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Zimmermannsbock

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Tierart – Insekten > Käfer

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Acanthocinus aedilis
  • Ordnung: Käfer (Coleoptera)
  • Familie: Bockkäfer (Cerambycidae)
  • Unterfamilie: Lamiinae (Weberböcke)
  • Gattung: Acanthocinus
  • Lebensraum: Nadelwälder, insbesondere Kiefernbestände
  • Größe: 12–20 mm Körperlänge (ohne Fühler)
  • Fühlerlänge Männchen: bis zu 90 mm (ca. das Vier- bis Fünffache der Körperlänge)
  • Gewicht: ca. 0,3–0,8 g
  • Lebenserwartung Imago: wenige Wochen bis Monate
  • Entwicklungsdauer (Larve bis Imago): 1–2 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Zimmermannsbock ist ein mittelgroßer Bockkäfer mit einem abgeflachten, gedrungenen Körperbau. Die Grundfarbe der Flügeldecken (Elytren) variiert von graubraun bis ockerfarben. Charakteristisch ist die feine, marmorierte Zeichnung aus dunkleren und helleren Flecken, die dem Käfer auf Baumrinde eine ausgezeichnete Tarnung verleiht. Auf jeder Flügeldecke befinden sich zwei undeutliche, dunkle Querbinden sowie ein kleiner, erhabener Höcker im vorderen Drittel.

Das auffälligste Merkmal sind die extrem langen Fühler (Antennen). Beim Männchen erreichen sie die vier- bis fünffache Körperlänge, beim Weibchen etwa die anderthalb- bis zweifache. Diese fadenförmigen Fühler bestehen aus elf Gliedern und sind abwechselnd hell und dunkel geringelt. Das Halsschild (Pronotum) trägt seitlich je einen kräftigen Dorn, ein typisches Merkmal vieler Bockkäferarten. Die Beine sind relativ kurz und ebenfalls graubraun gemustert.

Von verwandten Arten der Gattung Acanthocinus – etwa dem Kleinen Zimmermannsbock (Acanthocinus griseus) – unterscheidet sich der Zimmermannsbock durch die deutlich größere Körperlänge und die noch ausgeprägteren Fühlerlängen der Männchen.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Zimmermannsbocks erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Er kommt von Westeuropa über Skandinavien bis nach Sibirien und Japan vor. In Mitteleuropa zählt er zu den verbreiteten Bockkäferarten, ist aber aufgrund seiner versteckten Lebensweise nicht immer leicht zu entdecken.

Sein bevorzugtes Habitat sind Nadelwälder, wobei Kiefernbestände (Pinus sylvestris und andere Pinus-Arten) eindeutig dominieren. Gelegentlich besiedelt die Art auch Fichten und Tannen. Der Zimmermannsbock findet sich sowohl in bewirtschafteten Forsten als auch in naturnahen Waldbeständen. Entscheidend für sein Vorkommen ist das Vorhandensein von frisch abgestorbenem, liegendem oder stehendem Kiefernholz, Windbruch, Schlagabraum oder gefällten Stämmen. Holzlagerplätze in Waldnähe werden ebenfalls regelmäßig angeflogen. Das Biotop muss also einen gewissen Anteil an Totholz oder frisch geschlagenem Holz aufweisen.

Ernährung

Die Larven des Zimmermannsbocks ernähren sich von der Bastschicht (Phloem) und der Rinde von Nadelbäumen, vorwiegend Kiefern. Sie fressen sich in flachen, unregelmäßig geschlängelten Gängen direkt unter der Borke durch das Gewebe. Anders als manche andere holzbesiedelnde Käferlarven dringt die Zimmermannsbock-Larve nur selten tief in das Splintholz ein.

Die ausgewachsenen Käfer (Imagines) nehmen nach derzeitigem Kenntnisstand keine oder nur sehr geringe Nahrung auf. Gelegentlich wurde beobachtet, dass Imagines an austretenden Baumsäften oder weicher Rinde nagen, doch die Hauptenergiereserven für das kurze Adultstadium stammen aus der Larvalphase.

Verhalten & Lebensweise

Der Zimmermannsbock ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber verharrt er regungslos auf Baumrinde, wo ihn seine kryptische Färbung nahezu unsichtbar macht. Wird er gestört, presst er die extrem langen Fühler eng an den Körper und stellt sich tot (Thanatose). In dieser Haltung ist er von einem Rindenstück kaum zu unterscheiden.

Die Flugzeit der Imagines liegt je nach Region zwischen März und Juni, in manchen Gebieten auch bis in den Herbst hinein. An milden Vorfrühlingstagen können die Käfer bereits aktiv sein, was für Bockkäfer ungewöhnlich früh ist. Die Tiere sind einzelgängerisch und bilden keine Gruppen oder Kolonien. Männchen suchen aktiv nach Weibchen, wobei sie sich stark auf olfaktorische Signale (Pheromone) verlassen. Die langen Fühler dienen dabei als hochempfindliche Sinnesorgane zur Wahrnehmung chemischer Botenstoffe über größere Distanzen.

Wie viele Bockkäfer erzeugt der Zimmermannsbock bei Beunruhigung Stridulationslaute – leise zirpende Geräusche, die durch das Reiben des Halsschilds gegen die Mittelbrust (Mesonotum) entstehen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Nach der Paarung legt das Weibchen die Eier einzeln oder in kleinen Gruppen in Rindenspalten und -ritzen von geschwächten, frisch abgestorbenen oder gefällten Kiefern ab. Bevorzugt werden Stämme mit noch feuchter, intakter Rinde. Der Legeapparat (Ovipositor) des Weibchens ist verlängert und ermöglicht ein gezieltes Platzieren der Eier in geeigneten Rindenstrukturen.

Die Larven schlüpfen nach etwa zwei Wochen und beginnen sofort mit dem Fraß unter der Borke. Sie durchlaufen mehrere Larvenstadien über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren, abhängig von Temperatur und Nahrungsqualität. Die verpuppungsreife Larve legt eine flache Puppenwiege direkt unter der