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Wüstenleguan

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Tierart – Reptilien > Echsen – Agamen & Leguane

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Dipsosaurus dorsalis
  • Ordnung: Schuppenkriechtiere (Squamata)
  • Unterordnung: Leguanartige (Iguania)
  • Familie: Leguane (Iguanidae)
  • Gattung: Dipsosaurus
  • Lebensraum: Trockene Wüsten und Halbwüsten im Südwesten Nordamerikas
  • Größe: 35–45 cm Gesamtlänge (Kopf-Rumpf-Länge ca. 13–15 cm)
  • Gewicht: 50–75 g
  • Lebenserwartung: 7–14 Jahre (in Gefangenschaft bis zu 17 Jahre)

Aussehen & Merkmale

Der Wüstenleguan ist ein mittelgroßer, kräftig gebauter Leguan mit einem rundlichen Körper und einem vergleichsweise langen Schwanz, der etwa zwei Drittel der Gesamtlänge ausmacht. Die Grundfärbung der Schuppen ist ein helles Grau bis Beige, das eine hervorragende Tarnung auf dem sandigen Untergrund seines Lebensraums bietet. An den Flanken und auf dem Rücken zeigt sich ein Netzmuster aus rötlich-braunen bis rotbraunen Flecken, das je nach Population und individuellem Zustand unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Ein auffälliges Merkmal ist die Reihe vergrößerter, leicht gekielter Schuppen, die sich als dorsaler Kamm vom Nacken bis zur Schwanzbasis erstreckt. Dieser Rückenkamm ist weniger stark ausgeprägt als bei vielen verwandten Leguanarten, etwa dem Grünen Leguan (Iguana iguana), aber dennoch gut erkennbar. Die Bauchseite ist heller, meist cremefarben bis weißlich. Während der Fortpflanzungszeit können beide Geschlechter eine rötliche bis rosafarbene Tönung an den Flanken entwickeln, die bei Männchen stärker ausfällt. Die Beine sind kräftig und mit langen Zehen ausgestattet, die das schnelle Laufen auf losem Sand ermöglichen. Die Kopfform ist stumpf und breit, die Augen relativ groß mit gut entwickeltem Sehvermögen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Wüstenleguans erstreckt sich über den Südwesten der USA und den Nordwesten Mexikos. Er besiedelt die Sonora-Wüste, die Mojave-Wüste sowie Teile der Colorado-Wüste in den Bundesstaaten Kalifornien, Arizona, Nevada und Utah. In Mexiko kommt er auf der Halbinsel Baja California sowie in Teilen des Bundesstaates Sonora vor. Darüber hinaus bewohnt er einige Inseln im Golf von Kalifornien.

Sein bevorzugtes Habitat sind trockene, sandige Ebenen mit spärlicher Vegetation, insbesondere Gebiete mit Kreosotbüschen (Larrea tridentata). Zwischen diesen Büschen gräbt der Wüstenleguan seine Bauten oder nutzt bestehende Nagerbauten als Unterschlupf. Auch felsige Areale mit ausreichend Sandboden und offene Trockenflussbetten (Arroyos) gehören zu seinem Biotop. Die Art ist eng an Gebiete mit lockerem Substrat gebunden, da sie zum Graben auf sandigen oder lehmigen Boden angewiesen ist. In höheren Lagen über 1.000 Meter kommt der Wüstenleguan nur selten vor.

Ernährung

Der Wüstenleguan ernährt sich überwiegend herbivor. Den Hauptanteil seiner Nahrung bilden Blüten, Blätter, Knospen und Früchte verschiedener Wüstenpflanzen. Besonders die Blüten und Blätter des Kreosotbuschs stellen eine wichtige Nahrungsquelle dar. Auch die Früchte und Blüten verschiedener Kakteenarten werden gerne gefressen. Daneben nimmt er gelegentlich Insekten, kleine Käfer und andere Gliederfüßer auf – ein Verhalten, das vor allem bei Jungtieren häufiger zu beobachten ist, da diese für ihr Wachstum auf proteinreiche Kost angewiesen sind.

Einen Großteil seines Wasserbedarfs deckt der Wüstenleguan über die Nahrung. Die Fähigkeit, pflanzliche Nahrung effizient zu verdauen und dabei Feuchtigkeit zu gewinnen, ist eine wesentliche Anpassung an das extrem aride Klima seines Lebensraums. Im Dickdarm befinden sich spezialisierte Mikroorganismen, die bei der Fermentation pflanzlicher Zellulose helfen.

Verhalten & Lebensweise

Der Wüstenleguan ist streng tagaktiv und gehört zu den hitzetolerantesten Reptilien Nordamerikas. Er kann bei Körpertemperaturen von bis zu 46 °C noch aktiv sein – ein Wert, der für die meisten anderen Echsen bereits tödlich wäre. Seine Aktivitätsphase liegt in den heißen Sommermonaten bevorzugt in den Morgen- und späten Nachmittagsstunden, während er die extreme Mittagshitze in selbstgegrabenen Erdhöhlen oder unter Felsen verbringt.

Die Art lebt solitär. Männchen verteidigen während der Fortpflanzungszeit ein Revier gegenüber Artgenossen, wobei es zu ritualisierten Drohgebärden wie Kopfnicken, seitlichem Abflachen des Körpers und Aufrichten auf den Vorderbeinen kommt. Physische Auseinandersetzungen sind selten. Bei Bedrohung durch Fressfeinde – zu denen Schlangen, Greifvögel, Kojoten und Rotluchse zählen – flüchtet der Wüstenleguan in schnellem Sprint zu seinem Bau. Er kann dabei auf den Hinterbeinen laufen und erreicht beachtliche Geschwindigkeiten von bis zu 24 km/h. In den Wintermonaten hält die Art eine mehrmonatige Winterruhe, bei der sie sich in tiefere Erdgänge zurückzieht und den Stoffwechsel stark herunterreguliert.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit fällt in die Monate April bis Mai. Die Balz besteht beim Männchen aus intensivem Kopfnicken und dem Verfolgen der Weibchen. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen im Juni oder Juli ein Gelege von drei bis acht Eiern in eine selbstgegrabene Grube im warmen Sand. Die Inkubationszeit beträgt je nach