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Zitronenfalter

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Tierart – Insekten > Schmetterlinge – Tagfalter

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Gonepteryx rhamni
  • Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
  • Familie: Weißlinge (Pieridae)
  • Unterfamilie: Gelblinge (Coliadinae)
  • Gattung: Gonepteryx
  • Flügelspannweite: 50–55 mm
  • Gewicht: ca. 0,3–0,5 g
  • Lebenserwartung: bis zu 12 Monate (Imaginalstadium)
  • Lebensraum: lichte Wälder, Waldränder, Heckenlandschaften, Gärten
  • Verbreitung: Europa, gemäßigtes Asien bis Ostsibirien

Aussehen & Merkmale

Der Zitronenfalter gehört zu den auffälligsten einheimischen Tagfaltern und ist dank seiner charakteristischen Flügelform bereits im Flug gut zu erkennen. Beide Flügelpaare besitzen jeweils eine markante, spitz ausgezogene Ecke, die dem Umriss eines Blattes ähnelt. Dieser blattförmige Flügelschnitt ist innerhalb der mitteleuropäischen Schmetterlingsfauna einzigartig.

Die Geschlechter lassen sich anhand der Flügelfärbung klar unterscheiden. Männchen zeigen eine kräftig zitronengelbe Färbung auf Ober- und Unterseite der Flügel, während die Weibchen blass grünlich-weiß gefärbt sind und auf den ersten Blick mit einem Großen Kohlweißling verwechselt werden können. Beide Geschlechter tragen auf jedem Flügel einen kleinen, orangefarbenen Punkt. Die Flügelunterseite ist bei beiden Geschlechtern etwas blasser und mit feinen Adern durchzogen, was die Tarnung im Ruhezustand unterstützt. Die Schuppen auf den Flügeln reflektieren im UV-Bereich, sodass die Geschlechter für Artgenossen noch deutlicher unterscheidbar sind als für das menschliche Auge.

Der Körperbau ist typisch für Tagfalter: ein dichter, pelziger Thorax, ein schlankes Abdomen und fadenförmige Fühler mit deutlich verdickten Kolben an den Spitzen. Die Grundfärbung des Körpers ist grünlich bis gelblich und dicht behaart, was zusätzlich zur Wärmeisolation beiträgt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Zitronenfalters erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis – von Westeuropa über Kleinasien bis nach Ostsibirien und die Mongolei. In Europa kommt er von der Mittelmeerregion bis nach Skandinavien vor, wobei er in höheren Lagen der Alpen bis etwa 2.000 Meter Höhe angetroffen wird.

Als bevorzugtes Habitat dienen lichte Laubwälder, Waldlichtungen, Waldränder und buschreiche Heckenlandschaften. Entscheidend für die Eignung eines Biotops ist das Vorkommen der Raupen-Futterpflanzen, insbesondere Faulbaum (Frangula alnus) und Kreuzdorn (Rhamnus cathartica). In Siedlungsnähe besiedelt der Zitronenfalter auch Parks, naturnahe Gärten und Streuobstwiesen, sofern ein ausreichendes Nektarangebot vorhanden ist.

Ernährung

Erwachsene Zitronenfalter ernähren sich ausschließlich von Nektar. Sie besuchen ein breites Spektrum an Blütenpflanzen, zeigen aber eine deutliche Vorliebe für violett und blau blühende Arten. Zu den häufig angeflogenen Nektarpflanzen zählen Blutweiderich, Kratzdisteln, Skabiosen, Wiesensalbei und Rotklee. Im Frühjahr nutzen sie auch frühblühende Arten wie Huflattich, Schlüsselblumen und Weidenkätzchen als erste Nahrungsquelle nach der Winterruhe.

Die Raupen des Zitronenfalters sind oligophag, also auf wenige Nahrungspflanzen spezialisiert. Sie fressen an den Blättern von Faulbaum und Kreuzdorn – beide Gattungen spiegeln sich im wissenschaftlichen Artnamen rhamni wider. Die grüne Färbung der Raupen mit einem hellen Seitenstreifen bietet auf den Blättern dieser Sträucher eine hervorragende Tarnung.

Verhalten & Lebensweise

Der Zitronenfalter ist tagaktiv und bei sonnigem Wetter oft schon in den Vormittagsstunden unterwegs. Er ist kein revierbildender Falter – Männchen patrouillieren stattdessen weiträumig auf der Suche nach Weibchen und Nektarquellen. Die Flugweise wirkt etwas unregelmäßig und gaukelnder als bei vielen anderen Tagfaltern.

Eine herausragende Eigenschaft dieser Art ist die Überwinterung als ausgewachsener Falter (Imago). Der Zitronenfalter ist der einzige mitteleuropäische Tagfalter, der ohne schützende Gespinste, Höhlen oder Gebäude im Freien überwintert. Im Herbst sucht er sich einen geschützten Platz in der Vegetation – etwa unter Efeublättern, in Brombeergestrüpp oder im Falllaub am Waldboden. Dort klappt er die Flügel zusammen, sodass nur die blassgrüne Unterseite sichtbar ist, und verharrt reglos. Sein Körper produziert Glycerin und Sorbit als natürliche Frostschutzmittel, die ein Gefrieren der Körperflüssigkeiten bis etwa minus 20 Grad Celsius verhindern. Dadurch übersteht er selbst strenge Frostperioden unbeschadet.

Bereits an warmen Tagen im Februar oder März wird der Zitronenfalter aktiv und ist damit einer der ersten Tagfalter des Jahres. Diese frühen Beobachtungen werden oft als Vorboten des Frühlings wahrgenommen.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, kurz nach dem Ende der Winterruhe. Die Balz verläuft relativ einfach: Männchen nähern sich fliegenden Weibchen und verfolgen sie in einem kurzen Balzflug. Paarungsbereite Weibchen setzen sich nieder, während unreceptive Weibchen durch Flügelöffnen und Hinterleibheben die Kopulation verweigern.

Nach der Paarung legt das Weibchen die E