Adeliepinguin
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Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Pygoscelis adeliae
- Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
- Familie: Pinguine (Spheniscidae)
- Gattung: Langschanzpinguine (Pygoscelis)
- Lebensraum: Küstengebiete der Antarktis und vorgelagerte Inseln
- Größe: 60–70 cm
- Gewicht: 3,5–6 kg (jahreszeitlich schwankend)
- Lebenserwartung: 10–20 Jahre in freier Wildbahn
Aussehen & Merkmale
Der Adeliepinguin gehört zu den mittelgroßen Pinguinarten und weist den für die Ordnung der Sphenisciformes typischen stromlinienförmigen Körperbau auf. Das Gefieder ist auf der Rückseite tiefschwarz, die Bauchseite reinweiß – eine Tarnung, die als Gegenschattierung (Countershading) bezeichnet wird und sowohl von oben gegen den dunklen Meeresgrund als auch von unten gegen die helle Wasseroberfläche Schutz vor Fressfeinden bietet.
Ein auffälliges Erkennungsmerkmal ist der weiße Ring um das Auge, der den Adeliepinguin von verwandten Arten der Gattung Pygoscelis – dem Zügelpinguin (Pygoscelis antarcticus) und dem Eselspinguin (Pygoscelis papua) – klar unterscheidet. Der kurze, kräftige Schnabel ist schwarz und an der Basis von rötlich-braunen Federn bedeckt, was ihm ein gedrungenes Erscheinungsbild verleiht. Die Flügel sind zu starren, flachen Flossen umgebildet, die dem Tier unter Wasser als Antrieb dienen. Wie alle Pinguine ist der Adeliepinguin flugunfähig. Die kurzen, kräftigen Beine setzen weit hinten am Körper an, was den charakteristischen aufrechten, watschelnden Gang an Land verursacht.
Lebensraum & Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Adeliepinguins erstreckt sich rund um den antarktischen Kontinent. Er besiedelt die Küsten der Antarktis sowie vorgelagerte Inselgruppen wie die Südlichen Shetlandinseln, die Südlichen Orkneyinseln und die Balleny-Inseln. Sein Habitat umfasst dabei sowohl felsige Küstenstreifen, auf denen die Brutkolonien angelegt werden, als auch das offene Südpolarmeer, in dem die Tiere außerhalb der Brutzeit weite Strecken zurücklegen.
Der Adeliepinguin ist neben dem Kaiserpinguin (Aptenodytes forsteri) die einzige Pinguinart, die ausschließlich auf dem antarktischen Festland brütet. Er ist eng an das Vorhandensein von Packeis gebunden, nutzt es als Ruheplattform und als Ausgangspunkt für die Nahrungssuche. Eisfreie Felsküsten sind für die Anlage der Nester zwingend erforderlich, weshalb die Kolonien häufig auf exponierten Landzungen oder Halbinseln liegen.
Ernährung
Die Nahrung des Adeliepinguins besteht überwiegend aus Antarktischem Krill (Euphausia superba), ergänzt durch kleine Fische wie den Antarktischen Silberfisch (Pleuragramma antarcticum) sowie verschiedene Kopffüßer. Die Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Region und Jahreszeit. Während der Brutsaison jagen die Tiere in Küstennähe und tauchen dabei regelmäßig bis in Tiefen von 50–120 Metern ab. Einzelne Tauchgänge können bis zu sechs Minuten dauern, wobei die meisten Beutezüge deutlich kürzer ausfallen.
Die Abhängigkeit vom Krill macht den Adeliepinguin zu einem wichtigen Indikator für den Zustand des antarktischen Meeresökosystems. Schwankungen in der Krillpopulation – etwa durch veränderte Meereisbedeckung – wirken sich direkt auf den Bruterfolg der Kolonien aus.
Verhalten & Lebensweise
Adeliepinguine sind hochgradig soziale Tiere und brüten in dichten Kolonien, die mehrere tausend bis hunderttausende Brutpaare umfassen können. Die größte bekannte Kolonie auf der Insel Danger Islands beherbergt über 750.000 Brutpaare. Innerhalb der Kolonie verteidigt jedes Paar ein kleines Revier um sein Nest, was zu häufigen, meist ritualisierten Auseinandersetzungen mit Nachbarn führt.
An Land bewegen sich Adeliepinguine watschelnd fort oder gleiten auf dem Bauch über Eis und Schnee – ein Verhalten, das als „Tobogganing" bezeichnet wird und Energie spart. Im Wasser sind sie dagegen äußerst wendige Schwimmer, die Geschwindigkeiten von bis zu 8 km/h erreichen. Zur schnellen Fortbewegung an der Wasseroberfläche springen sie in flachen Bögen aus dem Wasser (Porpoising), ähnlich wie Delfine.
Außerhalb der Brutzeit wandern Adeliepinguine aufs offene Meer hinaus und verbringen mehrere Monate auf dem Packeis. Während dieser Phase durchlaufen sie eine vollständige Mauser, bei der das gesamte Gefieder innerhalb von etwa zwei bis drei Wochen erneuert wird. Da das Gefieder während der Mauser seine Isolationsfähigkeit verliert, gehen die Tiere in dieser Zeit nicht ins Wasser und zehren von ihren Fettreserven.
Fortpflanzung & Aufzucht
Die Brutzeit beginnt im antarktischen Frühling, etwa im Oktober, wenn die Tiere zu ihren angestammten Kolonien zurückkehren. Adeliepinguine zeigen eine ausgeprägte Ortstreue und kehren häufig exakt zum selben Nestplatz zurück. Die Balz umfasst laute Rufe, Kopfbewegungen und das rituelle Überreichen von Kieselsteinen, die als Nistmaterial dienen. Die Nester bestehen aus aufgehäuften Steinen und werden auf eisfreiem Untergrund errichtet.
Das Gelege umfasst in der Regel zwei Eier, die im Abstand von zwei bis drei Tagen gelegt werden. Beide Elternteile bebrüten die Eier abwechselnd über einen Zeitraum von etwa 32–34 Tagen. Während ein Partner brütet, sucht der andere auf See nach Nahrung. Nach dem Schlüpfen werden die Küken zunächst von einem Elternteil gewärmt