Zwergopossum
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Burramys parvus (Bergzwergopossum); Gattungen Cercartetus (Zwerggleitbeutler/Zwergopossums i. w. S.)
- Ordnung: Diprotodontia (Beutelsäuger)
- Familie: Burramyidae (Zwerggleitbeutler und Zwergopossums)
- Lebensraum: Wälder, Buschland und alpine Geröllfelder Australiens, Neuguineas und umliegender Inseln
- Größe: Kopf-Rumpf-Länge 5–12 cm, Schwanzlänge 6–15 cm (je nach Art)
- Gewicht: 7–80 g
- Lebenserwartung: 4–12 Jahre (artabhängig; Burramys parvus bis zu 12 Jahre in freier Wildbahn)
Aussehen & Merkmale
Zwergopossums gehören zu den kleinsten Beuteltieren der Welt. Ihr Körperbau ist kompakt und mausähnlich, mit großen, runden Augen, die auf ihre überwiegend nachtaktive Lebensweise hindeuten. Das Fell ist dicht, weich und je nach Art grau, braun oder olivfarben auf der Oberseite; die Bauchseite ist heller, oft cremefarben bis weiß. Die Ohren sind dünnhäutig, rundlich und meist unbehaart.
Ein auffälliges Merkmal ist der Greifschwanz (Prehensiltail), der bei den meisten Arten länger als der Körper wird. Er dient als fünfte Extremität beim Klettern und kann sich spiralförmig um Äste wickeln. Bei mehreren Arten – insbesondere beim Bergzwergopossum (Burramys parvus) – fungiert der Schwanz zusätzlich als Fettspeicher: Vor der kalten Jahreszeit verdickt sich die Schwanzbasis deutlich, da dort Fettreserven eingelagert werden.
Das Gebiss zeigt die für Diprotodontia typischen vergrößerten unteren Schneidezähne. Die oberen Prämolaren sind bei Burramys gezähnt und rillenförmig – ein einzigartiges Merkmal innerhalb der Familie, das beim Knacken hartschaliger Samen und Insekten hilft. Die Hinterfüße besitzen eine opponierbare Großzehe ohne Kralle, die das Greifen an Ästen und Felsen erleichtert.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der Zwergopossums beschränkt sich auf Australien, Tasmanien, Neuguinea und einige vorgelagerte Inseln. Die vier Arten der Gattung Cercartetus – der Östliche Zwerggleitbeutler (C. nanus), der Westliche Zwerggleitbeutler (C. concinnus), der Langfuß-Zwerggleitbeutler (C. caudatus) und der Tasmanische Zwerggleitbeutler (C. lepidus) – besiedeln unterschiedliche Biotope: von trockenen Eukalyptuswäldern und Heideflächen über tropische Bergregenwälder bis hin zu gemäßigtem Buschland.
Eine Sonderstellung nimmt das Bergzwergopossum (Burramys parvus) ein. Sein Habitat liegt ausschließlich in den alpinen und subalpinen Zonen der Snowy Mountains und des Victorian Alpine National Park in Südost-Australien, oberhalb von etwa 1.400 Metern Seehöhe. Dort lebt es zwischen Geröllfeldern (Blockhalden), wo Spalten und Hohlräume Schutz vor Kälte und Fressfeinden bieten. Dieses extrem kleine Verbreitungsgebiet – insgesamt weniger als zehn Quadratkilometer – macht Burramys parvus zu einem der am stärksten geographisch eingeschränkten Säugetiere Australiens.
Ernährung
Zwergopossums sind Allesfresser mit einer deutlichen Vorliebe für energiereiche Nahrung. Der Speiseplan umfasst Nektar, Pollen, Früchte, Samen und eine Vielzahl von Wirbellosen – darunter Käfer, Spinnen, Raupen und Motten. Beim Bergzwergopossum spielen die im Sommer massenhaft auftretenden Bogong-Motten (Agrotis infusa) eine zentrale Rolle in der Ernährung. Diese fettreichen Nachtfalter wandern in die australischen Alpen und stellen eine entscheidende Nahrungsquelle dar, die den Aufbau der überlebenswichtigen Fettreserven vor dem Winter ermöglicht.
Die Arten der Gattung Cercartetus sind stärker auf Nektar und Pollen spezialisiert. Ihre Zunge ist mit feinen Papillen besetzt, die das Aufnehmen von Blütennektar erleichtern. Dabei übernehmen sie eine ökologische Funktion als Bestäuber für verschiedene einheimische Pflanzenarten, darunter Banksia und Eucalyptus.
Verhalten & Lebensweise
Alle Zwergopossums sind nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie in selbst gebauten kugelförmigen Nestern aus Rinde, Blättern und Gras, die sie in Baumhöhlen, dichten Sträuchern oder Felsspalten anlegen. Sie leben überwiegend einzelgängerisch; Reviere werden nicht aktiv verteidigt, können sich aber zwischen benachbarten Individuen überlappen.
Eine herausragende physiologische Eigenschaft ist die Fähigkeit zum Torpor – einem kontrollierten Absenken der Körpertemperatur und Stoffwechselrate. Cercartetus-Arten fallen bei Nahrungsmangel oder Kälte in mehrstündige bis mehrtägige Starrephase, um Energie zu sparen. Das Bergzwergopossum geht noch weiter: Es ist das einzige australische Beuteltier, das einen echten Winterschlaf hält. Dieser kann bis zu sieben Monate andauern, wobei die Körpertemperatur auf knapp über den Gefrierpunkt sinkt.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Paarungszeit fällt bei den meisten Arten in das Frühjahr der Südhalbkugel (September bis November). Nach einer kurzen Tragzeit von etwa 13 bis 16 Tagen bringt das Weibchen bis zu vier Jungtiere zur Welt; bei Burramys parvus sind es im Durchschnitt