niederschläge ebenfalls als Wüsten – sie sind sogar die größten Wüsten der Erde.
Nach den klimatischen Ursachen unterscheidet man Wendekreiswüsten (subtropische Trockengürtel), Regenschattenwüsten (im Lee von Gebirgen), Küstenwüsten (durch kalte Meeresströmungen bedingt, z. B. die Atacama) und Binnenwüsten (durch große Entfernung zum Meer verursacht, z. B. die Gobi).
Klimatische Bedingungen
Das Klima in Wüsten ist durch extreme Schwankungen gekennzeichnet. In heißen Wüsten wie der Sahara oder der Sonora-Wüste können Tagestemperaturen über 50 °C erreichen, während die Nachttemperaturen um 30 bis 40 Grad absinken. Diese enorme Temperaturamplitude entsteht, weil die fehlende Wolkendecke und der geringe Wasserdampfgehalt der Atmosphäre eine rasche Abstrahlung der Wärme nach Sonnenuntergang ermöglichen. Die Luftfeuchtigkeit liegt häufig unter 25 Prozent. Niederschläge fallen unregelmäßig, oft in Form heftiger, kurzlebiger Regengüsse, die zu plötzlichen Sturzfluten führen können – den sogenannten Flash Floods.
Tierwelt der Wüste
Die Fauna der Wüste umfasst erstaunlich viele Arten, die durch physiologische und verhaltensbiologische Anpassungen überleben. Die meisten Wüstentiere sind nachtaktiv (nocturn) oder dämmerungsaktiv (crepusculär), um der extremen Tageshitze auszuweichen. Tagsüber verbergen sie sich in Erdhöhlen, unter Steinen oder im Sand.
Reptilien gehören zu den erfolgreichsten Wüstenbewohnern. Eidechsen, Geckos und Schlangen regulieren ihre Körpertemperatur über das Verhalten – sie sonnen sich morgens, um ihren Stoffwechsel anzukurbeln, und ziehen sich bei Überhitzung in den Schatten zurück. Die Dornteufel-Echse Australiens nimmt Wasser über mikroskopische Kapillarkanäle ihrer Haut auf, die Feuchtigkeit direkt zum Maul leiten.
Säugetiere wie der Fennek (Wüstenfuchs) besitzen übergroße Ohren, die als Wärmetauscher dienen und überschüssige Körperwärme ableiten. Kängururatten in nordamerikanischen Wüsten können ihr gesamtes Leben lang ohne Trinkwasser auskommen – sie gewinnen Stoffwechselwasser aus der Oxidation trockener Samen. Kamele und Dromedare speichern kein Wasser in ihren Höckern, wie oft angenommen wird, sondern Fett, das als Energiereserve dient. Sie können allerdings in kurzer Zeit enorme Mengen Wasser aufnehmen und tolerieren einen Flüssigkeitsverlust, der bei den meisten anderen Säugetieren tödlich wäre.
Wirbellose Tiere wie Skorpione, Käfer und Ameisen bilden den artenreichsten Anteil der Wüstenfauna. Der Nebeltrinker-Käfer der Namib-Wüste sammelt Kondenswasser aus dem Küstennebel auf speziell strukturierten Flügeldecken. Wüstenameisen der Gattung Cataglyphis orientieren sich über einen inneren Schrittezähler und die Polarisation des Sonnenlichts, um nach der Nahrungssuche auf kürzestem Weg zu ihrem Nest zurückzufinden.
Vögel wie der Rennkuckuck (Roadrunner) oder verschiedene Lerchen- und Flughühnarten haben sich ebenfalls an das Wüstenleben angepasst. Flughühner fliegen teils über 50 Kilometer zu Wasserstellen und transportieren Wasser in ihrem speziell geformten Brustgefieder zurück zu den Jungvögeln im Nest.
Vegetation und ökologische Zusammenhänge
Die Pflanzenwelt der Wüste bildet die Grundlage der Nahrungsketten. Xerophyten – trockenheitsangepasste Pflanzen – überleben durch tiefe Pfahlwurzeln, wasserspeichernde Gewebe (Sukkulenz), kleine oder fehlende Blätter sowie wachsartige Schutzschichten. Kakteen, Agaven, Euphorbien und diverse Gräser gehören zu den typischen Wüstenpflanzen. Ephemere Pflanzen keimen nach seltenen Regenfällen, durchlaufen ihren gesamten Lebenszyklus innerhalb weniger Wochen und überdauern als Samen im Boden – ein Phänomen, das gelegentlich zur sogenannten Wüstenblüte führt.
Die Nahrungsnetze in Wüsten sind vergleichsweise kurzkettig. Pflanzenf