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Zwergfadenfisch

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Tierart – Fische > Süßwasserfische – Aquarium

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Trichodopsis lalius (früher Colisa lalia)
  • Ordnung: Anabantiformes (Kletterfischartige)
  • Familie: Osphronemidae (Riesengurami-Verwandte)
  • Gattung: Trichogaster (teilweise auch Colisa)
  • Lebensraum: Stehende und langsam fließende Süßgewässer in Südasien
  • Größe: 5–7 cm (Männchen), 4–5 cm (Weibchen)
  • Gewicht: ca. 3–5 g
  • Lebenserwartung: 3–5 Jahre

Aussehen & Merkmale

Der Zwergfadenfisch gehört zu den farbenprächtigsten Süßwasserfischen, die in der Aquaristik gehalten werden. Männchen zeigen eine auffällige Färbung aus abwechselnd türkisblauen und orangeroten Querstreifen, die sich über den gesamten hochrückigen, seitlich stark abgeflachten Körper erstrecken. Die unpaaren Flossen – Rücken-, After- und Schwanzflosse – sind ebenfalls intensiv gefärbt und häufig mit roten oder blauen Punktreihen versehen. Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt: Ihre Grundfarbe ist silbergrau mit blassen, bläulichen Streifen.

Wie alle Labyrinthfische besitzt der Zwergfadenfisch ein sogenanntes Labyrinthorgan im Kopfbereich, das ihm die Aufnahme von atmosphärischem Sauerstoff ermöglicht. Dieses akzessorische Atmungsorgan ist eine Ausstülpung des Kiemenbogens und durchzogen von fein verästelten, stark durchbluteten Lamellen. Namensgebend sind die zu fadenförmigen Tastorganen umgebildeten Bauchflossen. Diese langen, dünnen Fäden enthalten zahlreiche Sinneszellen und dienen dem Fisch zur Orientierung in trübem, pflanzenreichem Wasser. Er betastet damit seine Umgebung, Futter und Artgenossen.

Der Körper ist mit Kammschuppen (Ctenoidschuppen) bedeckt. Die Seitenlinie ist meist unvollständig ausgebildet, was bei Labyrinthfischen häufig vorkommt und durch die Tastfunktion der Fadenfühler kompensiert wird.

Lebensraum & Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet des Zwergfadenfischs umfasst den indischen Subkontinent. Er kommt in Nordindien, Bangladesch und Pakistan vor, insbesondere in den Flussgebieten des Ganges, Brahmaputra und Indus. Sein bevorzugtes Habitat sind stehende oder sehr langsam fließende Gewässer wie Reisfelder, überschwemmte Flussauen, Altarme, flache Teiche und Gräben mit dichter Vegetation.

In diesen Biotopen ist das Wasser häufig warm, sauerstoffarm und durch organische Stoffe leicht sauer bis neutral (pH 6,0–7,5). Die Wassertemperatur liegt in den tropischen Herkunftsgebieten zwischen 24 und 30 °C. Die dichte Bepflanzung mit Schwimm- und Unterwasserpflanzen bietet Deckung vor Fressfeinden und dient gleichzeitig als Substrat für den Nestbau. Durch den Export für den Aquarienhandel und absichtliche Aussetzungen existieren mittlerweile auch verwilderte Populationen außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebiets, etwa in Kolumbien und den USA.

Ernährung

In freier Natur ernährt sich der Zwergfadenfisch omnivor. Sein Nahrungsspektrum umfasst kleine wirbellose Tiere wie Insektenlarven, Zooplankton, Kleinkrebse und Würmer sowie pflanzliche Kost in Form von Algenaufwuchs und weichen Pflanzenteilen. Eine besondere Jagdtechnik besteht darin, dass er kleine Insekten über der Wasseroberfläche mit einem gezielten Wasserstrahl abschießt – ein Verhalten, das an den Schützenfisch erinnert, wenngleich es beim Zwergfadenfisch weniger präzise und über kürzere Distanzen erfolgt.

Im Aquarium nimmt er handelsübliches Flockenfutter, Granulat, Frost- und Lebendfutter an. Artemia-Nauplien, Daphnien, Mückenlarven und Cyclops bilden eine artgerechte Ergänzung zum Trockenfutter und fördern die Farbintensität.

Verhalten & Lebensweise

Zwergfadenfische sind tagaktive Fische mit einem eher ruhigen, bisweilen scheuen Temperament. Sie halten sich bevorzugt in den mittleren und oberen Wasserschichten auf, oft in der Nähe von Schwimmpflanzen oder zwischen dichten Pflanzenbeständen. Männchen sind untereinander territorial und zeigen bei Begegnungen Imponierverhalten: Sie spreizen die Flossen, intensivieren ihre Färbung und stellen sich breitseits zum Rivalen auf. Ernsthafte Kämpfe sind selten, kommen aber in zu kleinen Becken vor.

Gegenüber anderen Fischarten verhalten sich Zwergfadenfische weitgehend friedlich, können jedoch von lebhafteren oder größeren Beifischen eingeschüchtert werden. Sie eignen sich daher gut für ruhig besetzte Gesellschaftsbecken mit anderen friedlichen Arten wie Bärblinge oder kleine Panzerwelse. Die fadenförmigen Bauchflossen werden ständig in Bewegung gehalten und dienen der Erkundung der Umgebung – ein Verhalten, das im Aquarium gut zu beobachten ist.

Fortpflanzung & Aufzucht

Zwergfadenfische sind Schaumnestbauer. Das Männchen errichtet an der Wasseroberfläche ein Schaumnest aus mit Speichel umhüllten Luftblasen, das es häufig zwischen Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen oder Muschelblumen verankert. Der Nestbau kann mehrere Stunden bis Tage dauern. Pflanzenteile werden regelmäßig in das Nest eingearbeitet, was es stabiler macht.

Die Balz erfolgt durch intensives Farbspiel des Männchens, das sich dem Weibchen mit gespreizten Flossen nähert und es durch Umschwimmen zum Nest lockt. Beim Laichakt umschlingt das Männchen das Weibchen in einer für Labyrinthfische typischen Umklammerung (Amplexus). Dabei werden die Eier abgegeben und gleichzeitig befruchtet. Das Gelege umfasst je nach Kondition des Weibchens 300