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Eselspinguin

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Tierart – Vögel > Flugunfähige & Laufvögel

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Pygoscelis papua
  • Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
  • Familie: Pinguine (Spheniscidae)
  • Gattung: Langschwanzpinguine (Pygoscelis)
  • Lebensraum: Subantarktische Inseln, Antarktische Halbinsel
  • Größe: 75–90 cm
  • Gewicht: 5–8,5 kg
  • Lebenserwartung: 15–20 Jahre in freier Wildbahn

Aussehen & Merkmale

Der Eselspinguin ist nach dem Kaiserpinguin und dem Königspinguin die drittgrößte lebende Pinguinart. Sein Gefieder zeigt die für Pinguine typische Gegenschattierung: Die Oberseite ist schwarz, die Unterseite weiß. Auffälligstes Erkennungsmerkmal ist ein weißer Streifen, der sich wie ein Band über den Oberkopf von einem Auge zum anderen zieht. Dieses helle Kopfband hebt ihn deutlich von seinen nächsten Verwandten innerhalb der Gattung Pygoscelis ab – dem Adeliepinguin und dem Zügelpinguin.

Der Schnabel ist orangerot bis rötlich mit einer schwarzen Spitze. Die Füße sind ebenfalls leuchtend orange gefärbt. Der Schwanz ist im Vergleich zu anderen Pinguinarten relativ lang und auffällig, was der Gattung ihren deutschen Namen „Langschwanzpinguine" eingetragen hat. Beim Gehen wird der Schwanz oft seitlich hin und her bewegt oder aufgestellt. Die Flügel sind wie bei allen Pinguinen zu steifen, paddelförmigen Flossen umgebildet, die ausschließlich der Fortbewegung im Wasser dienen.

Männchen und Weibchen unterscheiden sich äußerlich kaum. Männchen sind im Durchschnitt etwas größer und haben einen etwas kräftigeren Schnabel, doch eine sichere Geschlechtsbestimmung ist im Feld oft nur über das Verhalten oder genetische Analysen möglich. Jungtiere tragen ein graubraunes Daunenkleid und entwickeln das adulte Gefieder nach der ersten Mauser.

Lebensraum & Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Eselspinguins erstreckt sich über die subantarktischen Inseln und die nördliche Antarktische Halbinsel. Große Brutkolonien befinden sich auf den Falklandinseln, Südgeorgien, den Südlichen Shetlandinseln, den Kerguelen, Heard und den Südlichen Sandwichinseln. Einzelne Kolonien existieren auch auf Macquarie Island im südlichen Pazifik.

Als Habitat bevorzugt der Eselspinguin flache, eisfreie Küstenabschnitte mit Zugang zu Kiesel- oder Geröllstränden. Die Brutkolonien liegen häufig auf Landzungen oder in geschützten Buchten, in der Regel nicht weit vom Wasser entfernt. Im Gegensatz zum Kaiserpinguin meidet der Eselspinguin das Packeis und besiedelt bevorzugt Biotope, die zumindest während der Brutzeit schneefrei sind.

Genetische Untersuchungen aus dem Jahr 2020 legen nahe, dass es sich beim Eselspinguin nicht um eine einzelne Art handelt, sondern um bis zu vier eigenständige Arten. Diese Aufteilung ist taxonomisch noch nicht allgemein anerkannt, wird aber zunehmend diskutiert. Die vorgeschlagenen Arten unterscheiden sich in Körpergröße, Schnabellänge und genetischer Distanz je nach Verbreitungsgebiet.

Ernährung

Der Eselspinguin ernährt sich vorwiegend von Krill, kleinen Fischen und Tintenfischen. Die genaue Zusammensetzung der Nahrung variiert je nach Standort und Jahreszeit erheblich. Auf den Falklandinseln machen Fische wie Sprotten und kleine Tintenfische einen größeren Anteil aus, während Kolonien nahe der Antarktis stärker auf antarktischen Krill (Euphausia superba) angewiesen sind.

Die Nahrungssuche erfolgt tauchend. Eselspinguine erreichen dabei Tiefen von bis zu 200 Metern, wobei die meisten Tauchgänge deutlich flacher ausfallen. Sie jagen überwiegend in Küstennähe und entfernen sich während der Brutzeit selten mehr als 20 bis 30 Kilometer von der Kolonie. Außerhalb der Brutzeit vergrößert sich der Aktionsradius deutlich.

Verhalten & Lebensweise

Eselspinguine leben in Kolonien, die wenige Dutzend bis mehrere Tausend Brutpaare umfassen können. Innerhalb der Kolonie verteidigen die Paare ein kleines Revier rund um das Nest. Die Tiere sind tagaktiv; die Nahrungssuche im Meer findet bei Tageslicht statt.

An Land bewegen sich Eselspinguine mit dem typischen watschelnden Gang, können bei Gefahr aber erstaunlich schnell laufen. Im Wasser gehören sie zu den schnellsten Pinguinen: Geschwindigkeiten von bis zu 36 km/h sind dokumentiert, was sie zu den schnellsten schwimmenden Vögeln überhaupt macht. Als Raubtiere treten vor allem Seeleoparden, Südliche Seebären und Schwertwale auf. Eier und Küken werden von Skuas (Raubmöwen) und Scheidenschnäbeln erbeutet.

Der namensgebende Ruf des Eselspinguins – ein lautes, trompetenartiges Geschrei – erinnert entfernt an das Iahen eines Esels. Dieser Ruf dient der Partnererkennung innerhalb der oft dicht besiedelten Kolonie und ist während der Balz besonders häufig zu hören.

Fortpflanzung & Aufzucht

Die Brutzeit beginnt je nach Standort zwischen September und November. Die Balz umfasst gegenseitige Verbeugungen, Rufduette und das rituelle Überreichen kleiner Steine, die als Nistmaterial dienen. Eselspinguine bauen vergleichsweise aufwendige Nester aus Steinen, Gras und Federn auf dem Boden. Das Weibchen legt in der Regel zwei Eier. Beide Eltern bebrüten die Eier abwechselnd über einen Zeitraum von etwa 34 bis 37 Tagen.

Nach dem Schlüpfen werden die Küken zunächst von einem Elternteil bewacht, während das andere auf Nahrungssuche geht. Ab einem Alter von etwa vier Wochen schließen sich die Jungtiere zu sogenannten Kindergärten (Crèches) zusammen, in d