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Ackerhummel

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Tierart – Insekten > Hautflügler

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Bombus pascuorum
  • Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
  • Familie: Echte Bienen (Apidae)
  • Gattung: Hummeln (Bombus)
  • Lebensraum: Offenland, Wiesen, Waldränder, Gärten, Parks, Ackerland
  • Größe: Königin 15–18 mm, Arbeiterinnen 9–15 mm, Drohnen 12–14 mm
  • Gewicht: Königin ca. 0,3–0,5 g, Arbeiterinnen ca. 0,1–0,2 g
  • Lebenserwartung: Arbeiterinnen wenige Wochen; Königinnen bis zu 12 Monate (inklusive Überwinterung)

Aussehen & Merkmale

Die Ackerhummel gehört zu den mittelgroßen Hummelarten Mitteleuropas. Ihr Körper ist dicht mit Haaren bedeckt – ein typisches Merkmal der Gattung Bombus, das der Thermoregulation dient und den Tieren die Flugfähigkeit bereits bei niedrigen Temperaturen ermöglicht. Die Behaarung des Thorax (Brustsegment) ist gelblich-braun bis rotbraun gefärbt, während das Abdomen (Hinterleib) in der vorderen Hälfte dunkelbraun bis schwarz erscheint und zum Ende hin wieder eine hellere, bräunlich-gelbe Tönung aufweist. Anders als etwa bei der Steinhummel (Bombus lapidarius) fehlt ein auffällig kontrastreiches Farbmuster, was die Ackerhummel auf den ersten Blick eher unauffällig wirken lässt.

Die Farbgebung variiert individuell und regional erheblich. In südlichen Populationen treten häufig hellere Formen auf, während Tiere aus nördlicheren Verbreitungsgebieten tendenziell dunkler gefärbt sind. Die Königinnen sind deutlich größer als Arbeiterinnen und Drohnen. Letztere lassen sich an ihren längeren Fühlern und dem Fehlen eines Stachels erkennen. Die Mundwerkzeuge umfassen einen mittellangen Rüssel von etwa 9–11 mm Länge, der die Ackerhummel zur Nektaraufnahme aus Blüten mit mittlerer Kronröhrenlänge befähigt.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Ackerhummel erstreckt sich über weite Teile der Paläarktis. Sie kommt von Westeuropa – einschließlich der Britischen Inseln – über Mittel- und Osteuropa bis nach Zentralasien vor. In Skandinavien reicht ihr Areal bis etwa zum 65. Breitengrad. Auch in Nordafrika und Kleinasien ist die Art nachgewiesen.

Hinsichtlich ihrer Habitatwahl zeigt sich die Ackerhummel ausgesprochen anpassungsfähig. Sie besiedelt offene und halboffene Landschaften wie Wiesen, Weiden, Brachflächen, Feldraine und Waldlichtungen. In Kulturlandschaften profitiert sie von Gärten, Parks und extensiv bewirtschaftetem Ackerland. Selbst in städtischen Biotopen – etwa auf Balkonbepflanzungen und in Kleingärten – ist sie regelmäßig anzutreffen. Diese Flexibilität in der Habitatwahl ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Ackerhummel zu den häufigsten Hummelarten Mitteleuropas zählt.

Ernährung

Die Ackerhummel ernährt sich von Nektar und Pollen, wobei Nektar als Energiequelle und Pollen als Proteinlieferant für die Larvenaufzucht dient. Ihr Nahrungsspektrum ist breit gefächert: Sie besucht Blütenpflanzen zahlreicher Familien, darunter Lippenblütler (Lamiaceae), Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Korbblütler (Asteraceae) und Raublattgewächse (Boraginaceae). Typische Trachtpflanzen sind Rotklee, Taubnessel, Natternkopf, Beinwell, Disteln und verschiedene Gartenblumen wie Lavendel.

Dank ihres mittellangen Rüssels kann die Ackerhummel ein breites Spektrum an Blütenformen nutzen – sowohl offene als auch röhrenförmige Blüten. Im Gegensatz zu kurzzüngigen Arten wie der Erdhummel (Bombus terrestris) gelangt sie auch an den Nektar tieferer Blütenkronen, ohne die Blüte seitlich aufzubeißen. Die Arbeiterinnen sammeln Pollen in speziellen Strukturen an den Hinterbeinen, den sogenannten Körbchen (Corbiculae), und transportieren ihn zum Nest.

Verhalten & Lebensweise

Wie alle Hummelarten lebt die Ackerhummel eusozial in Staaten, die jedoch im Vergleich zu Honigbienen deutlich kleiner ausfallen. Ein typisches Volk umfasst zwischen 60 und 150 Individuen, gelegentlich auch bis zu 200. Die Tiere sind tagaktiv und beginnen ihre Sammelflüge bereits bei Temperaturen ab etwa 5–6 °C, was sie zu den frühesten Blütenbesuchern an kühlen Morgen macht.

Die Nester werden oberirdisch oder knapp über dem Boden angelegt – etwa in dichtem Gras, unter Moospolstern, in alten Vogelnestern oder zwischen trockener Vegetation. Gelegentlich nutzen Ackerhummeln auch Nistkästen, Dachböden oder Mauerspalten. Im Gegensatz zur Erdhummel, die unterirdische Nester bevorzugt, baut die Ackerhummel ihre Brutzellen bevorzugt in vorhandenen Hohlräumen an der Oberfläche.

Die Arbeiterinnen verteidigen das Nest bei Störungen, sind gegenüber dem Menschen aber wenig aggressiv. Stiche kommen nur bei direkter Bedrohung vor.

Fortpflanzung & Aufzucht

Der Jahreszyklus der Ackerhummel beginnt im Frühjahr, meist zwischen März und April, wenn die überwinterte Jungkönigin aus ihrer Winterruhe erwacht. Sie sucht zunächst Nektarquellen auf, um ihre Energiereserven aufzufüllen, und begibt sich dann auf die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Hat sie einen solchen gefunden, legt sie die ersten Eier in kleine Wachszellen und versorgt die Brut zunächst allein.

Die Entwicklung vom Ei über die Larve und Puppe bis zum fertigen Insekt (Imago) dauert etwa drei bis vier Wochen. Die erste Generation besteht ausschließlich aus Arbeiterinnen, die ab diesem